62:82 gegen Wolmirstedt – Dämpfer für ETV-Basketballer

Das war deutlich: Die Regionalliga-Basketballer vom Eimsbütteler TV kassieren im Spitzenspiel gegen Aufstiegsaspirant SBB Baskets Wolmirstedt eine 62:82-Niederlage und stürzen damit nach drei Auftaktsiegen von der Tabellenspitze auf den Boden der Tatsachen.

Was sollte da anderes rauskommen als eine Niederlage? Schon vor dem ersten Sprungball im Basketball-Regionalliga-Spitzenspiel zwischen dem ETV Hamburg und den SBB Baskets Wolmirstedt sahen die rund 150 Fans in der Sporthalle Hohe Weide schwarz. Ganz in dunkel gekleidet liefen die Gäste aus Sachsen-Anhalt in Eimsbüttel auf – und sie sollten den Gastgebern die bislang schwärzeste Stunde der bisher so erfolgreich verlaufenden Saison bescheren. Dass es kein komplett schwarzer Tag für das Team von Headcoach Sükran Gencay wurde, lag an einer enormen Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit, die die Korbjäger aus dem Herzen Hamburgs sogar mit einem Punkt für sich entscheiden konnten.

Schon in den ersten Spielminuten wurde klar, dass die Aussichten an diesem Sonntag aus ETV-Sicht eher düster waren. Auf der einen Seite zogen die Magdeburger Vorstädter, die sich vor der Saison namhaft verstärkt hatten, auch ohne ihren besten Spieler Max Rockmann (Ex-Towers) groß auf. Körperliche Präsenz, gute Ballbewegung, Treffsicherheit von außen und eine aggressive Defense – die ebenfalls noch ungeschlagenen Baskets präsentierten alle Attribute einer Spitzenmannschaft. Auf der anderen Seite das genaue Gegenteil: Leichte Ballverluste – allein dreimal wurde der Ball nach Korbeinwurf dem Gegner überreicht –, Fehlversuche von der Dreierlinie und ein nicht vorhandenes Reboundverhalten brachten etwas, was man einen klassischen Fehlstart nennen darf. Magere zwölf Punkte (!) standen nach 17 Minuten auf der Habenseite – damit ist schwerlich ein Spiel zu gewinnen. Zumal auf der anderen Seite bereits 41 Zähler notiert waren. So dämmerte wohl nicht nur dem ein oder anderen Fan, dass die Tabellenführung in der Ersten Regionalliga kaum zu verteidigen sein würde.

Immerhin (er)gaben zwei Dreier von Marcel Hoppe und Tyseem Lyles plus ein weiterer Layup des Amerikaners direkt vor der großen Pause ein positives Signal und einen mit 23:44 nicht mehr ganz so tristen Zwischenstand. Und der Trend blieb des Eimsbüttelers Friend: Endlich fiel mal ein Dreier, endlich wurde der Druck in der Defense erhöht, endlich wurde um jeden Ball gefightet und endlich leisteten sich auch die Gäste die ein oder andere Schwäche. Höhepunkt eines sehr intensiven, aber immer fairen Spiels: eine Block-Party kurz vor der letzten Pause. So wurde es innerhalb weniger Sekunden gleich zweimal dunkel für Eimsbütteler Werfer, im Gegenzug demonstrierte Tyseem einem deutlich größeren Angreifer: nicht mit mir! Resultat: Nach dem dritten Viertel war der Rückstand immerhin auf 42:58 geschrumpft.

Doch zu mehr bzw. weniger als 15 Punkten Abstand reichte es nicht mehr für die tapfere ETV-Crew. Am Ende stand ein verdienter Sieg für Wolmirstedt, dessen Saisonziel Aufstieg in die Pro B heißt. „Die sind wirklich gut. Sie haben allerdings auch einen Sahnetag erwischt, während wir einfach zu schlecht ins Spiel gekommen sind. Aber Kompliment an meine Jungs, wie sie sich in der zweiten Halbzeit gesteigert haben“, urteilte Headcoach Süki nach der Schlusssirene. Auf ihr Team warten nun zwei Auswärtsaufgaben: erst beim Aufsteiger und Tabellenletzten Weser Baskets Bremen (19.10.), dann das Derby in Bergedorf (2.11.). Die ETV-Fans bekommen ihre Jungs erst wieder am 10.11. gegen Rasta Vechta II zu Gesicht (dann wieder um 16 Uhr), dafür aber auch gleich eine Woche später (17.11.) erneut, dann gegen die Tigers aus Aschersleben. Hier gibt es den Boxscore zum Spiel gegen Womirstedt.

94:72: ETV-Heimauftakt nach Maß gegen Rendsburg

Zweites Spiel, zweiter Sieg: Nach einem eher hart erkämpften 75:63 bei Aufsteiger TuS Bramsche gewinnen die Regionalliga-Basketballer vom Eimsbütteler TV auch ihr erstes Heimspiel der Saison. Der 94:72 (47:32)-Erfolg gegen die Rendsburg Twisters kann (fast) als Start-Ziel-Sieg gewertet werden.

 

Es war nicht zu übersehen: Eimsbüttel war heiß auf Körbe. Genau 193 Tage nach dem letzten Heimspiel in der Aufstiegssaison der Ersten Regionalliga freuten sich mehr als 250 Zuschauer in der vollgepackten Sporthalle Hohe Weide auf ein Wiedersehen mit ihren Helden: den Basketballern vom ETV. Und sie sollten nicht enttäuscht werden. Am Tag der Einheit präsentierten sich die Schützlinge von Coach Sükran Gencay als ebensolche und bezwangen die Rendsburg Twisters mit 94:72 (47:32). Erfreuliche Erkenntnis: Trotz der Souveränität ist noch Luft nach oben. Und: Auch ohne Leistungsträger in überragender Form können die Hamburger ein Spiel in der vierthöchsten Liga dominieren.

Eröffnet wurde die Partie gegen die alten Bekannten – neben den beiden Spielen vergangene Saison hatte man die Kanalstädter auch beim Vorbereitungsturnier zu Gast – standesgemäß per Dreier vom Chef: Vid Uzkuraitis netzte von Downtown ein. Neben ihm standen wie gewohnt Tyseem Lyles, Leo Eckmann und Marcel Hoppe sowie neu Energizer Kwame Ofori in der Starting Five. Nachdem auch Kapitän Leo getroffen hatte, entwickelte sich im ersten Viertel ein Schlagabtausch, bei dem die Rendsburger beim Stand von 17:18 zum ersten und einzigen Mal in der Partie in Führung gingen. Um erst gar keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, beantwortete Tyseem den zaghaften Versuch mit zwei Dreiern zur 23:18-Führung nach dem ersten Viertel. Doch damit nicht genug: Ein satter 14:5-Lauf – abgeschlossen mit einem Touchdown-würdigen Pass von „Quarterback“ Vid auf „Runningback“ Marcel brachte einen 15-Punkte-Vorsprung (37:32) für die ETV-Korbjäger, der auch im Laufe der folgenden Minuten immer in etwa der Maßstab blieb.

So auch im dritten Viertel, das beim Halbzeitstand von 47:32 aufgenommen wurde. Auch dieser Durchgang ging schließlich mit 22:20 an die Gastgeber, obwohl sich im Abschluss so manches Mal Pech und Unkonzentriertheit abwechselten. Dafür funktionierte das Teamplay an beiden Enden des Spielfeldes. Zehn Ballgewinne und satte 19 Assists sind Ausdruck einer veritablen Mannschaftsleistung, an der sich nahezu alle beteiligten – bis auf den ohnehin studienstressgeplagten Fabian Paetsch, der schon nach wenigen Minuten Einsatzzeit umknickte. Gute Besserung! Dabei fiel auch auf, dass alle eingesetzten Neuzugänge dem Team mehr Tiefe als in der Vorsaison verleihen. Zudem fiel der Threeball (12 von 29) mit 41,4 Prozent außerordentlich gut, vor allem bei Tyseem (4/7) und Marcel (3/5), der schließlich auch mit 22 Punkten ETV-Topscorer wurde.

Überflüssig zu erwähnen, dass auch das vierte Viertel an die Gastgeber ging (25:20), sodass am Ende ein ungefährdeter 94:72-Sieg stand, der zweite in der noch jungen Saison nach dem 75:63-Auftakterfolg bei Aufsteiger TuS Bramsche in Niedersachsen. Coach Süki war entsprechend froh nach der Schlusssirene: „Es war ganz schön anstrengend. Man hat den Jungs am Anfang ein bisschen die Nervosität in der frühen Saisonphase angesehen. Wir können uns noch steigern.“ Der Blick auf die Tabelle ist nach der Zitter-Premierensaison in der Ersten Regionalliga noch etwas ungewohnt: Denn da grüßt der ehemalige Abstiegskandidat ETV als Tabellenführer – und freut sich schon auf das nächste Heimspiel am 13. Oktober um 15.30 Uhr (Hohe Weide) gegen die Baskets Wolmirstedt. Hier gibt es die vollständige Statistik zum Spiel.

cj

Eimsbütteler Basketballer testen den Ernstfall – Platz zwei bei eigenem Vorbereitungsturnier

Die Basketballer vom Eimsbütteler Turnverband belegen nach einem Sieg und einer finalen Niederlage Platz zwei beim eigenen Vorbereitungsturnier auf die neue Regionalligasaison.

Was tut man am besten, wenn man den Ernstfall für die neue Saison proben möchte? Richtig, man holt Gegner aus der eigenen Liga zu sich nach Hause. So testeten die Basketballer des Eimsbütteler TV ihre Form vor dem Regionalligastart bei einem Einladungsturnier in der Sporthalle Hohe Weide. Mit dabei: Aufsteiger Weser Baskets Bremen sowie zwei etablierte Vertreter mit dem VfL Stade und den BBC Rendsburg Twisters.

Zunächst gab es gegen Liganeuling Bremen einen lockeren 95:66-Sieg, der schon zur Halbzeit beim Stand von 52:31 quasi in trockenen Tüchern war. Und das, obwohl sich unglücklicherweise Vid Uzkuraitis beim Aufwärmen leicht am Rücken verletzte, weswegen er das gesamte Turnier nur als Zuschauer erlebte. Dafür war Tyseem Lyles bereits wieder in Hochform. Der Amerikaner war nur wenige Tage nach seiner Rückkehr nach Deutschland mit 26 Punkten bester Werfer. Erfreulicherweise wird der Liga-Topscorer der vergangenen Saison weiter für den ETV auf Korbjagd gehen.

Im Finale wartete dann mit dem VfL Stade ein etwas härterer Brocken. Die Hamburger Vorstädter, die im Frühjahr im Ligabetrieb noch mit 90:79 niedergerungen werden konnten, spielten diesmal ihre ganze Routine, Treffsicherheit und taktische Cleverness aus und krönten sich mit einem 82:75 zum Turniersieger in Eimsbüttel. Daran konnte auch der überragende Auftritt von Kwame Ofori nichts ändern. Der Football-Erstligaspieler der Kiel Baltic Hurricanes, der am Vortag noch auf Touchdown-Jagd war, überzeugte an beiden Enden des Feldes und wurde mit 17 Zählern erfolgreichster Punktesammler der Gastgeber.

ETV-Trainerin Sükran Gencay war trotz der Niederlage nicht unzufrieden mit den Auftritten ihres Teams: „Für den jetzigen Stand der Vorbereitung war das völlig okay. Vielleicht war die Finalniederlage sogar ganz gut, um nicht zu euphorisch zu werden.“ Ein Lob gab es auch für die Neuen, die die ETV-Korbjäger in der zweiten Saison in der Ersten Regionalliga verstärken sollen: Aleksandar Postic, Maksim Kokorus, Thomas Trautwein (alle Rist Wedel) und Kai Nagora (Bramfelder SV). „Sie passen alle spielerisch wie menschlich top ins Team“, urteilte Süki Gencay. Vor allem Postic deutete mit seiner Wurfstärke an, dass er für noch mehr Feuergefahr von außen in der kommenden Saison sorgen könnte.

Der Startschuss für die neue Spielzeit fällt für die Korbjäger aus dem Herzen Hamburgs am 28. September 2019 bei einem anderen Aufsteiger, dem TuS Ademax Red Devils Bramsche. Das erste Heimspiel steigt dann am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, um 16 Uhr in der Sporthalle Hohe Weide. Gast ist dann ein Testgegner vom Wochenende: die Rendsburg Twisters. Möglicherweise bleibt den Fans diesmal ein langes Zittern wie in der Premierensaison erspart: Da diesmal nur 13 Teams in der Liga vertreten sind, werden nur zwei Absteiger ermittelt.

Christian Jeß

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