100:61–Heimsieg – ETV-Lawine überrollt auch Bramsche

Das neue Jahr ist noch keine zwei Wochen alt, da ist der erste Sieg schon unter Dach und Fach: Die Basketballer des Eimsbütteler TV machen mit einem 100:61 in der Ersten Regionalliga über Aufsteiger Red Devils Bramsche damit weiter, womit sie im Erfolgsjahr 2019 aufgehört hatten: mit hoher Basketballkunst.

Was ist eigentlich, wenn …? Könnten die eigentlich nach …? Auch wenn sich Spieler und Coaches nur ungern schon zum Rückrundenstart mit einer höheren Liga befassen: Es geisterte das A-Wort durch die Sporthalle Hohe Weide, am ersten Heimspieltag der ETV-Basketballer in der Ersten Regionalliga. Ein wenig sind sie aber auch selbst Schuld an der Basketball-Euphorie im Herzen Hamburgs. Zu gut, zu dominierend treten die Spieler von Headcoach Sükran Gencay in der laufenden Saison auf, zu lange treiben sie sich in der Spitzengruppe der Liga herum, die sie vor anderthalb Jahren erst erklommen hatten. Auch die Red Devils Bramsche überrollten die in weiß gekleideten Eimsbütteler am 14. Spieltag wie eine Lawine, erst nach der Schlusssirene beim 100:61-Endstand konnte der Aufsteiger wieder ein wenig Luft schnappen.

Mit Bramsche stellte sich nach Vechta und Göttingen erneut eine Stadt mit Bundesliga-Historie in Eimsbüttel vor. Anfang der 90er-Jahre zogen die Korbjäger aus der Nähe von Osnabrück gleich dreimal in die Playoffs der höchsten deutschen Spielklasse ein. Doch das ist lange her. Diesmal war trotz glorreicher Vergangenheit für Bramsche nichts zu holen. Schon vor dem Tipp-off fiel dem geneigten ETV-Fan auf: Es herrschte endlich wieder Gedränge auf der Bank des Spitzenreiters. Mit Jan Gust, Kai Nagora und Sergeij Tittel feierten gleich drei Spieler nach langer Verletzungspause ihr Comeback und bescherten ihrer Trainerin zuletzt ungeahnte Variationsmöglichkeiten. Glücklicherweise erwiesen sich die Gäste als in allen Belangen unterlegen, sodass Coach Süki allen Genannten die Resozialisierung ins Spielgeschehen leicht machen konnte.

Die Chronologie des Spiels ist recht schnell erzählt. Bereits nach sechs Spielminuten war beim Stand von 16:5 klar, dass es an diesem regnerischen Sonntagnachmittag nur einen strahlenden Sieger geben würde: den ETV. Aggressive Defense, entschlossenes Rebounding aller Beteiligten und Tempobasketball vom Feinsten hieß erneut das Erfolgsrezept, das beim ersten Pausenstand von 26:8 schon aufzugehen versprach. Ähnlich ging es im zweiten Abschnitt weiter, der Halbzeitstand von 49:25 ließ keine Fragen mehr offen. In Ermangelung von Spannung mussten sich die rund 220 Fans mit einigen tollen Spielzügen „begnügen“, wie einem tollen Durchstecker von Tyseem Lyles auf den Backdoor-befindlichen Kai Nagora oder einigen Klassezuspielen der endlich wieder gut besetzten Centerriege untereinander. Satte 30 Assists standen am Ende auf dem Statistikbogen für den ETV, ein exzellenter Wert.

Hinzu kamen vor allem im zweiten und dritten Viertel eine klassische „Altherren“-2-1-2-Zonenverteidigung, die mit reichlich Aggressivität und gutem Auge zu allerlei Ballgewinnen führte, und eine 2/3-Court-Presse als taktische Auflockerung. So vergrößerte sich der Abstand sukzessive weiter (78:43 nach drei Vierteln, 92:48 fünf Minuten vor Spielende), ehe es Energizer Leo Eckmann oblag, mit zwei verwandelten Freiwürfen in der Schlussminute die 100-Grenze zu durchbrechen.

Der Erfolg und die taktische Finessen sind umso erstaunlicher, als dass das Team in der Weihnachtspause eher selten vollzählig in der Halle stand. „Wir haben nur vier gemeinsame Einheiten gehabt, aber dafür viel Individual- oder Gruppentraining gemacht“, erklärte Coach Süki nach der Schlusssirene. Und das A-Wort? Das lächelte sie gewohnt charmant weg, zu lang ist noch der Weg für den Tabellenführer (12:1 Siege) in einer beschwerlichen Rückrunde. Dem Auswärtsspiel in Rendsburg folgt am 26. Januar (erneut um 15.30 Uhr!) der nächsten Heimauftritt gegen Hannover-Langenhagen, ehe es am 1. Februar zum großen Showdown bei Verfolger Baskets Wolmirstedt (11:2) kommt. Hier gibt es das komplette Scouting der Partie ETV-Bramsche.

85:83 n. OT gegen Göttingen – Weihnachts-Wahnsinn an der Hohen Weide

Was für ein Fest vor dem Fest! Die Basketballer des Eimsbütteler TV schlagen vor 250 begeisterten Zuschauern im Regionalliga-Spitzenduell den mehrfachen Deutschen Meister ASC Göttingen mit 87:85 nach Overtime. Durch den elften Sieg im zwölften Saisonspiel feiern sie zum Abschluss der Hinrunde  sensationell Weihnachten als Tabellenführer!

Was sagen Omas immer so schön vor Weihnachten zu ihren Enkeln? „Wünschen darf man sich alles!“ Und manchmal – wenn man ganz doll brav ist – gehen sogar die schönsten Wünsche in Erfüllung – auch von Liebhabern der gepflegten Korbjagd. Genau neun Tage vor Heiligabend haben die Basketball-Weihnachtsmänner vom ETV ihren Fans eine schöne Bescherung bereitet. Sie bezwangen in einem mitreißenden Spitzenspiel der Ersten Regionalliga vor mehr als 250 Zuschauern den ASC Göttingen mit 87:85 nach Verlängerung, nachdem sie praktisch die gesamte Dauer der Partie einem Rückstand hinterher laufen mussten.

Dreimal Deutscher Meister (einmal als SSC), zweimal DBB-Pokalsieger – die Liste der Erfolge des einst glorreichen ASC 1846 Göttingen ist lang. Auch Wilbert Olinde, längst in Hamburg heimischer Vater von Ex-Tower und Nun-Bamberger Louis Olinde, wurde beim Traditionsverein in den 1980er-Jahren zur Basketball-Ikone in Deutschland. Doch das ist lange her. Inzwischen ist der ASC in der Ersten Regionalliga Nord gelandet – und strebt dort jedoch offenbar nach Höherem. Das zeigten die Gäste, in deren Reihen mehrere Spieler mit Bundesligaerfahrung stehen – zu Beginn an der Hohen Weide eindrucksvoll. Bereits nach gut sechs Minuten warfen sie sich einen 20:8-Vorsprung heraus, während auf ETV-Seite einzig und allein Marcel Hoppe traf. Nach Abschluss des ersten Viertels sah es beim Stand von 16:27 nur unwesentlich besser aus für die Gastgeber.

Und daran sollte sich auch in Abschnitt zwei nicht viel ändern. Acht von 14 Göttinger Dreierversuchen fanden in der ersten Halbzeit ihren Weg ins Ziel, immerhin hielten die Korbjäger aus dem Herzen Hamburgs nun dagegen. Beim Stand von 36:49 zur großen Pause waren zumindest noch nicht alle Wunschzettel zerrissen. Dann begann die große Aufholjagd: Sechs schnelle Punkte, schon war am dritten Advent die Stimmung wieder fröhlicher. Das brachte auch das Publikum ins Spiel. Angefeuert von den immer enthusiastischeren Fans fighteten sich die Eimsbütteler um die Punktelieferanten Tyseem Lyles, Vidmantas Uzkuraitis und Marcel Hoppe sowie den Türmen Vladimir Migunov, Kwame Ofori und Thomas Trautwein zurück ins Spiel – und beim Stand von 56:63 nach dem dritten Viertel zumindest in Schlagdistanz.

Und dann nahm der Wahnsinn seinen Lauf! Der Fehlstart in den letzten Spielabschnitt samt ein paar deutlicher und lauter Worten von Headcoach Sükran Gencay war der endgültige Weckruf für die Eimsbütteler Helden. Auch als gut drei Minuten vor Schluss (66:75) alles nach der zweiten Saisonniederlage roch, verloren sie nicht ihren Mut – und wurden belohnt. Ein 12:2-Lauf ließ sie kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit sogar wie der Sieger aussehen, doch konterten die Gäste durch den bundesligaerfahrenen Nick Boakye mit dem 77:77-Ausgleich – Verlängerung! In diese mussten die Gäste ohne ihren Topscorer Andrew Onwuegbuzie gehen, der nach seinem zweiten unsportlichen Foul vom Feld musste. Dennoch liefen die Hamburger– wie sollte es anders sein – erst mal einem Rückstand hinterher, ehe Vid Uzkuraitis mit einem Dreier den Ausgleich und Kwame Ofori auf Zuspiel von Ty Lyles den umjubelten Siegkorb besorgten.

Auch Coach Süki war nach der letzten Sirene gezeichnet vom Geschehen: „Ich bin völlig fertig“, gab sie nach den dramatischen 45 Spielminuten zu. Das Siegrezept? „Die Göttinger haben in der ersten Halbzeit sehr gut getroffen. Ich habe meinen Jungs einfach gesagt, dass das kaum so weiter gehen kann und dass sie an sich glauben sollen.“ Mit Erfolg. Nach der Verteidigung der Tabellenführung geht es nun in die verdiente Weihnachtspause. Am 12. Januar 2020 wartet dann der Start in die Rückrunde und das neue Jahr mit dem Heimspiel gegen die Red Devils aus Bramsche, ebenfalls ein ehemaliger Bundesliga-Standort. Hier gibt’s den Boxscore zum Spiel gegen Göttingen zum Nachlesen.

92:68 gegen Stade – ETV-Basketballer feiern fröhlichen Advent

Von wegen Besinnlichkeit: Die Basketballer des Eimsbütteler TV brennen am ersten Advent und gut vier Wochen vor Silvester ein offensives Feuerwerk ab und verteidigen mit einem 92:68 (52:36)-Derbysieg über den VfL Stade ihren zweiten Platz in der Ersten Regionalliga.

Advent, Advent, die Halle brennt! Zum Glück nur im übertragenen Sinne. Doch was die Basketballer des Eimsbütteler TV im Spaßtempel an der Hohen Weide nach Entzünden der ersten heimischen Kerze gegen den VfL Stade zeigten, hatte wahrlich Feuer. Eine rasante Partie und ein 92:68 (52:36)-Erfolg – der neunte im zehnten Saisonspiel – erwärmte das Herz aller gut 200 Zuschauer. Auch das der rund 30 mitgereisten Gästefans, die ihr Team trotz der Niederlage am Ende gebührend feierten.

Indes: Eine echte Siegchance hatten die Elbstädter vom VfL nie. Bereits nach dem ersten Viertel stand fest, wem an diesem ersten Advent ein Lichtlein aufgehen sollte. Gleich fünf Dreier legten Marcel Hoppe (3), Vidmantas Uzkuraitis und Fabian Paetsch (je 1) den Gästen in den Korb, der Zwischenstand von 27:17 sprach Bände. Überhaupt waren Fehlwürfe der Eimsbütteler in der Anfangsphase so selten wie Knecht Ruprechts Auftauchen im Hochsommer. Viel Tempo, die nötige Geduld, eine gute Ballbewegung und eine smarte Wurfauswahl ergaben in der Summe eine klasse Wurfquote, die sich auch im zweiten Spielabschnitt fortsetzen sollte. Der begann gleich mal mit einem 14:5-Lauf, zu dem der „heilige Vid“ drei weitere Treffer von Downtown beisteuerte. Hinzu kamen reichlich Fastbreak-Punkte, die aus einer erneut engagierten Defense und einer nicht minder leidenschaftlichen Reboundarbeit (wieder mal herausragend: Vladimir Migunov/11) resultierten. Halbzeitstand: 52:36 für die ETV-Helden.

Nach der großen Pause probierten es die Stader dann zeitweise mit einer Fullcourt-Presse, doch es sollte nichts nützen. Denn wer denkt, gegen einen Backcourt mit Tyseem Lyles und Vid Uzkuraitis Ballverluste provozieren zu können, der glaubt vermutlich auch an den Weihnachtsmann. Souverän wurde, mit ganz wenigen Ausnahmen, der freie Mitspieler gefunden, so mancher Pressbreak führte sogar zu leichten Punkten auf der Gegenseite. Und natürlich netzte auch Regionalliga-Topscorer Tyseem wieder fröhlich ein. 29 Punkte, darunter 4 von 7 Dreiern und ein Cirus-Layup, machten ihn am Ende zum erfolgreichsten Eimsbütteler Werfer, gefolgt von Marcel (24) und  Vid (23), bei dem jeweils vier von sechs Versuchen aus dem Zweier- und Dreierland ihr Ziel fanden.

Nicht ganz wie gewohnt genießen konnte den Sieg Headcoach Sükran Gencay, die unter der Woche wegen eines Trauerfalls in der Familie in der Türkei weilte. „Ich war heute gedanklich manchmal nicht ganz so bei der Sache wie sonst. Aber die Jungs haben das wirklich souverän gemacht und toll zusammengespielt. Ihnen ist es egal, wer Topscorer wird, sie versuchen sich immer gegenseitig zu finden“, lobte die Erfolgstrainerin. Damit die letztjährigen Aufsteiger vom ETV auch fröhliche Weihnachten feiern können, müssen sie noch zweimal möglichst viele (Korb-)Geschenke verteilen. Nach dem Auswärtsspiel bei den Red Devils Königs-Wusterhausen südöstlich von Berlin (7. 12.) folgt im letzten Heimspiel des Jahres 2019 noch einmal ein Highlight: Am 15. Dezember tritt zur gewohnten Stunde um 16 Uhr der aktuelle Tabellenvierte ASC Göttingen in der Sporthalle Hohe Weide an. Hier gibt es den kompletten Boxscore des Spiels gegen den VfL Stade.

83:68 – ETV-Basketballer bändigen auch die Aschersleben Tigers

Wo soll das noch hinführen? Die Basketballer vom Eimsbütteler TV – in der Vorsaison nur knapp dem Abstieg entronnen – schlagen im Spitzenspiel der Ersten Regionalliga die Aschersleben Tigers BC mit 83:68 (37:39)  – und das stark ersatzgeschwächt. Mit 7:1 Siegen liegen die Hamburger nach acht Spieltagen auf Platz zwei der Tabelle.

Der Eimsbütteler TV ist eine Spitzenmannschaft in der Ersten Basketball-Regionalliga Nord! Wer diese Aussage noch vor rund zwei Monaten zum Start der neuen Saison gewagt hätte, hätte wohl gleich den Rest seiner Träume der letzten Nacht erzählen dürfen. Doch nach nunmehr acht Spieltagen, also rund einem Drittel der gesamten Spielzeit, lässt es sich nicht mehr von der Hand zu weisen. Mit einem überzeugenden 83:68-Heimerfolg im Top-Duell gegen die Aschersleben Tigers aus Sachsen-Anhalt und 7:1 Siegen haben sich die Eimsbütteler ganz weit oben in der Tabelle festgebissen.

Eigentlich konnte gegen die ebenfalls ersatzgeschwächten, aber dennoch favorisierten Gäste aus Sachsen-Anhalt nicht viel schief gehen. Denn wer die Korbjäger aus dem Herzen Hamburgs beim Aufwärmen sah, der wusste: Hier siegt nur einer, der ETV und sonst keiner! Konzentration, Energie und Siegeswille war den neun nicht verletzungs-, prüfungs- oder sonstwie geplagten Eimsbüttelern anzumerken. Notorische Zweifler ahnten spätestens nach den ersten vier Minuten: Da geht was! 13:5 führte der ETV vor rund 200 Zuschauern in der Sporthalle Hohe Weide, darunter wie (fast) immer Vereinspräsident Frank Fechner. Zwar war der schöne Vorsprung weitere vier Minuten später wieder verspielt (18:18), doch stemmten sich die Gastgeber den körperlich deutlich überlegenen Nordostharzern vehement entgegen. Nach vergebenem letzten Ballbesitz ging es mit 22:23 in die erste kleine Pause.

Der knappe Rückstand wurde nach einem Holperstart in Minuten 13 dann per And-one von Kwame Ofori gedreht. Und noch einer drehte – und zwar langsam auf: Liga-Topscorer Tyseem Lyles war mal wieder on fire und hielt mit sieben Zählern punktemäßig im zweiten Viertel dagegen, sodass beim Halbzeitstand von 37:39 die Seiten gewechselt wurden.

Und dann kam der ETV-Zug so richtig ins Rollen – mit Kapitän Vidmantas Uzkuraitis als Lokführer. Hatte sich der Litauer bis dato eher vornehm zurückgehalten, eskalierte er in Durchgang drei mit seinem kongenialen Partner Tyseem komplett: Sage und schreibe zwölf Punkte in Serie erzielte Vid zwischen der 26. und 28. Minute, insgesamt waren es in diesem Viertel 15 Zähler. Hinzu kamen vier Körbe für zehn zehn Punkte aus der Hand von Ty. Eine Fastbreakwelle nach der anderen , ermöglicht durch eine überragende Reboundarbeit (47:31 im direkten Vergleich) und viele flinke Hände in der wechselnden Verteidigung, begrub die Tigers schließlich unter sich. Mit 33:16 ging Abschnitt drei an die Hausherren, die Vorentscheidung war gefallen. Denn auch im Schlussviertel hielten die ETV-Korbjäger ihren Gegner auf Distanz, sodass nach 40 intensiven und hochklassigen Nettospielminuten gefeiert werden durfte.

„Vid und Tyseem waren heute überragend. Aber die anderen haben durch ihren Einsatz das alles erst möglich gemacht. Was Leo Eckmann beispielsweise alles an Bällen wieder hervorgezaubert hat, war Wahnsinn“, sagte Headcoach Sükran Gencay nach den stimmungsvollen zwei Stunden. Die personell angespannte Lage sah sie mit gemischten Gefühlen: „Wir konnten diese Woche nur einmal im Training fünf gegen fünf spielen, es mussten Leute aus der Zweiten aushelfen. Aber so eine Situation schweißt auch zusammen.“ Die nächste Bewährungsprobe wartet nun am 23. November bei den fünftplatzierten Neustadt temps Shooters, ehe es am Sonntag, den 1. Dezember 2019 zur gewohnten Stunde gegen den VfL Stade geht. Hier geht es zum Boxscore des Spiels gegen Aschersleben.

82:64 gegen SC Rasta Vechta – ETV mischt weiter oben mit

Die Basketballer vom Eimsbütteler TV treiben sich nach einem ungefährdeten 82:64 (42:32) über die Young Rastafari aus Vechta weiter in der Spitzengruppe der Ersten Regionalliga Nord herum. Dass sie mit nunmehr 6:1 Siegen schon im zweiten Jahr zum Establishment der Liga gehören, ist nicht von der Hand zu weisen. Ob  der letztjährige Aufsteiger auch ein Spitzenteam ist, könnte der nächste Spieltag zeigen.

Wer von den 234 anwesenden Zuschauern im Heimspiel gegen den SC Rasta Vechta noch nicht wusste, dass die Regionalliga-Basketballer des Eimsbütteler TV gerne mal ihr Glück von der Dreierlinie versuchen, der war spätestens nach der Schlusssirene schlauer. Und wer bislang dachte, Dreierspezialist Marcel Hoppe sei ein eindimensionaler Spieler, der wurde in eben diesem Spiel eines Besseren belehrt. 22 Punkte steuerte der 21-jährige Flügelspieler zum souveränen 82:64-Erfolg über den Bundesliga-Nachwuchs aus Niedersachsen bei – dem sechsten Sieg im siebten Saisonspiel. Und das, obwohl es in seiner Spezialdisziplin mit lediglich zwei Treffern bei neun Versuchen äußerst mäßig lief. Kleiner Trost für ihn: Auch Team-Leader Vid Uzukuraitis (3/12) und seinen anderem Teamkollegen ging es ähnlich: Lediglich acht von 36 Würfen von Downtown (22,2 Prozent) fanden den Weg ins Körbchen.

„Wir haben es heute vielleicht ein bisschen übertrieben. Aber Schützen müssen halt schießen“, verteidigte Headcoach Sükran „Süki“ Gencay ihre Schützlinge nach Spielende. Umso bemerkenswerter, dass die Gastgeber dennoch einen Weg fanden, den zweiten Heimsieg locker nach Hause zu fahren. Zumal der ETV arg ersatzgeschwächt ins Spiel ging und beim Abschlusstraining am Freitag sich nur sechs gesunde Spieler in der Halle tummelten. Auch Topscorer Tyseem Lyles konnte nur eingeschränkt üben, nachdem der Amerikaner beim dramatischen 57:55-Derbysieg in Bergedorf eine Woche zuvor umgeknickt war. „Ich wollte ihn eigentlich schonen und hatte ihm gesagt, er solle sich nicht zu sehr ins Getümmel stürzen. Das hat nur mäßig geklappt“, schmunzelte Trainerin Gencay rückblickend. Zwar fand der sonstige Topschütze nur selten seinen Wurfrhythmus (14 Punkte), glänzte aber dafür phasenweise als umsichtiger Passgeber (zehn Assists).

Schon nach dem ersten Viertel deutete beim Stand von 26:14 alles auf einen recht entspannten Nachmittag für die Eimsbütteler hin. Höhepunkt der ersten Abschnitts: ein krachender Dunking von Wühlmaus Leo Eckmann zum 22:7. Das zweite Viertel ging zwar mit 16:18 verloren, doch hatte der ETV die Lage weiter im Griff. Immer wenn der Ball schnell lief, schlug es ein im Lager der Jung-Rastafari. Erst recht, wenn auch noch die Hamburger schnell liefen – ein guter Fastbreak aus einer tollen Reboundarbeit heraus (50:38 im Vergleich) war diesmal ein Schlüssel zum Sieg.

Allerdings war der scheinbar satte Vorsprung auch etwas trügerisch, wie der Beginn der zweiten Halbzeit bewies. Acht Punkte am Stück der Gäste verkürzten den Abstand auf zwei Zähler (40:42), doch zu mehr sollte es nicht reichen. Denn Trainerin Süki griff tief in die Taktik-Werkzeugkiste und zauberte die eigentlich ungern genutzte Zonenverteidigung hervor. Gegen die miserabel treffenden Niedersachsen (Wurfquote gesamt: 31,4 Prozent) an diesem Tag genau das richtige Mittel. Lediglich Supertalent Luc van Slooten deutete bei Rasta zeitweise seine Klasse an (19 Punkte), doch unterliefen dem 17-Jährigen auch sieben Ballverluste – bezeichnend für Vechtas Vorstellung insgesamt.

So sorgten denn ein energischer 12:3-Schlussspurt im dritten Viertel für klare Verhältnisse, beim Stand von 63:44 durfte das letzte Mal verschnauft werden. Erwähnt seien in der Schlussbilanz neben Allzweckwaffe Hoppe auch noch Top-Rebounder Vladi Migunov (11 Boards) sowie sein Center-Kollege Thomas Trautwein, der untere anderem drei schicke Assists einstreute.

Bereits am kommenden Sonntag, den 17. November kommt es zur gewohnten Zeit von 16 Uhr in der Sporthalle Hohe Weide zum aktuellen Spitzenspiel der Regionalliga Nord. Dann empfängt der Tabellenvierte ETV Liga-Primus Aschersleben Tigers (beide 6:1). Den kompletten Boxscore vom Spiel gegen Vechta gibt es hier.

cj

62:82 gegen Wolmirstedt – Dämpfer für ETV-Basketballer

Das war deutlich: Die Regionalliga-Basketballer vom Eimsbütteler TV kassieren im Spitzenspiel gegen Aufstiegsaspirant SBB Baskets Wolmirstedt eine 62:82-Niederlage und stürzen damit nach drei Auftaktsiegen von der Tabellenspitze auf den Boden der Tatsachen.

Was sollte da anderes rauskommen als eine Niederlage? Schon vor dem ersten Sprungball im Basketball-Regionalliga-Spitzenspiel zwischen dem ETV Hamburg und den SBB Baskets Wolmirstedt sahen die rund 150 Fans in der Sporthalle Hohe Weide schwarz. Ganz in dunkel gekleidet liefen die Gäste aus Sachsen-Anhalt in Eimsbüttel auf – und sie sollten den Gastgebern die bislang schwärzeste Stunde der bisher so erfolgreich verlaufenden Saison bescheren. Dass es kein komplett schwarzer Tag für das Team von Headcoach Sükran Gencay wurde, lag an einer enormen Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit, die die Korbjäger aus dem Herzen Hamburgs sogar mit einem Punkt für sich entscheiden konnten.

Schon in den ersten Spielminuten wurde klar, dass die Aussichten an diesem Sonntag aus ETV-Sicht eher düster waren. Auf der einen Seite zogen die Magdeburger Vorstädter, die sich vor der Saison namhaft verstärkt hatten, auch ohne ihren besten Spieler Max Rockmann (Ex-Towers) groß auf. Körperliche Präsenz, gute Ballbewegung, Treffsicherheit von außen und eine aggressive Defense – die ebenfalls noch ungeschlagenen Baskets präsentierten alle Attribute einer Spitzenmannschaft. Auf der anderen Seite das genaue Gegenteil: Leichte Ballverluste – allein dreimal wurde der Ball nach Korbeinwurf dem Gegner überreicht –, Fehlversuche von der Dreierlinie und ein nicht vorhandenes Reboundverhalten brachten etwas, was man einen klassischen Fehlstart nennen darf. Magere zwölf Punkte (!) standen nach 17 Minuten auf der Habenseite – damit ist schwerlich ein Spiel zu gewinnen. Zumal auf der anderen Seite bereits 41 Zähler notiert waren. So dämmerte wohl nicht nur dem ein oder anderen Fan, dass die Tabellenführung in der Ersten Regionalliga kaum zu verteidigen sein würde.

Immerhin (er)gaben zwei Dreier von Marcel Hoppe und Tyseem Lyles plus ein weiterer Layup des Amerikaners direkt vor der großen Pause ein positives Signal und einen mit 23:44 nicht mehr ganz so tristen Zwischenstand. Und der Trend blieb des Eimsbüttelers Friend: Endlich fiel mal ein Dreier, endlich wurde der Druck in der Defense erhöht, endlich wurde um jeden Ball gefightet und endlich leisteten sich auch die Gäste die ein oder andere Schwäche. Höhepunkt eines sehr intensiven, aber immer fairen Spiels: eine Block-Party kurz vor der letzten Pause. So wurde es innerhalb weniger Sekunden gleich zweimal dunkel für Eimsbütteler Werfer, im Gegenzug demonstrierte Tyseem einem deutlich größeren Angreifer: nicht mit mir! Resultat: Nach dem dritten Viertel war der Rückstand immerhin auf 42:58 geschrumpft.

Doch zu mehr bzw. weniger als 15 Punkten Abstand reichte es nicht mehr für die tapfere ETV-Crew. Am Ende stand ein verdienter Sieg für Wolmirstedt, dessen Saisonziel Aufstieg in die Pro B heißt. „Die sind wirklich gut. Sie haben allerdings auch einen Sahnetag erwischt, während wir einfach zu schlecht ins Spiel gekommen sind. Aber Kompliment an meine Jungs, wie sie sich in der zweiten Halbzeit gesteigert haben“, urteilte Headcoach Süki nach der Schlusssirene. Auf ihr Team warten nun zwei Auswärtsaufgaben: erst beim Aufsteiger und Tabellenletzten Weser Baskets Bremen (19.10.), dann das Derby in Bergedorf (2.11.). Die ETV-Fans bekommen ihre Jungs erst wieder am 10.11. gegen Rasta Vechta II zu Gesicht (dann wieder um 16 Uhr), dafür aber auch gleich eine Woche später (17.11.) erneut, dann gegen die Tigers aus Aschersleben. Hier gibt es den Boxscore zum Spiel gegen Womirstedt.

94:72: ETV-Heimauftakt nach Maß gegen Rendsburg

Zweites Spiel, zweiter Sieg: Nach einem eher hart erkämpften 75:63 bei Aufsteiger TuS Bramsche gewinnen die Regionalliga-Basketballer vom Eimsbütteler TV auch ihr erstes Heimspiel der Saison. Der 94:72 (47:32)-Erfolg gegen die Rendsburg Twisters kann (fast) als Start-Ziel-Sieg gewertet werden.

 

Es war nicht zu übersehen: Eimsbüttel war heiß auf Körbe. Genau 193 Tage nach dem letzten Heimspiel in der Aufstiegssaison der Ersten Regionalliga freuten sich mehr als 250 Zuschauer in der vollgepackten Sporthalle Hohe Weide auf ein Wiedersehen mit ihren Helden: den Basketballern vom ETV. Und sie sollten nicht enttäuscht werden. Am Tag der Einheit präsentierten sich die Schützlinge von Coach Sükran Gencay als ebensolche und bezwangen die Rendsburg Twisters mit 94:72 (47:32). Erfreuliche Erkenntnis: Trotz der Souveränität ist noch Luft nach oben. Und: Auch ohne Leistungsträger in überragender Form können die Hamburger ein Spiel in der vierthöchsten Liga dominieren.

Eröffnet wurde die Partie gegen die alten Bekannten – neben den beiden Spielen vergangene Saison hatte man die Kanalstädter auch beim Vorbereitungsturnier zu Gast – standesgemäß per Dreier vom Chef: Vid Uzkuraitis netzte von Downtown ein. Neben ihm standen wie gewohnt Tyseem Lyles, Leo Eckmann und Marcel Hoppe sowie neu Energizer Kwame Ofori in der Starting Five. Nachdem auch Kapitän Leo getroffen hatte, entwickelte sich im ersten Viertel ein Schlagabtausch, bei dem die Rendsburger beim Stand von 17:18 zum ersten und einzigen Mal in der Partie in Führung gingen. Um erst gar keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, beantwortete Tyseem den zaghaften Versuch mit zwei Dreiern zur 23:18-Führung nach dem ersten Viertel. Doch damit nicht genug: Ein satter 14:5-Lauf – abgeschlossen mit einem Touchdown-würdigen Pass von „Quarterback“ Vid auf „Runningback“ Marcel brachte einen 15-Punkte-Vorsprung (37:32) für die ETV-Korbjäger, der auch im Laufe der folgenden Minuten immer in etwa der Maßstab blieb.

So auch im dritten Viertel, das beim Halbzeitstand von 47:32 aufgenommen wurde. Auch dieser Durchgang ging schließlich mit 22:20 an die Gastgeber, obwohl sich im Abschluss so manches Mal Pech und Unkonzentriertheit abwechselten. Dafür funktionierte das Teamplay an beiden Enden des Spielfeldes. Zehn Ballgewinne und satte 19 Assists sind Ausdruck einer veritablen Mannschaftsleistung, an der sich nahezu alle beteiligten – bis auf den ohnehin studienstressgeplagten Fabian Paetsch, der schon nach wenigen Minuten Einsatzzeit umknickte. Gute Besserung! Dabei fiel auch auf, dass alle eingesetzten Neuzugänge dem Team mehr Tiefe als in der Vorsaison verleihen. Zudem fiel der Threeball (12 von 29) mit 41,4 Prozent außerordentlich gut, vor allem bei Tyseem (4/7) und Marcel (3/5), der schließlich auch mit 22 Punkten ETV-Topscorer wurde.

Überflüssig zu erwähnen, dass auch das vierte Viertel an die Gastgeber ging (25:20), sodass am Ende ein ungefährdeter 94:72-Sieg stand, der zweite in der noch jungen Saison nach dem 75:63-Auftakterfolg bei Aufsteiger TuS Bramsche in Niedersachsen. Coach Süki war entsprechend froh nach der Schlusssirene: „Es war ganz schön anstrengend. Man hat den Jungs am Anfang ein bisschen die Nervosität in der frühen Saisonphase angesehen. Wir können uns noch steigern.“ Der Blick auf die Tabelle ist nach der Zitter-Premierensaison in der Ersten Regionalliga noch etwas ungewohnt: Denn da grüßt der ehemalige Abstiegskandidat ETV als Tabellenführer – und freut sich schon auf das nächste Heimspiel am 13. Oktober um 15.30 Uhr (Hohe Weide) gegen die Baskets Wolmirstedt. Hier gibt es die vollständige Statistik zum Spiel.

cj

Eimsbütteler Basketballer testen den Ernstfall – Platz zwei bei eigenem Vorbereitungsturnier

Die Basketballer vom Eimsbütteler Turnverband belegen nach einem Sieg und einer finalen Niederlage Platz zwei beim eigenen Vorbereitungsturnier auf die neue Regionalligasaison.

Was tut man am besten, wenn man den Ernstfall für die neue Saison proben möchte? Richtig, man holt Gegner aus der eigenen Liga zu sich nach Hause. So testeten die Basketballer des Eimsbütteler TV ihre Form vor dem Regionalligastart bei einem Einladungsturnier in der Sporthalle Hohe Weide. Mit dabei: Aufsteiger Weser Baskets Bremen sowie zwei etablierte Vertreter mit dem VfL Stade und den BBC Rendsburg Twisters.

Zunächst gab es gegen Liganeuling Bremen einen lockeren 95:66-Sieg, der schon zur Halbzeit beim Stand von 52:31 quasi in trockenen Tüchern war. Und das, obwohl sich unglücklicherweise Vid Uzkuraitis beim Aufwärmen leicht am Rücken verletzte, weswegen er das gesamte Turnier nur als Zuschauer erlebte. Dafür war Tyseem Lyles bereits wieder in Hochform. Der Amerikaner war nur wenige Tage nach seiner Rückkehr nach Deutschland mit 26 Punkten bester Werfer. Erfreulicherweise wird der Liga-Topscorer der vergangenen Saison weiter für den ETV auf Korbjagd gehen.

Im Finale wartete dann mit dem VfL Stade ein etwas härterer Brocken. Die Hamburger Vorstädter, die im Frühjahr im Ligabetrieb noch mit 90:79 niedergerungen werden konnten, spielten diesmal ihre ganze Routine, Treffsicherheit und taktische Cleverness aus und krönten sich mit einem 82:75 zum Turniersieger in Eimsbüttel. Daran konnte auch der überragende Auftritt von Kwame Ofori nichts ändern. Der Football-Erstligaspieler der Kiel Baltic Hurricanes, der am Vortag noch auf Touchdown-Jagd war, überzeugte an beiden Enden des Feldes und wurde mit 17 Zählern erfolgreichster Punktesammler der Gastgeber.

ETV-Trainerin Sükran Gencay war trotz der Niederlage nicht unzufrieden mit den Auftritten ihres Teams: „Für den jetzigen Stand der Vorbereitung war das völlig okay. Vielleicht war die Finalniederlage sogar ganz gut, um nicht zu euphorisch zu werden.“ Ein Lob gab es auch für die Neuen, die die ETV-Korbjäger in der zweiten Saison in der Ersten Regionalliga verstärken sollen: Aleksandar Postic, Maksim Kokorus, Thomas Trautwein (alle Rist Wedel) und Kai Nagora (Bramfelder SV). „Sie passen alle spielerisch wie menschlich top ins Team“, urteilte Süki Gencay. Vor allem Postic deutete mit seiner Wurfstärke an, dass er für noch mehr Feuergefahr von außen in der kommenden Saison sorgen könnte.

Der Startschuss für die neue Spielzeit fällt für die Korbjäger aus dem Herzen Hamburgs am 28. September 2019 bei einem anderen Aufsteiger, dem TuS Ademax Red Devils Bramsche. Das erste Heimspiel steigt dann am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, um 16 Uhr in der Sporthalle Hohe Weide. Gast ist dann ein Testgegner vom Wochenende: die Rendsburg Twisters. Möglicherweise bleibt den Fans diesmal ein langes Zittern wie in der Premierensaison erspart: Da diesmal nur 13 Teams in der Liga vertreten sind, werden nur zwei Absteiger ermittelt.

Christian Jeß

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