ETV-Basketballer gegen Bochum: Favoriten-Check noch ohne Schnelltests

Hamburg, 25. November 2020 – Vor der vielleicht größten sportlichen Herausforderung der Saison stehen die Aufsteiger des Eimsbütteler TV am 7. Spieltag der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB Nord. Am Samstag, den 28. November 2020 um 19.30 Uhr tritt mit dem VfL SparkassenStars Bochum der laut Experten größte von vier Titelfavoriten der Liga (neben den Itzehoe Eagles, den EN Baskets Schwelm und den WWU Baskets Münster) in der Sporthalle Wandsbek an (kostenloser Livestream auf Sportdeutschland.tv).

 

Mit den Ex-Towers Lars Kamp und Marius Behr (derzeit verletzt) sowie dem früheren Wedeler Cheftrainer Felix Banobre baut der aktuelle Tabellenführer (4 Siege, 1 Niederlage) auf drei alte Bekannte aus der Hansestadt. Wichtigste Figur ist jedoch 3×3-Nationalspieler Niklas Geske (kam von Phoenix Hagen aus der ProA zurück an die Ruhr), der einer der besten Allrounder der Liga ist und Erstligaerfahrung (Hagen, Vechta, Ludwigsburg) vorzuweisen hat. Letzteres gilt auch für Center Johannes Joos (kam vom FC Schalke), mit Elijah Allen (Iserlohn) und Lamar Mallory (Elchingen) wurden zudem vor der Saison weitere exzellente Scorer von Konkurrenten aus der ProB geholt. Ob der Spanier Miquel „Miki“ Servera mitwirken kann, ist wegen einer Muskelverletzung offen.

 

Bei den Gastgebern sind alle Spieler einsatzfähig. Headcoach Sükran Gencay stand nach der unglücklichen 74:75-Niederlage in letzter Sekunde am vergangenen Wochenende bei Lok Bernau vor der nicht leichten Aufgabe, ihre Spieler, aber auch sich selbst wieder aufzubauen. Jetzt richtet sich der Blick bei den Korbjägern aus dem Herzen Hamburgs nach vorne: „Die nächsten Wochen haben es in sich. Zum einen, weil wir auf sehr starke Gegner treffen. Und zum anderen, weil wir sehr wenig Zeit für Vorbereitung und Regeneration haben. Aber wir gehen positiv an die Sache ran und freuen uns auf die Herausforderungen, auch weil das letzte Spiel ein großer Schritt nach vorne war“, sagt die 34-Jährige. Bereits am kommenden Dienstag, den 1. Dezember um 20.30 Uhr taucht mit den Baskets Schwelm der nächste Aufstiegsaspirant unter den Hamburger Körben auf.

 

Weder gegen Bochum noch gegen Schwelm, sondern erst ab dem 5. Dezember greifen werden die jüngst gemeinschaftlich beschlossenen verschärften Corona-Bestimmungen in der BARMER 2. Basketball Bundesliga. Als Reaktion auf das dynamische Pandemiegeschehen in Deutschland sprach sich die Liga für wöchentlich verpflichtende Covid-19-Schnelltests am Spieltag für alle Spieler, Trainer und Schiedsrichter/Kommissare aus. Schon bei einem positiven Testergebnis innerhalb der beiden beteiligten Mannschaften würde die Begegnung abgesagt. Aufgrund von zwei Coronafällen im ETV-Team Mitte Oktober waren bereits die ersten drei Partien des Aufsteigers, darunter die gegen Schwelm, verlegt worden.

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74:75-Niederlage in Bernau – ETV-Basketballer hadern mit Schiedsrichterentscheidung

Hamburg, 22. November 2020 – Mit einer unglücklichen 74:75 (23:25, 45:44, 60:65)-Niederlage im Gepäck ist der Eimsbütteler TV von seinem ersten „echten“ Auswärtsspiel in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB Nord der Herren bei Lok Bernau zurückgekehrt. Nach einer umstrittenen Entscheidung des Schiedsrichtergespanns 3,3 Sekunden vor dem Spiel beim Stand von 74:73 für den ETV blieben die Gastgeber aus der Nähe von Berlin in Ballbesitz – den sie zwei Sekunden später prompt zum siegbringenden Korb nutzten.

ETV-Trainerin Sükran Gencay haderte nach einer schlaflosen Nacht entsprechend mit den Unparteiischen, die sich in der undurchsichtigen Situation zunächst uneinig waren:  „Ich kann mich in meiner Basketballkarriere nicht an einen so spielentscheidenden Pfiff erinnern. Da war kein Kontakt, nichts“, beschrieb die 34-Jährige die Reboundszene, in der ihr Guard Abdulai Abaker vom ersten Unparteiischen ein Foul attestiert bekam. Dessen Kollege hatte im gleichen Moment ein Vergehen eines Lok-Spielers am erneut überragenden ETV-Rückkehrer Mubarak Salami (30 Punkte) gesehen.

Zuvor hatten die Korbjäger aus dem Herzen Hamburgs als Aufsteiger dem Favoriten einen Kampf auf Augenhöhe geliefert, sich gegenüber der 78:94-Heimniederlage vor Wochenfrist gegen die TKS 49ers aus Stahnsdorf deutlich gesteigert. Mehrfach wechselte in einem fairen Spiel die Führung – leider aus Sicht der Korbjäger aus dem Herzen Hamburgs eine Sekunde vor der Schlusssirene das letzte Mal. „Heute ärgere ich mich noch über den Pfiff, morgen werde ich die Jungs wahrscheinlich für ihr gutes Spiel loben. Sie hatten sich wirklich viel vorgenommen, die Aggressivität hat gestimmt. Glückwunsch an Bernau, die sind wirklich alle gut ausgebildet und trotz ihres jungen Alters schon sehr erfahren“, resümierte Headcoach Gencay.

Als nächstes warten nur zwei Heimspiele auf die ETV-Basketballer. Am Samstag, den 28. November 2020 um 19.30 Uhr kommt Liga-Topfavorit VfL SparkassenStars Bochum mit den Ex-Towers-Profis Lars Kamp und Marius Behr sowie dem früheren Wedeler Coach Felix Banobre in die Sporthalle Wandsbek. Drei Tage später, 1. Dezember um 20.30 Uhr, folgt das Nachholspiel gegen die ebenfalls hoch eingeschätzten EN Baskets Schwelm.

ETV in Bernau: Salami (30 Punkte/6 Rebounds/3 Assists), Uzkuraitis (14 Punkte/6 Rebounds), Abaker (11 Punkte/4 Rebounds/6 Assists), Lungongo (7 Punkt/5 Rebounds), Hoppe (5 Punkte/5 Rebounds), Paetsch (3 Punkte/1 Rebound), Migunov (2 Punkte/1 Rebound/1 Assist), Gust (2 Punkte/1 Rebound), Eckmann (10 Rebounds), Ofori (1 Rebound/1 Assist), Tittel, Büürma

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ETV-Basketballer reisen zum Meister-Nachwuchs

Hamburg, 18. November 2020 – Auf ihre erste große Reise nach ihrem Aufstieg gehen die Herren des Eimsbütteler TV am 6. Spieltag der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB Nord. Geschätzt drei Stunden Fahrtzeit müssen die Schützlinge von Headcoach Sükran Gencay wohl an diesem Wochenende einplanen für die knapp 300 Kilometer bis nach Bernau, eine 40.000 Einwohner zählende Stadt nordöstlich von Berlin. Nachdem der Saisonstart in Sandersdorf der Corona-Quarantäne zum Opfer gefallen war und der Sieg in Wedel (91:88 n.V.) quasi vor der Haustür gefeiert wurde, findet am Samstag, den 21. November, um 19 Uhr beim Tabellensiebten Lok Bernau  das erste „richtige Auswärtsspiel“ des ETV (Platz zehn) statt.

 

Dabei wollen die Korbjäger aus dem Herzen Hamburgs sich ein wenig rehabilitieren für den durchwachsenen Auftritt vor Wochenfrist im ersten Heimspiel gegen die TKS 49ers aus Stahnsdorf (78:94). Gencay, die höchstklassige Herrentrainerin im deutschen Basketball, hatte in der Sporthalle Wandsbek noch Abstimmungsprobleme und eine lange Zeit fahrige Defense beklagt. Keine große Überraschung nach dem 14-tägigen Hausarrest wegen zweier Coronafälle im Team und dem daraus resultierenden Mangel an Spiel- und Trainingspraxis. „Aber es war nicht alles schlecht gegen Stahnsdorf. Wir müssen einfach geduldig sein“, erklärte die 34-Jährige.

 

Lok Bernau ist das sogenannte Farmteam des amtierenden Deutschen Meisters ALBA Berlin und mit einem Durchschnittsalter von 21,8 Jahren wie so oft eine der jüngsten Mannschaften der Liga. Mit Guard Malte Delow (19) und Forward Lorenz Brenneke (20) sammelten die beiden talentiertesten unter vielen talentierten Spielern schon Erstligaerfahrung im Team von ALBA-Trainerlegende Aito Garcia Reneses (73). Außerdem taucht mit Elias Rödl (18), Sohn von Basketball-Bundestrainer Henrik Rödl, ein illustrer Name im Roster der Brandenburger auf. Von den bisherigen fünf Saisonspielen gewann das Team von Headcoach René Schilling zwei, allerdings bespielten die Berliner Vorstädter auch bereits die drei Aufstiegsmitfavoriten Schwelm (70:78), Münster (68:67) und Itzehoe (78:74) sowie Tabellenführer Düsseldorf (74:76). Die Partie Lok Bernau gegen den ETV Hamburg gibt es am Samstag live in einem kostenlosen Stream auf Sportdeutschland.tv(https://sportdeutschland.tv/basketball/prob-nord-lok-bernau-etv-hamburg).

 

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Tag der offenen Tür trotz Corona-Beschränkungen: ETV-Basketballer verlieren Zweitliga-Heimpremiere

Hamburg, 15. November 2020 – Den Basketballern des Eimsbütteler TV ist der große Wurf bei ihrer Heimpremiere nach dem Zweitligaaufstieg nicht gelungen. Eine Woche nach dem 91:88-Sieg nach Verlängerung beim SC Rist Wedel verloren sie bei ihrem ersten Auftritt auf Hamburger Boden in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB Nord mit 78:94 (19:27, 38:54, 60:77) gegen die TKS 49ers aus Stahnsdorf (Brandenburg) und zeigten sich dabei nur bedingt abwehrbereit. Obwohl wegen der herrschenden Corona-Beschränkungen die Eingänge der Sporthalle Wandsbek für Zuschauer geschlossen blieben, schienen die Eimsbütteler unter ihrem eigenen Korb zeitweise einen Tag der offenen Tür zu veranstalten.

 

Bereits nach wenigen Sekunden setzte der Litauer Karolis Babkauskas mit einem verwandelten Dreipunktewurf aus der Ecke den Ton des ersten Viertels. Denn es sollte nicht der einzige Treffer der Gäste von Downtown bleiben. Zwar antwortete sein Landsmann Vidmantas Uzkuraitis auf Seiten der Hamburger postwendend mit einem Treffer von beyond the arc, doch Babkauskas legte von gleicher Stelle wieder vor. Es folgten an der Freiwurflinie die ersten beiden Punkte von ETV-Neuzugang Mubarak Salami, der vergangenen Saison noch für die 49ers auf Korbjagd gegangen war. Der 24-Jährige war nach seinem dominanten Auftritt in Wedel erneut bester Spieler des Aufsteigers, konnte aber am Ende die Niederlage ebenfalls nicht verhindern. Als nach knapp fünfeinhalb Minuten bereits der fünfte Distanzschuss im Korb der Eimsbütteler einschlug, sah sich Headcoach Sükran Gencay (34) zur ersten Auszeit gezwungen. Die fruchtete offenbar. Uzkuraitis per Dreier und der zweite wichtige ETV-Neuzugang, Abdulai Abaker, per Steal und Layup verkürzten den Rückstand auf 19:22. Mit einem 19:27 ging es schließlich in die erste kleine Pause – dabei hatte sich der ETV drei Viertel seiner Punkte aus dem Dreierland eingefangen (4 Babkauskas, 3 Yannick Hildebrandt).

 

Auch zu Beginn des zweiten Viertels zeigten sich die Probleme der Gastgeber in der Switch-Verteidigung, die immer wieder zu offenen Würfen für die Gäste führten. Immerhin: Schon bald verkürzten Uzkuraitis und Salami aus der Distanz auf 25:31, ETV-Energizer Leo Eckmann kümmerte sich um den einen Kopf größeren US-Center Malik Toppin – der nach Verletzung wieder die Zone dominierte. Apropos Zone: Der ETV versuchte es kurzzeitig erneut mit der in Wedel so wirksamen 3-2-Zonenverteidigung, leider aus Sicht der Gastgeber drehte mit Sebastian Fülle nun ein weiterer 49ers-Scharfschütze mit drei erfolgreichen Dreiern auf. Die Klasse des Duos Babkauskas/Toppin zeigte sich dann bei einem And-one des Amerikaners nach einem Klassezuspiel des Litauers. Kurz darauf hatte sich der TKS-Sturm ein wenig gelegt, doch hatten die Brandenburger beim 38:54  zur Halbzeitpause schon einen komfortablen Vorsprung herausgeschossen.

 

Zu Beginn des dritten Viertels geschah auf Seiten der Stahnsdorfer Unglaubliches: Hildebrandts erster Dreierversuch ging daneben, auch der zweite Versuch von Fülle verfehlte sein Ziel. ETV-Coach Gencay brachte den Football-erfahrenen Kwame Ofori und generell mehr Aggressivität in der Defense ins Spiel, beim Stand von 49:56 war wieder ein Hoffnungsschimmer am Eimsbütteler Horizont zu sehen. Aber nur kurze Zeit: Nach zwei Ballverlusten und zwei abgegebenen Defensivrebounds wurde es durch einen Babkauskas-Dreier mit freundlicher Unterstützung des Rings und einen Layup von Fülle wieder düsterer. Uzukuraitis indes gab sich noch nicht geschlagen und verkürzte von Downtown auf 52:63, ehe zwei technische Fouls gegen ihn und Salami etwaige Aufbruchstimmung im Keim erstickten. Babkauskas ließ sich zweimal bitten und verwandelte von der Freiwurflinie sicher. Erste Auflösungserscheinungen versuchte Gencay dann mit einer Auszeit beim Stand von 52:69 zu stoppen – nur teilweise mit Erfolg. Die Defense der Hamburger präsentierte sich weiterhin viel zu löchrig, die Brandenburger reboundeten, passten und trafen weiter nach Belieben.

 

Auch zu Beginn des letzten Spielabschnitts setzte sich in der für Zuschauer geschlossenen Halle der Tag der offenen Tür unter den Körben fort. Salami und Abaker nutzten das auf der einen Seite, leider aber konnte Babkauskas alles irgendwie noch besser. Beim Stand von 64:84 sieben Minuten vor Schluss war Frage nach dem Sieger bereits so gut wie beantwortet. Weiter als auf 14 Punkte konnten die Aufsteiger trotz ungebrochenen Kampfgeistes den Rückstand nicht verkürzen. Kuhn besorgte mit einem Korbleger in der Schlusssekunde den 78:94-Endstand.

 

ETV-Chefcoach Sükran Gencay zog folgendes Fazit: „Wir hatten heute viele Höhen und Tiefen in unserem Spiel, aber insgesamt gesehen waren die 49ers deutlich besser, das muss man wirklich anerkennen. Sie haben unsere Abstimmungsprobleme in der Verteidigung gnadenlos ausgenutzt, das haben wir erst spät im Spiel besser gemacht. Man darf aber auch nicht vergessen, dass Stahnsdorf sein fünftes Saisonspiel hatte und wir wegen der Corona-bedingten Quarantäne erst unser zweites. Wir müssen einfach geduldig sein, es war nicht alles schlecht heute.“

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ETV-Basketballer wollen im ersten Heimspiel in der neuen Liga gegen TKS 49ers nachlegen

Hamburg, 11. November 2020 – Eine Premiere jagt die vorherige: Nach dem geschichtsträchtigen 91:88-Sieg nach Verlängerung beim SC Rist Wedel – dem ersten Erfolg im ersten Spiel in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB Nord – wollen die Aufsteiger des Eimsbütteler TV am Wochenende gegen die TKS 49ers aus Stahnsdorf nachlegen. Für die Korbjäger aus dem Herzen Hamburgs ist es am 5. Spieltag die Heimpremiere in der neuen Liga, nachdem die ersten beiden Versuche zu Hause gegen die EN Baskets Schwelm und die RheinStars Köln Corona-bedingt verschoben werden mussten. Der Jump erfolgt am Sonntag, den 15. November 2020 um 16 Uhr vor leeren Zuschauerrängen in der Sporthalle Wandsbek, der neuen Spielstätte der ETV-Herren in dieser Saison.

ETV-Headcoach Sükran Gencay (34) hofft auf ein weiteres Erfolgserlebnis im zweiten Saisonspiel, das unter ganz anderen Vorzeichen angegangen werden kann als noch die Partie in Wedel. Dort waren die Eimsbütteler nach einer zweiwöchigen Quarantäne mit nur fünf Trainingseinheiten als Vorbereitung aufgelaufen, hatten aber dennoch die Gunst der Stunde gegen eine stark ersatzgeschwächte Risters-Mannschaft nutzen können. Gegen die 49ers, Ex-Team von ETV-Neuzugang Mubarak Salami (24), erwartet Gencay eine äußerst knifflige Aufgabe: „Stahnsdorf ist gut drauf, das ist ein ganz gefährlicher Gegner. Die Stimmung bei uns ist gut, obwohl die Jungs richtig platt waren nach dem Wedel-Spiel. Wir versuchen jetzt, unser Fitnesslevel und unseren Spielrhythmus Schritt für Schritt zu verbessern. Das wird noch ein bisschen dauern. Aber ich freue mich riesig, dass es für uns jetzt auch zu Hause endlich losgeht.“

Die TKS 49ers vom RSV Eintracht Stahnsdorf, zwischen Berlin und Potsdam gelegen, kommen mit einem 82:79-Heimsieg über den bis dato ungeschlagenen Tabellenführer ART Giants Düsseldorf als Empfehlung nach Hamburg. Der hart erkämpfte Erfolg gelang sogar ohne den verletzten US-Center Malik Toppin, dem Topscorer der 49ers. Am zweiten Spieltag konnte das Team von Trainer Vladimir Pastushenko bereits Liga-Mitfavorit Itzehoe Eagles zu Hause 110:101 bezwingen. Auswärts lief es dagegen bei zwei Niederlagen noch nicht rund für die Brandenburger. Allerdings waren die Kontrahenten mit den VfL SparkassenStars Bochum (77:88) und den WWU Baskets Münster (58:87) zwei hoch gehandelte Anwärter auf die Meisterschaft in der ProB Nord.

Vom Spiel ETV Hamburg gegen die TKS 49ers gibt es einen kostenlosen Livestream bei Sportdeutschland.tv(https://sportdeutschland.tv/basketball/prob-nord-etv-hamburg-tks-49ers).

Gegen Wedel Man of the Match: Abdulai Abaker

ETV Basketball schreibt Geschichte: Zittersieg in Wedel zum verspäteten Zweitliga-Saisonstart

Hamburg, 8. November 2020 – Es war ein geschichtsträchtiger Tag – nicht nur im Land, in dem der Basketball erfunden wurde: Mit einem 91:88 (79:79; 58:56; 39:35; 18:28)-Sieg nach Verlängerung im Hamburger Derby beim SC Rist Wedel sind die Herren des Eimsbütteler TV am 7. November 2020 in ihre erste Saison in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB Nord gestartet. Zugegeben, das historische Ausmaß des ETV-Erfolges reicht vielleicht nicht ganz an die Wahl Joe Bidens zum 46. US-Präsidenten heran. Freude und Erleichterung in den Reihen des Aufsteigers über die gelungene Premiere waren nichtsdestotrotz riesig, Spannung und Dramatik wohnten beiden Ereignissen inne.

 

Dabei nutzten die Korbjäger aus dem Herzen Hamburgs mit einer kämpferisch starken Leistung die Gunst der Stunde – waren doch beim SC Rist mit Justus Hollatz, Hendrik Drescher, Alexander Angerer, Aurimas Adomaitis, Matej Jelovcic und Semjon Weilguny gleich sechs Stammkräfte verletzt oder ohne Spielerlaubnis. Allerdings ging auch das ETV-Team von Headcoach Sükran Gencay angeschlagen ins Spiel. Gerade mal fünf Trainingseinheiten konnten nach der Rückkehr aus 14-tägiger Quarantäne nach zwei internen Coronafällen absolviert werden. Wegen des behördlich angeordneten Hausarrests waren die ersten drei geplanten Saisonspiele ausgefallen. Wenig überraschend merkte man den Liganeulingen die Pause in der zuschauerfreien und hygienegesicherten Steinberghalle zu Beginn an. Erst nach knapp zwei Spielminuten gelangen Neuzugang Abdulai Abaker (24) per Layup die ersten beiden Punkte des Eimsbütteler Turnverbandes in einer Basketball-Bundesliga. Da stand es bereits 0:8 aus Sicht der Hamburger – ein Anfangstrend, der sich bis zum Ende des ersten Viertels (18:28) fortsetzen sollte.

 

Mit zunehmende Spieldauer kam jedoch mehr Sicherheit in die ETV-Aktionen – auch durch eine Umstellung in der Verteidigung. Mit einer gut funktionierenden Zonen-Defense wurde nicht nur eine sinkenden Wurfquote beim Gegner forciert, sondern auch wertvolle Kraft in den geschwächten eigenen Reihen gespart. Und im Angriff, in dem von Anfang an die Erfahrenen Abaker, Vidmantas Uzkuraitis (35) und Mubarak Salami (24) das Kommando übernahmen, lief es ebenfalls besser und besser. Co-Kapitän Leo Eckmann (24) brachte schließlich eine Minute vor der Halbzeitpause den ETV mit einem verwandelten Freiwurf erstmals in Führung (36:35). Den Weg geebnet hatte der überragende Salami (28 Punkte insgesamt) mit einem Dreier zum vorherigen Ausgleich.

 

Im dritten Viertel zeigte dann vor allem Distanzschütze Marcel Hoppe (22) mit zehn erzielten Punkten sein großes Talent. Trotz insgesamt hoher Fehlerquote (18 Ballverluste) konnte der ETV seinen Vorsprung sukzessive ausbauen bzw. halten und sah 41 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit beim Stand von 79:73 schon wie der sichere Sieger aus. Doch dann überschlugen sich die Ereignisse: Gleich vier Ballverluste und zwei geblockte Würfe leisteten sich die unerfahren Aufsteiger in der unmittelbaren Schlussphase. Und so kam es, wie es kommen musste: Drei Sekunden vor der Sirene traf Ex-Towers-Akteur Mario Blessing von Downtown zum Ausgleich – Verlängerung. In dieser schien sich dann das Blatt endgültig zugunsten der Gastgeber zu drehen (88:82). Ein Hoppe-Dreier, zwei Abaker-Korbleger und zwei finale Freiwürfe von Salami sorgten dann aber doch für ein Happy-end für die aufopferungsvoll kämpfenden Eimsbütteler.

 

ETV-Coach Gencay war nach den ersten gewonnenen zwei Punkten entsprechend glücklich: „Was für ein Spiel! Ich bin wirklich stolz auf die Jungs, sie sind völlig fertig. Einen ‚Tod‘ mussten wir heute sterben – entweder körperlich oder verlieren. Es war nicht hochklassig, kein Basketball-Leckerbissen, aber die Moral hat wirklich gestimmt. Sieg ist Sieg. Man darf auch nicht vergessen, dass unser letztes Spiel unter Wettkampfbedingungen etwa einen Monat her ist.“ Am kommenden Sonntag, den 15. November 2020 (16 Uhr) soll dann in der Sporthalle Wandsbek bei der Heimpremiere gegen die TSK 49ers aus Stahnsdorf (vermutlich mit Livestream auf sportdeutschland.tv) das nächste Kapitel in der Erfolgsgeschichte des ETV in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB geschrieben werden.

 

ETV: Salami (28 Punkte/5 Rebounds), Hoppe (24 Punkte/9 Rebounds), Abaker (19 Punkte/4 Rebounds), Uzkuraitis (14 Punkte/3 Rebounds/3 Assists), Eckmann (3 Punkte/11 Rebounds), Kwame Ofori (2 Punkte/3 Rebounds), Mayika Lungongo (1 Punkt/3 Rebounds), Vladimir Migunov (5 Rebounds/4 Assists), Finn Hübner, Fabian Paetsch, Jan Gust, Luca Büürma

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ETV-Korbjäger: Lokalderby zum verspäteten Saisonstart in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB

Hamburg, 04. November 2020 – Was lange währt, wird (hoffentlich) endlich gut. Mit Corona-bedingten drei Wochen Verspätung starten die Korbjäger des Eimsbütteler TV am Wochenende in ihre erste Saison in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB Nord. Premierengegner beim Auswärtsspiel am Samstag, den 7. November 2020 um 19 Uhr ist nicht irgendwer, sondern der in der Liga seit vielen Jahren etablierte Lokalrivale SC Rist Wedel. Während die Schleswig-Holsteiner bereits drei Saisonpartien (ein Sieg, zwei Niederlagen) absolvieren konnten, mussten die Aufsteiger aus Hamburg wegen zweier positiver Coronatest im Kader ihre ersten Wurfversuche schweren Herzens verschieben. Der zweiwöchigen Quarantäne und der folgenden Regenerationsphase fielen sowohl die ursprünglich geplante Premiere bei den BSW Sixers als auch die Heimpartien gegen die EN Basket Schwelm und die RheinStars Köln zum Opfer.

Umso heißer geht das Team um Headcoach Sükran Gencay nun seine erste knifflige Aufgabe in der Profiliga an. Allerdings steht hinter dem aktuellen Leistungsstand noch ein Fragezeichen, sind Gencays Schützlinge doch erst vor knapp einer Woche ins Teamtraining zurückgekehrt. „Die Jungs wollen und haben richtig Bock. Man merkt aber auch, dass einige wirklich angeschlagen waren“, sagt Deutschlands ligahöchste Basketball-Herrentrainerin. Eine Prognose fürs Spiel beim SC Rist abzugeben, sei daher schwierig: „Ich erwarte auf jeden Fall eine ausgeglichene, aggressiv verteidigende Wedeler Mannschaft, in der sehr viel Talent steckt. Wir werden sehen, wie dann unser erstes Spiel verläuft“, so die 34-Jährige.

Mit Neuzugang Abdulai Abaker (24), Distanzschütze Marcel Hoppe (22) , Co-Kapitän Leo Eckmann (24) und den Routiniers Vidmantas Uzkuraitis (35) und Thomas Trautwein (39) kennen sich gleich fünf ETV-Spieler mit Rist-Vergangenheit in der Wedeler Steinberghalle bestens aus. Wegen der Coronabeschränkungen werden dort am Samstag leider sämtliche Zuschauerränge komplett leer bleiben. Für Fans, die dennoch mit dabei sein möchten, gibt es unter https://sportdeutschland.tv/basketball/prob-nord-sc-rist-wedel-eimsbuetteler-tv einen (kostenpflichtigen) Livestream vom ersten Hamburger Lokalderby in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB Nord. Auch der ETV Basketball plant für das Heimspiel am 15. November (16 Uhr) gegen die TKS 49ers ein solches Angebot.

ETV Hamburg: Saisonstart in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB wegen Corona abgesagt

Hamburg, 14. Oktober 2020 – Wegen zweier Corona-Fälle in der Mannschaft fällt der geplante Saisonauftakt des ETV Hamburg in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB Nord am Sonntag (18. Oktober 2020) bei den BSW Sixers aus. Das Team von Cheftrainerin Sükran Gencay befindet sich in Quarantäne, die Ligaleitung ist bereits informiert. Ein Nachholtermin für die Partie in Sachsen-Anhalt steht noch nicht fest. Ebenso offen ist, ob die ETV-Korbjäger am 25. Oktober 2020 wie geplant ihre Heimpremiere in der Sporthalle Wandsbek gegen die EN Baskets Schwelm feiern können.

ETV Hamburg: Saisonstart in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB ohne Ex-Profi Will Barnes

Hamburg, 14. Oktober 2020 – Mit einer rund 400 Kilometer langen Reise in den Landkreis Anhalt-Bitterfeld (Sachsen-Anhalt) starten die Basketballer des Eimsbütteler TV in eine neue Zeitrechnung. Nach dem Aufstieg in die BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB Nord bestreiten die Hamburger am Sonntag um 16 Uhr bei der Basketballgemeinschaft Bitterfeld-Sandersdorf-Wolfen 06 – kurz: BSW Sixers – ihr erstes Spiel im deutschen Profibereich. Vermutlich vor bis zu 350 Fans, Corona-bedingt alles einheimische. Auf eine ähnliche Kulisse hoffen die Korbjäger aus dem Herzen Hamburgs eine Woche später auch bei ihrer eigenen Heimpremiere am 25. Oktober (16 Uhr) in der Sporthalle Wandsbek gegen den Titel-Mitfavoriten EN Baskets Schwelm – sollte sich die Pandemie-Lage in Hamburg nicht dramatisch verschärfen. Entgegen ursprünglichen Planungen wird Ex-Towers-Kapitän Will Barnes weder am Sonntag noch im weiteren Saisonverlauf für die Eimsbütteler auflaufen.

 

In Sandersdorf nimmt die Mannschaft von Headcoach Sükran Gencay (34) als Aufsteiger naturgemäß die Außenseiterrolle ein. Die BSW Sixers belegten im März beim wegen Corona vorgezogenen Saisonabbruch mit elf Siegen und elf Niederlagen als Siebter einen Mittelfeldplatz in der ProB. Als Kooperationspartner von Erstligist Mitteldeutscher BC ist das Team von Cheftrainer Sebastian Ludwig mit durchschnittlich 22,3 Jahren eines der jüngsten der Liga. Den prominentesten Namen trägt Doppellizenzspieler Nemanja Nadjfeji, Sohn von Bundesliga-Legende Aleksandar Nadjfeji (früher Bonn, ALBA, Tübingen, FC Bayern) und am Spieltag Geburtstagskind (wird 20). Weitere Leistungsträger sind Point Guard und Kapitän Luka Petkovic (32) sowie Center-Routinier Djordje Pantelic (36), jahrelang beim MBC unter den Körben aktiv.

 

Beim ETV geht man durchaus optimistisch an die neue Herausforderung heran. In der Vorbereitung gab es neben zwei Niederlagen gegen den amtierenden Ligameister Itzehoe Eagles auch einen 92:79-Sieg beim Lokalrivalen SC Rist Wedel, dem allerdings mit Justus Hollatz und Hendrik Drescher zwei tragende Säulen fehlten. Auch viele Experten trauen dem Liganeuling trotz des Abgangs von Regionalliga-Topscorer Tyseem Lyles (in die BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA nach Karlsruhe) den Klassenerhalt zu. Die Hauptlast dürften Routinier Vidmantas Uzkuraitis (35) und Neuzugang Mubarak Salami (24, von TSK 49ers aus Stahnsdorf), beide auf der Guard-Position zu Hause, zu schultern haben. Verzichten werden die Eimsbütteler dagegen auf den eigentlichen Neuzugang und Hoffnungsträger Will Barnes. Der 32-Jährige, einst Kapitän und bester Werfer von Bundesligist Hamburg Towers in der ProA, wird nach einvernehmlicher Entscheidung aus beruflichen wie gesundheitlichen Gründen (Knie) nun doch nicht für den ETV auf Korbjagd gehen.

 

„Ich denke, man kann die Mannschaften in der neuen Saison ganz schwer einschätzen. Es wird vermutlich einige Überraschungen geben“, prognostiziert ETV-Coach Gencay, Deutschlands höchstklassige Männer-Trainerin. Für den Saisonauftakt in Sachsen-Anhalt hat sie vor allem zwei Wünsche an ihre Spieler, die ausnahmslos als Nicht-Profis in der neuen Liga antreten: „Wir müssen mit der richtigen Energie ins Spiel gehen, das ist das Allerwichtigste. Und die Jungs sollten das Ganze genießen.“

Das Team für die Saison 2020-2021
Will Barnes wird dem ETV als Individualcoach erhalten bleiben
Mubarak Salami ist zurück beim ETV

ETV Basketballer verlieren Meister-Prüfung beim Hallen-Check

Hamburg, 16. September 2020 Die Basketballer des Eimsbütteler TV haben ihr zweites Vorbereitungsspiel auf die Mitte Oktober beginnende Saison in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB verloren. Allerdings war der Gegner des Aufsteigers nicht irgendwer: Gegen den amtierenden Meister Itzehoe Eagles gab es ein 66:89 (28:44).

 

Für die Basketballer des Eimsbütteler TV, Aufsteiger in die BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB, rückt der Saisonauftakt Mitte Oktober immer mehr in den Fokus. Gut drei Wochen nach Trainingsbeginn testeten die Hamburger ihre Form gegen ihren nördlichen Nachbarn, die Itzehoe Eagles. Nach regulären 40 Spielminuten noch ohne Zuschauer gab es ein 66:89 (28:44) gegen den amtierenden Meister, der auf sein Aufstiegsrecht im Sommer verzichtet hatte. Gleichzeitig war die Partie unter Corona-Hygienebedingungen für den ETV ein erster Check der neue Spielstätte im Stadtteil Wandsbek, wo vor rund 20 Jahren die Hamburg Tigers den Aufstieg in die Erste Liga feierten.

Einer, der die Halle von damals sehr gut kennt, war diesmal beim Gegner an der Seitenlinie dabei: Eagles-Headcoach Patrick Elzie. „Es ist wirklich schön, mal wieder hier zu sein“, sagte der 59-Jährige, der einst in Hamburg als Spieler, Trainer und Manager tätig war. Schön war für ihn auch, was er zu Beginn von seiner Mannschaft zu sehen bekam: eine aggressive Defense plus eine gute Trefferquote, machte zusammen eine 27:11-Führung der Gäste nach dem ersten Viertel. Im zweiten Durchgang fingen sich jedoch die Gastgeber, bei denen mit Ex-Hamburg-Towers-Kapitän Will Barnes, Mubarak Salami (TKS 49ers Stahnsdorf) und Abdulai Abaker (TSV Neustadt Temps Shooters) drei Neuzugänge im Kader standen. Vor allem unter dem eigenen Korb hielten die Eimsbütteler nun besser dagegen.

Kurz nach der großen Pause verkürzte das Team von Headcoach Sükran Gencay, höchstklassige Trainerin einer Basketball-Herrenmannschaft in Deutschland, sogar mit einem 7:0-Lauf den Rückstand auf zwölf Punkte (35:47), ehe jedoch der Meister aus Schleswig-Holstein wieder für klare Verhältnisse sorgte und vor allem dank der besseren Quote aus dem Dreierland (34,5 gegenüber 15,4 Prozent) einen letztendlich hochverdienten Sieg sicherte. Während bei den Eagles wie gewohnt die Stützen Marko Boksic (27 Punkte/8 Rebounds) und Chris Hooper (14/8) überzeugten, sammelten beim ETV Vidmantas Uzkuraitis und Salami (je 17 Zähler) die meisten Punkte. Die beiden prominentesten Neuzugänge blieben indes eher unauffällig: Ex-Tower Barnes (10) fand erst am Ende mit zwei verwandelten Dreiern seinen Rhythmus, Achmadschah Zazai (Ex-Publikumsliebling bei den Towers) schied mit Oberschenkelproblemen Mitte des zweiten Viertels aus.

Der ETV startet am 18. Oktober bei den BSW Sixers in seine erste Saison in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB. Am Sonntag, den 25. Oktober um 16 Uhr folgt das erste Heimspiel gegen die EN Baskets Schwelm (der Dauerkartenverkauf hat begonnen), vermutlich mit einer Zuschauerkapazität von rund 400 Fans. Die Itzehoe Eagles empfangen zum Auftakt am 17. Oktober im Heimspiel die RheinStars Köln.

Die Stimmen der Headcoaches:

Sükran Gencay (Eimsbütteler TV): „Wir haben relativ viele Neue, ein anderes Gefüge als letztes Jahr, und dadurch auch andere Rollenverteilungen. Basketballerisch lief nicht alles perfekt, aber wir sind als Team aufgetreten. Wir waren eine Mannschaft, das war gut. Der Gegner war natürlich eine Hausnummer als Meister der vergangenen Saison, gar keine Frage. Ein echter Härtetest. Es hat zu lange gedauert, bis wir die Physis angenommen haben. Bis wir gemerkt haben, dass hier härter gearbeitet wird. Es ist noch ein weiter Weg in der Vorbereitung für uns. Zwischendurch haben wir heute ein paar Mal gesehen, wie es laufen könnte. Aber es ist eben alles neu: eine neue Liga, neue Spieler, und alle müssen ihre Rolle neu finden. Das wird einfach dauern.“

Patrick Elzie (Itzehoe Eagles): „Das war unser zweites Vorbereitungsspiel. Am Anfang haben wir sehr gut verteidigt, im zweiten Viertel waren wir zu nachlässig. Aber Eimsbüttel ist eine gute Mannschaft, die werden meiner Meinung nach nichts mit dem Abstieg zu tun haben, wenn alle Spieler fit sind. Nicht gefallen haben mir die Höhen und Tiefen, wir hatten zu viele Schwankungen in unserem Spiel. Aber nach zweieinhalb Wochen Training ist das normal, denke ich. Ich freue mich auf die Saison, wieder nach Hamburg zu kommen, gegen den ETV zu spielen und viele alte Gesichter wiederzusehen.“

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Ex-Towers-Kapitän Will Barnes geht für ETV in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB auf Korbjagd

Hamburg, 23. August 2020 – Ein alter Bekannter mit illustrem Namen feiert in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB sein Comeback: Will Barnes, in der Saison 2014/2015 erster Kapitän in der Geschichte der Hamburg Towers, geht künftig in der Hansestadt für Aufsteiger Eimsbütteler TV auf Korbjagd. Der aus Alabama stammende US-Amerikaner, der in der Towers-Premierenspielzeit in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA mit 13,8 Punkten im Schnitt zum besten Vereinswerfer avancierte, hatte seine aktive Karriere wegen anhaltender Knieprobleme eigentlich schon beendet. Nun ersetzt der 32 Jahre alte Comboguard, der gleichermaßen als Schütze und Spielgestalter fungieren kann, in Hamburg-Eimsbüttel seinen Landsmann Tyseem Lyles. Der Regionalliga-Topscorer der vergangenen Saison hat den ETV mit unbekanntem Ziel verlassen. Barnes begann nach seiner College-Zeit auf der Tennessee Technical University und der Lee University 2013 seine Deutschland-Karriere bei den Paderborn Baskets in der ProA. Dort wurde er auf Anhieb drittbester Scorer der Liga. Nach drei Jahren bei den Hamburg Towers folgten Stippvisiten beim SC Rist Wedel (ProB) und der TSG Bergedorf (Regionalliga), ehe nun die neue Herausforderung Eimsbütteler TV ansteht. „Mein Knie fühlt sich gut an. Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe“, sagt Barnes, der längst in Hamburg heimisch geworden ist. Der 1,85 Meter große Rechtshänder arbeitet derzeit als selbstständiger Individualcoach – unter anderem mit Towers-Talent Justus Hollatz (19). Nun wird er als solcher auch im Nachwuchsbereich des Eimsbütteler TV tätig sein. ETV-Coach Sükran Gencay freut sich über den prominenten Neuzugang: „Toll, dass wir mit Will eine so erfahrene Führungspersönlichkeit für uns gewinnen konnten. Ich hoffe, dass er uns in der neuen Liga auf und neben dem Feld weiterhelfen kann.“
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Mit altbekanntem Schwung in die neue Liga

Die Trainingshalle ist wieder voller Leben, die Vorbereitung hat begonnen. In einer Zeit voller Unwägbarkeiten gehen die Basketballer des Eimsbütteler Turnverbandes (ETV) eine ganz besondere Herausforderung an: Nach nur zwei Jahren in der Ersten Regionalliga Nord starten die Korbjäger aus dem Herzen Hamburgs vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie in ihr erstes Jahr in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB. 

Dort warten unter anderen zwei Duelle mit dem SC Rist Wedel, Kooperationspartner von Bundesligist Hamburg Towers, auf das basketballbegeisterte Publikum in Hamburg und Umgebung. Die Abenteuerreise beginnt am 18. Oktober 2020  auswärts, eine Woche später, am Sonntag, den 25. Oktober, folgt für den Aufsteiger das erste Heimspiel. Hier geht es zum Spielplan

https://www.2basketballbundesliga.de/teams/kader/565/#tab-spielplan

Den Aufstieg feierten die ETV-Basketballer am 22. März mit dem Smartphone in der Hand. Da die Saison in der Regionalliga aufgrund der Corona-Pandemie abgebrochen wurde, konnte Coach Sükran Gencay ihrer Mannschaft per WhatsApp die frohe Botschaft verkünden: Wir sind Meister! Ein vorzeitiger Titelgewinn ohne Sektdusche und Fanfaren, mit 19:1 Siegen jedoch mehr als verdient. Und das, nachdem die Eimsbütteler im Vorjahr als Liganeuling erst nach einer Aufholjagd in der Rückrunde den Klassenerhalt sichern konnten.

In der Meistersaison machten die Hamburger vor allem mit begeisterndem Offensivbasketball von sich reden. Mit durchschnittlich fast 88 Punkten pro Spiel jagten sie den orangefarbenen Lederball mit Abstand am häufigsten durchs Netz. Hauptverantwortlich dafür waren in einer gut geölten Angriffsmaschinerie vor allem drei Spieler: Der Amerikaner Tyseem Lyles avancierte mit 25,8 Zählern pro Partie zum klaren Topscorer der Liga, mit dem ehemaligen litauischen Erstligaprofi Vidmantas Uzkuraitis (22,0/Platz 4) und dem Dreierspezialisten Marcel Hoppe (15,9) landeten zwei weitere ETV-Korbjäger in den Top Ten.

Während Routinier Uzkuraitis (35) und Youngster Hoppe (22) den Hamburgern auch in der ProB die Treue halten, verlässt der aus Brooklyn/New York stammende Lyles (25) nach zwei erfolgreichen Jahren den ETV mit noch unbekanntem Ziel. Die Suche nach adäquatem Ersatz verläuft vielversprechend, eine Vollzugsmeldung gibt es aber noch nicht. Als erste Neuzugänge stehen der 2,10 Meter große Center Mayika Lungongo (25, zuletzt beim letztjährigen Ligakonkurrenten SBB Baskets Wolmirstedt) und Luca Büürma (23, Forward) vom ASC Göttingen fest.

Eine neue Liga, vermutlich neue Leader – doch damit nicht genug der Veränderungen: Auch eine neue Heimspielhalle kommt auf die Eimsbütteler Fans zu. Während von Anfang an klar war, dass der bisherige Hotspot an der Hohen Weide für die künftigen Anforderungen zu klein ist, zerschlugen sich auch die Hoffnungen auf einen Umzug innerhalb des Stadtteils. Da das eigentlich vorgesehene Sportzentrum an der Hoheluft wegen der Brandschutzbestimmungen nicht rechtzeitig die behördliche Genehmigung erhielt, ziehen die Westhamburger nun südostwärts in die Sporthalle Wandsbek. In der im Normalfall gut 2000 Zuschauer fassenden Halle feierten vor rund zwei Jahrzehnten die BCJ Hamburg Tigers den Aufstieg in die Erste Bundesliga, seit 2013 ist die Arena Austragungsort des Final-Four-Turniers im Hamburger Basketball-Pokal. „Wir hoffen, Eimsbüttel auch in Wandsbek aufblühen zu lassen und freuen uns auf viele Fans aus ganz Hamburg, vor allem im Derby gegen Rist Wedel“, sagt Erfolgscoach „Süki“ Gencay, die höchstklassige Trainerin einer Basketball-Herrenmannschaft in Deutschland. Und auch finanziell ist die 2. Liga eine Herausforderung für den ETV Basketball. Zwar konnten per Crowdfunding 15.000 Euro gesammelt werden, ein Hauptsponsor wird jedoch nach wie vor gesucht.

ETV und das Coronavirus: Aufstieg in der WhatsApp-Gruppe

Die Regionalliga-Basketballer des Eimsbütteler TV sind am Ziel ihrer Träume, allerdings auf ganz und gar ungewollte Art und Weise. Wegen der derzeit alles bestimmenden Corona-Pandemie ist ihre Saison vorzeitig beendet – und damit Meisterschaft und Aufstieg in die Zweite Liga ProB perfekt.

Die Nachricht kam per WhatsApp. Über den allseits beliebten Messaging-Dienst verbreitete Sükran „Süki“ Gencay am Sonntag, den 22. März 2020 die frohe Kunde an ihr Team: Wir sind Meister! Meister in der Ersten Basketball-Regionalliga Nord und damit berechtigt zum Aufstieg in die BARMER 2. Basketball-Bundesliga ProB, die dritthöchste deutsche Spielklasse. Zuvor war die Trainerin selbst von der Ligaleitung per E-Mail über den wohl ungewöhnlichsten Meistertitel in der Geschichte der Regionalliga informiert worden. Aber was ist schon gewöhnlich in Zeiten des Coronavirus. In Zeiten einer Pandemie, die Tausende Menschenleben kostet und bei der der Sport gänzlich in den Hintergrund tritt.

„Es ist natürlich eine scheiß Situation“, gibt Headcoach Süki zu. „Es fehlt irgendwie DER Moment. Aber wir freuen uns trotzdem.“ Zu Recht! Mit 19:1 Siegen dürfen sich die Korbjäger aus dem Herzen Hamburgs als verdienter Meister fühlen, auch wenn sie theoretisch bei vier verbliebenen Spielen noch von der Tabellenspitze hätten verdrängt werden können. „Wir haben  schon ein bisschen gerechnet. Mit drei Siegen hätten wir am vorletzten Spieltag zu Hause gegen Königs Wusterhausen mit den eigenen Fans die Meisterschaft feiern können“, erklärt Gencay. Ein Samstagsspiel, 18.30 Uhr – ideale Voraussetzungen für eine rauschende Aufstiegsparty. Stattdessen nun der kontaktlose Jubel am Smartphone. Äußerst ärgerlich für engagierte Sportler, komplett bedeutungslos im Vergleich zu den derzeitigen Einschränkungen des täglichen Lebens und dem Existenzkampf vieler Corona-Betroffener.

Zur Erinnerung: Erst vor gut zwei Jahren hatte der ETV den Sprung in die Erste Regionalliga geschafft. Dass jetzt bereits der nächste Triumph folgt, ist angesichts der ambitionierten und teils zahlungskräftigen Konkurrenz nicht weniger als eine Sensation. „Der Sieg in Womirstedt Anfang Februar war ein Riesenschritt“, erinnert sich Süki an das 92:86 in der Höhle des Verfolgerlöwen. „Danach hab ich erste Gespräche mit dem Gesamtvorstand und der Zweiten Liga geführt, ob ein Aufstieg realistisch wäre.“ Auch das Team wurde offen und ehrlich informiert. Die Message: Wir wollen Meister werden, aber eine Aufstiegsgarantie kann keiner geben.

Die Gespräche mit dem Vorstand um Vereinschef Frank Fechner – selbst Stammgast bei den Heimspielen der ETV-Korbjäger – seien immer sehr offen gewesen, so Süki. „Man stand immer hinter uns und hat von Anfang registriert, welche Energie von den Basketballern investiert wurde.“ Das wurde jetzt mit der zugesagten Unterstützung beim Abenteuer ProB honoriert. „Allerdings war immer klar, dass wir halbwegs auf eigenen Füßen stehen müssen.“ Heißt: Der bereits vorhandene Sponsorenpool muss ausgebaut werden, erste positive Signale gibt es bereits. Bis zum 15. April 2020 müssen nun die Lizenzunterlagen eingereicht, finanziell und organisatorisch einige Schippen draufgelegt werden. Rund 20.000 Euro werden in die neue Spielstätte am Lokstedter Steindamm investiert, unter anderem in eine neue Korbanlage und eine Anzeigetafel. Im Sportzentrum Hoheluft finden rund 500 Zuschauer Platz, Mindestanforderung für die ProB. Bislang besuchten meist 200 bis 300 Fans die Spiele im Basketball-„Wohnzimmer“ an der Hohen Weide, Tendenz steigend.

„Die Halle war ein großes Thema bei den Planungen. Nach Wandsbek beispielsweise wollten wir auf keinen Fall. Ich bin sicher, dass die Leute auch an die Hoheluft kommen werden“, gibt sich Trainerin Gencay zuversichtlich. Folgerichtig wäre es, sahen die Eimsbütteler Freunde der gepflegten Korbjagd doch in der nun abgebrochenen Saison teils begeisternden Power-Basketball ihrer Lieblinge. „Die Jungs haben sich alle enorm entwickelt. Es ist eine Mischung aus gesammelter Erfahrung und einem tollen Zusammenhalt im Team. Jeder kennt seine Rolle“, lobt Gencay. Das bestätigt auch Tyseem Lyles, mit 25,8 Punkten im Schnitt mit Abstand bester Werfer der gesamten Liga: „Die anfänglichen Schwierigkeiten haben uns noch näher zusammengebracht. Alle haben hart gearbeitet und gemerkt: Wenn jeder seinen Job macht, können wir alles erreichen.“ Der überragende US-Guard aus Brooklyn trug mit Ex-Profi Vidmantas Uzkuraitis (35; mit 22 Punkten pro Spiel zweitbester Regionalliga-Score) das Team im Angriff meist auf seinen Schultern und wurde wenig überraschend zum Spieler des Jahres in der Ersten Regionalliga Nord gewählt. Coach des Jahres wurde ebenso erwartungsgemäß Sükran Gencay, Uzkuraitis wurde European Player of the Year und landete ebenso wie Tyseem  im Allstar Team. Außerdem wurde Marcel  Hoppe ins All-Domestic Players Team gewählt.

Denn Youngster Marcel Hoppe (22; 15,9 Punkte) steigerte sich extrem im Vergleich zur Vorsaison, andere im Team taten es ihm gleich. Das Firepower-Duo Ty und Vid soll natürlich auch in der kommenden Saison das Eimsbütteler Team anführen, dann unter anderem im Lokalderby gegen den SC Rist Wedel. Die Chancen stehen offenbar gut, ihr Verbleib in Hamburg sei „sehr wahrscheinlich“, so Süki. Überhaupt solle der Kern der Mannschaft gehalten, das Team nur punktuell verstärkt werden: „Die verstehen sich alle super. Das sind einfach tolle Jungs!“

Aber all das ist noch weit weg. Erst mal gilt es, die wohl größte Krise in der deutsche Nachkriegsgeschichte zu überstehen. Damit die nächsten Erfolge nicht über WhatsApp vermeldet werden müssen, sondern auf dem Spielfeld gefeiert werden können.

Christian Jeß