80:87 gegen Giants Düsseldorf: Aufbäumen der ETV-Basketballer kommt zu spät

Hamburg, 24. Januar 2021 –  Der Sturz der Riesen blieb aus. Die Aufsteiger des Eimsbütteler TV Hamburg haben am 15. Spieltag der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB ihr Heimspiel in der Sporthalle Hohe Weide gegen die ART Giants Düsseldorf mit 80:87 (16:30; 15:19; 18:21; 31:17) verloren. Dabei konnten sie die „Giganten“ aus der nordrhein-westfälischen Hauptstadt erst am Ende ein wenig ins Wanken, nicht aber zu Fall bringen. Nach dem Rückspiel vor dem Hinspiel (dieses war aus Corona-Gründen ausgefallen und wird am 5. März 2021 nachgeholt) bleiben die Korbjäger aus dem Herzen Hamburgs mit 3:10 Siegen auf dem letzten Tabellenplatz der ProB Nord.

Anders als in den vorherigen Begegnungen, als der ETV einigen Favoriten anfangs Paroli bieten konnten, ging die Partie diesmal schon im ersten Viertel den Rhein, pardon: den Bach runter. ART-Forward Shawn Gulley eröffnete den Düsseldorfer Reigen mit einem trockenen Dreier – nicht sein letzter Treffer im ersten Abschnitt. Eine schlechte Trefferquote und mäßige Transition der Eimsbütteler ermöglichten den Giants eine 16:4-Führung nach vier Minuten. Weitere drei Minuten später – Gulley hatte zwischenzeitlich mit einem Putback-Slam für ein Highlight gesorgt – sah sich ETV-Headcoach Sükran Gencay beim Stand von 8:27 bereits zu ihrer zweiten Auszeit gezwungen. Zu allem Überfluss kassierte ETV-Topscorer Mubarak Salami nach nicht einmal sieben Spielminuten sein drittes Foul. Immerhin fingen sich die Gastgeber danach ein wenig, mit 16:30 ging es in die erste kleine Pause.

Auch der zweite Durchgang gestaltete sich für die Düsseldorfer zunächst eher wie ein gemütlicher Rheinspaziergang als wie ein harter Kampf um Punkte. Ob Fehlwürfe von außen (1/15 Dreier in der ersten Halbzeit) oder vergebene Layups in der Zone – beim ETV klappte so gut wie gar nichts. Einziger Lichtblick neben dem wie gewohnt punktenden Salami (29 Zähler am Ende) war Center Mayika Lungongo, der unter dem Korb sein Herz in beide Hände nahm und bis zur Pause neun Punkte und sieben Rebounds beisteuerte. Bei den Giants dagegen hatten vor allem Gulley (18) und Scharfschütze Andrius Mikutis (16) ihr persönliches Punktekonto schon prall gefüllt und maßgeblich zur 49:31-Halbzeitführung ihres Teams beigetragen.

Wer als ETV-Fan bei der Liveübertragung auf sportdeutschland.tv im dritten Viertel auf die Wende gehofft hatte, wurde zunächst enttäuscht. Zu groß war die individuelle Klasse der Gäste, die verständlicherweise deutlich eingespielter und abgeklärter wirkten als die Liganeulinge von der Elbe. Immerhin konnten die Gastgeber die Partie jetzt ausgeglichen gestalten, der Durchgang ging mit nur drei Punkten (18:21) verloren.

Und dann wurde es plötzlich doch noch mal laut in Reihen der Eimsbütteler: Ein 11:2-Lauf zu Beginn der letzten zehn effektiven Spielminuten ließ den Vorsprung der Gäste bei Hamburger Winter-Schmuddelwetter auf zwölf Punkte schmelzen (60:72). Vor allem der bis dato eiskalte ETV-Distanzspezialist Marcel Hoppe taute in dieser Phase mit elf Punkten auf und brachte Düsseldorfs Coach Kevin Magdowski endgültig auf Betriebstemperatur. Und was kaum noch einer geglaubt hatte: Es wurde noch mal spannend, zumindest ein bisschen. Ein Hoppe-Dreier zum 75:82 ließ plötzlich vage Siegeshoffnung beim ETV aufkeimen, die jedoch nicht weiter gedeihen sollte. Mit 87:80 nahmen die Düsseldorfer am Ende verdient die Punkte mit, dem ETV blieb immerhin der gute letzte Eindruck in einer Partie, die lange Zeit zum Debakel zu werden drohte.

Kommentar ETV-Chetrainerin Sükran Gencay: „Leider hatten wir heute anders als sonst einen extrem schlechten Start. Die Düsseldorfer waren wacher, konzentrierter und haben von Anfang an besser getroffen. Sie waren uns beim Rebound haushoch überlegen, haben super gespielt und verdient gewonnen. Mayika hat es heute gut gemacht. Das ist genau so ein Auftritt, den wir brauchen. Vielleicht schaffen wir es bald mal, eine konstante Leistung über vier Viertel hinzulegen.“

ETV gegen Düsseldorf: Salami (29 Punkte, 5 Steals, 6 Turnover); Uzkuraitis (12 Punkte, 5 Rebounds, 5 Assists, 2/10 Dreier); Hoppe (11 Punkte, 3/4 Dreier); Abaker (10 Punkte, 5 Assists, 4 Steals, 0/7 Dreier); Eckmann (9 Punkte, 7 Rebounds, 4 Assists); Lungongo (9 Punkte, 10 Rebounds); Migunov (2 Rebounds); Paetsch (2 Rebounds); Gust; Tittel; Büürma

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Riesen-Aufgabe:
ETV-Basketballer empfangen ART Giants Düsseldorf

Hamburg, 21. Januar 2021 –  David gegen Goliath: So könnte man quasi jedes Spiel des Eimsbütteler TV Hamburg in seiner ersten Saison in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB beschreiben. Ohne hochbezahlte Stars, dafür aber mit dem kleinsten Etat der Liga schlüpft der Aufsteiger stets in die Rolle des Underdogs. Am kommenden Sonntag nun (24. Januar 2021, 16 Uhr, live bei sportdeutschland.tv) wollen die Korbjäger aus dem Herzen Hamburgs einen wirklichen, selbsternannten Giganten zu Fall bringen: die ART Giants Düsseldorf. Gespielt wird wider Erwarten doch erneut in der letztjährigen Aufstiegshalle an der Hohen Weide, da sich der Abschluss der Reparaturarbeiten an der beschädigten Korbanlage in der Sporthalle Wandsbek Corona-bedingt verzögert.

Apropos Corona: Aufgrund mehrerer positiver Schnelltests beim ETV, die sich im Nachgang als falsch herausstellten, war das Hinspiel der beiden Kontrahenten im Dezember 2020 kurzfristig abgesagt worden, sodass es erst am 15. Spieltag zum ersten Aufeinandertreffen mit den Rheinländern kommt. Die warfen sich bislang glänzend durch die Saison, schlugen Tabellenführer Bochum und Mitfavorit Schwelm, gewannen das rheinische Derby gegen Köln und belegen derzeit mit 7:6 Siegen Tabellenplatz fünf. Am vergangenen Wochenende indes gab es für das Team von Headcoach Kevin Magdowski eine 84:92-Heimniederlage gegen die Iserlohn Kangaroos – bei denen der ETV (3:9; Rang 12) wiederum kurz vor Weihnachten mit 84:78 gewann. Man darf also gespannt sein, welches Gesicht die Düsseldorfer in Hamburg zeigen werden. Das Augenmerk der ETV-Defense wird sich dabei vor allem auf die ART- Topscorer Dennis Mavin (Point Guard; 20,8 Punkte im Schnitt) und Shawn Gulley (Forward; 18,1 Zähler) richten müssen. Aber auch den Litauer Andrius Mikutis (Forward, 14,7 Punkte) und den bundesligaerfahrenen gebürtigen Amerikaner Quadre Lollis (Guard/Forward; früher ALBA Berlin und Ludwigsburg) wird man nicht außer Acht lassen dürfen.

„Wir haben diese Woche gut trainieren können und freuen uns auf das Spiel“, berichtete ETV-Cheftrainerin Sükran Gencay von den Übungseinheiten. Höchstwahrscheinlich steht ihr Backup-Center Mayika Lungongo nach auskurierten Rückenbeschwerden wieder zur Verfügung, hinter dem Einsatz von Forward Kwame Ofori steht noch ein Fragezeichen. Fest steht mittlerweile, dass die Partie in der nordrhein-westfälischen Hauptstadt am Freitag, den 5. März 2021 (19.30 Uhr) nachgeholt wird. Die ausgefallene Begegnung vom 1. Spieltag bei den BSW Sixers wurde auf Sonntag, den 7. Februar 2021 (16 Uhr) neu terminiert, sodass es an dem Wochenende zusammen mit dem Rückspiel am 5. Februar (20 Uhr) zu einer Art Doppelspieltag gegen das Team aus Sandersdorf kommt.

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71:92 – ETV-Basketballer verlieren nach starkem Start beim Favoriten EN Baskets Schwelm

Hamburg, 17. Januar 2021 – Der mitgebrachte Derby-Schwung reichte nur für ein Viertel: Eine Woche nach dem begeisternden 110:98-Sieg über den Lokalrivalen SC Rist Wedel sind die Basketballer des Eimsbütteler TV Hamburg wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Am 14. Spieltag der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB Nord unterlagen sie beim favorisierten Tabellenfünften EN Baskets Schwelm mit 71:92 (20:15; 11:30; 16:23; 24:24) und fielen damit mit einer Bilanz von 3:9 Siegen bei zwei Nachholspielen wieder hinter Towers-Kooperationspartner Wedel (4:9) auf den letzten Tabellenplatz zurück.

 

Nicht zum ersten Mal boten die Korbjäger aus dem Herzen Hamburgs im Baskets Dome von Schwelm (nahe Wuppertal in Westfalen gelegen) anfangs einem Etablierten der Liga Paroli. Nach nervösen zwei Minuten startete der ETV einen 11:0-Lauf, dem Favoriten wollte bis dato so gut wie gar nichts gelingen. 20:15 hieß es nach dem ersten Spielabschnitt für den Gast, das Gros der Eimsbütteler Punkte (14) ging wie so oft aufs Konto von Liga-Topscorer Mubarak Salami. Kurios: Sämtliche Gegentreffer im ersten Viertel kassierten die Hamburger von der Dreierlinie. Noch kurioser: Alle stammten vom selben Schützen. Schwelms Kapitän Nikita Khartchenkov war on fire und traf den ETV insgesamt sechsmal in Folge ins Herz. Und so kam es, wie es so oft kam für den mit nur neun Spielern angetretenen ProB-Aufsteiger: Kraft und Konzentration schwanden, das zweite Viertel ging mit 11:30 verloren und ein möglicher Sieg geriet in weite Ferne. Auch im dritten Spielabschnitt wuchs der Rückstand weiter an, der ehemalige Erstligist (2004 als Schwelmer Baskets) brachte seinen siebten Saisonsieg souverän nach Hause.

 

Die Gründe für die Eimsbütteler Niederlage offenbart ein Blick auf den Statistikbogen: Eine Trefferquote von 19 Prozent (6/32) aus dem Dreierland haben vermutlich noch keiner Mannschaft jemals einen Sieg beschert, 61 Prozent (11/18) von der Freiwurflinie, 37 zu 45 Rebounds und nur 14 Assists sind ebenso wenig hilfreich, will man das Feld als Gewinner verlassen. Headcoach Sükran Gencay zog nach der Heimkehr über verschneite Straßen folgendes Fazit: „Der Sieg von Schwelm geht klar in Ordnung, vielleicht ist er am Ende ein bisschen zu hoch ausgefallen. Es war klar, dass die Baskets nach unserem guten Start zurückkommen würden. Dafür sind sie zu erfahren und haben zu viel Klasse. Im zweiten Viertel ist es uns einfach nicht gelungen zu scoren, da haben wir selbst die freien Würfe nicht mehr getroffen. Leider konnten wir die vergangene Woche wegen vieler kranker und verletzter Spieler wieder nicht so gut trainieren, das ist nach wie vor ein Problem.“

 

ETV in Schwelm: Mubarak Salami (32 Punkte, 7 Rebounds, 4 Steals, 1/8 Dreier), Vidmantas Uzkuraitis (12 Punkte, 2/11 Dreier), Abdulai Abaker (12 Punkte, 4 Rebounds, 4 Assists, 5 Steals, 2/7 Dreier), Leo Eckmann (6 Punkte, 10 Rebounds), Vladimir Migunov (4 Punkte, 9 Rebounds), Marcel Hoppe (3 Punkte, 1/5 Dreier), Jan Gust (2 Punkte, 3 Rebounds), Luca Büürma (2 Assists), Fabian Paetsch

 

ETV-Basketballer reisen mit Derby-Schwung zu den
EN Baskets Schwelm

Hamburg, 14. Januar 2021 – Zweites Derby gewonnen, neues Selbstbewusstsein getankt: Sieben Tage nach dem 110:98-Sieg im Vollgas-Duell gegen den Nachbarn SC Rist Wedel treten die Aufsteiger des Eimsbütteler TV am Samstag (16. Januar 2021, 19.30 Uhr) beim Tabellenfünften der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB Nord, den EN Baskets Schwelm, an. Dass bei den vor der Saison hoch gehandelten Westdeutschen (6:5 Siege) am 14. Spieltag ein weiteres Erfolgserlebnis folgt, ist zwar nicht grundsätzlich zu erwarten – die Hoffnung bei den Korbjägern aus dem Herzen Hamburgs ist aber durchaus da. Mit anderen Worten: Sie kommen mit neuem Schwung, haben beim großen Favoriten aber nichts zu verlieren.

„Bochum, Itzehoe und Münster sind aus meiner Sicht die Topmannschaften der Liga. Da muss man schon einen herausragenden Tag erwischen, wenn man einen von ihnen schlagen will. Aber gegen alle anderen können wir immer gewinnen, auch wenn es in Schwelm natürlich sehr, sehr schwer wird“, sagt ETV-Headcoach Sükran Gencay. Im Hinspiel waren ihre Schützlinge beim 59:81 in der Sporthalle Wandsbek nahezu chancenlos, mittlerweile aber haben sie wertvolle Erfahrungen in der für sie neuen Liga gesammelt. Die EN Baskets schafften zuletzt das Kunststück und bezwangen die WWU Baskets Münster 94:86 und legten im Spiel gegen den starken Aufsteiger RheinStars Köln beim 92:80-Auswärtssieg gleich noch mal nach. Überragender Akteur in den beiden Begegnungen war US-Guard Montreal Scott mit 22,5 Punkten und 10 Assists im Schnitt. Als wäre dies kein herausragender Arbeitsnachweis genug, pflückte der Amerikaner gegen Köln auch noch 14 Rebounds vom Brett. Ihn gilt es in erster Linie zu stoppen, wollen die Eimsbütteler eine Chance haben.

Die eigenen Hoffnungen liegen wie so oft auf Liga-Topscorer Mubarak Salami, der trotz der Nachwirkungen seiner Schulterprellung aus dem Wedel-Spiel höchstwahrscheinlich auflaufen kann. Allerdings bekam er gegen den Nachbarn aus Schleswig-Holstein kräftige Unterstützung vom gesamten Team, speziell von Guard Abdulai Abaker, Routinier Vidmantas Uzkuraitis und Dreierschütze Marcel Hoppe. Zusammen war das Firepower-Quartett des ETV für 99 der 110 Punkte gegen den SC Rist verantwortlich. Ob in Schwelm weitere kranke oder angeschlagene Spieler auflaufen können, entscheidet sich kurzfristig. Vermutlich wird auch Neuzugang Matej Jelovcic (kam aus Wedel) weiter auf seinen zweiten Einsatz im ETV-Trikot warten müssen.

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110:98 – ETV-Basketballer gewinnen Vollgas-Derby gegen Rist Wedel

Hamburg, 10. Januar 2021 – Die Außenseiter des Eimsbütteler TV haben die Überraschung geschafft und auch das zweite Lokalderby in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB Nord gegen den SC Rist Wedel gewonnen. In letztmaliger Wohlfühlatmosphäre an der Hohen Weide veranstalteten die Aufsteiger am 13. Spieltag beim 110:98 (32:34; 36:18; 19:20; 23:26)-Erfolg ein echtes Vollgas-Spektakel, das ihnen den ersten Heimsieg der laufenden Saison einbrachte. Mit nunmehr 3:8 Siegen gaben die Korbjäger aus dem Herzen Hamburgs, denen im Hinspiel beim 91:88 n.V. der erste Zweitligasieg ihrer Geschichte gelungen war, zudem den letzten Tabellenplatz an die Schleswig-Holsteiner (3:9) ab. Zur nächsten Heimpartie am 24. Januar (16 Uhr) gegen die ART Giants Düsseldorf ziehen die Eimsbütteler wieder in ihre eigentlich vorgesehene Spielstätte, die Sporthalle Wandsbek, die wegen einer defekten Korbanlage wochenlang unbenutzbar war.

Im zweiten Stadtderby der Saison entwickelte sich von Anfang an ein offener Schlagabtausch. Hauptbeteiligt: die beiden Topscorer der Liga, Mubarak Salami (ETV; 26 Punkte im Schnitt) und Tucker Haymond (SC Rist; 23). Die Wedeler Nachverpflichtung steuerte gleich mal drei Dreier in den ersten drei Minuten zu einer 14:13-Führung bei, Salami hielt mit fünf Zählern dagegen. Aktivster ETVer war indes Distanzschütze Vidmantas Uzkuraitis, der nach sechs Minuten bereits acht Punkte auf seinem Konto hatte, darunter ein Vierpunktespiel. Es war ein emotional geführtes Offensivschauspiel, das eine begeisterte Zuschauermenge statt einer Geisteratmosphäre verdient gehabt hätte. Satte elf Versuche aus dem Dreierland (ETV: 5/9, Wedel 6/11) fanden allein im ersten Viertel ihr Ziel, Pausenstand 32:34 aus Sicht der Gastgeber.

Als der ETV im zweiten Durchgang mit fünf schnellen Punkten 37:34 in Führung ging, brachte Rist-Headcoach Benka Barloschky US-Boy Haymond zurück aufs Feld. Einen Dreier von Marcel Hoppe später sah er sich zur Auszeit gezwungen. Doch die Offense des ETV lief weiter wie geschmiert, mit und ohne Topscorer Salami, der zwischenzeitlich nach einem harten Screen von Yngve Jentz mit einer schmerzhaften Schulterprellung vom Feld musste. Als Scorer machten sich vor allem der pfeilschnelle Guard Abdulai Abaker und Dreierspezialist Hoppe, aber auch weiterhin Routinier Uzkuraitis verdient. Beim SC Rist, der ohne seine beiden Bundesligakräfte Justus Hollatz (Gehirnerschütterung) und Jürgen Rich (für die Towers im Einsatz) auskommen musste, hielten nur Allrounder Haymond (19 Punkte zur Halbzeit, 35 am Ende) und der ebenfalls Ende 2020 nachträglich transferierte Maksim Gorbatchov (13/23) dagegen. Bitter für den ETV: Kurz vor der großen Pause musste Dreh- und Angelpunkt Salami mit seinem vierten persönlichen Foul auf die Bank. Dennoch gab’s beim Gang in die Kabine Grund zur Zuversicht für die Hamburger, angesichts einer sensationellen 68:52-Führung.

Die zweite Halbzeit begannen die Eimsbütteler zwangsläufig ohne Salami, die Wedeler mit einer deutlich aggressiveren Grundeinstellung samt Zonenpresse. Das zahlte sich jedoch mit einem 8:5-„Lauf“ nur bedingt aus. Der ETV hielt vor allem dank des überragenden Abaker (mit 28 Punkten am Ende ETV-Topscorer) weiter dagegen, geriet jedoch durch den Ausschluss von Vladimir Migunov nach einem umstrittenen zweiten Technischen und das vierte Foul von Kapitän Leo Eckmann noch im dritten Viertel weiter in Not. Zwar hatte sich der ganze große Sturm in dieser Spielphase gelegt, doch wogte das Spiel zwischen den beiden Nord-Konkurrenten weiter hin und her. Beim Stand von 87:72 zur letzten Pause reifte beim ETV mehr und mehr die Gewissheit, an diesem Sonntagnachmittag für eine Überraschung sorgen zu können.

Das Schlussviertel begannen die Gäste aus der Vorstadt mit noch offenerer und damit risikoreicherer Defense. Das sollte sich rächen. Immer wieder fanden die Schützlinge von ETV-Cheftrainerin Sükran Gencay Lücken, die zu leichten Abschlüssen unterm Korb führten. Immer wieder brachten sie zudem in der eigenen Zone eine Hand an den Ball oder machten durch gute Rotation offene Würfe der Rister unmöglich. Allerdings zog sich die Schlinge durch viele Foulpfiffe immer mehr zu, nahezu alle Stützen waren mit drei oder vier Vergehen belastet oder bereits draußen. Nichtsdestrotrotz hielten die Gastgeber ihren gut zweistelligen Vorsprung konstant. Youngster Hoppe (24 Punkte), der vermutlich sein bestes Spiel für den ETV machte, war es vorbehalten, mit einem verwandelten Freiwurf die 100-Punkte-Schallmauer zu durchbrechen. Der Rest war Jubel über den erneuten Triumph im Lokalderby und vor allem wichtige Punkte im Abstiegskampf der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB Nord.

Kommentar ETV-Cheftrainerin Sükran Gencay zum Spiel: „Man darf nie zu sehr in Extreme verfallen. Letzte Woche nach der hohen Niederlage in Itzehoe schien noch alles katastrophal, heute wieder alles super. Es ist eben vieles eine mentale Sache, jedes Spiel ist anders. Die Jungs hatten richtig Bock, das hat man gemerkt. Unsere Manndeckung hat heute besser gepasst als eine Zone. Und wir haben wieder Fortschritte in Sachen Teamplay gemacht, 25 Assist sprechen für sich. Wedel war sich nach dem hohen Sieg gegen Iserlohn vielleicht zu sicher. Uns gibt der Sieg auf jeden Fall neuen Mut für die kommenden Aufgaben.“

ETV gegen Wedel: Abaker (28 Punkte, 8 Assists), Salami (25 Punkte, 10 Rebounds, 7 Assists); Hoppe (24 Punkte, 4 Rebounds), Uzkuraitis (22 Punkte, 14 Rebounds, 4 Assists), Eckmann (5 Punkte, 4 Rebounds), Gust (4 Punkte), Migunov (2 Punkte), Paetsch, Ofori, Büürma

Copyright: Justus Stegemann
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It’s Derby-Time: ETV-Basketballer wollen gegen Wedel Wiedergutmachung

Hamburg, 7. Januar 2021 – Nach dem Lokalderby ist vor dem Lokalderby. Die Aufsteiger vom Eimsbütteler TV stehen am  13. Spieltag der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB Nord vor einer erneuten nachbarschaftlichen Herausforderung. Nach der 70:111-Niederlage vor einer Woche bei den Itzehoe Eagles steht am Sonntag, den 10. Januar 2021 im ersten Heimspiel des Jahres gegen den SC Rist Wedel (16 Uhr, live bei Sportdeutschland.tv) neben wichtigen Punkten im Abstiegskampf eines ganz oben auf der Agenda: Wiedergutmachung. 

 

„Das Ergebnis in Itzehoe war ein Schlag ins Gesicht. Aber ich denke, wir haben die Niederlage gut aufgearbeitet“, sagt ETV-Cheftrainerin Sükran Gencay (34) vor dem Duell Letzer (ETV, 2:8 Siege) gegen Vorletzter (Wedel, 3:8). Die derbe Pleite sei ein Resultat der vorangegangenen zwei Wochen gewesen: „Da haben wir wegen der Feiertage und wegen vieler fehlender Spieler nicht gut trainiert. Wir konnten teilweise im Training nicht mal Fünf gegen Fünf spielen.“ Überhaupt sei es bisher „eine echt taffe Saison“ für ihr Team, in einer neuen Liga und dann noch unter Corona-Umständen: „Neue Regelungen, eine ständige Unsicherheit wegen möglicher Ansteckungen, keine Zuschauer, viele Nachholspiele – das zehrt schon an den Nerven. Aber gegen Wedel wollen wir definitiv ein anderes Gesicht zeigen und ein gutes Spiel abliefern.“

 

Das wird vermutlich auch nötig sein. Denn anders als im Hinspiel, als die Korbjäger aus dem Herzen Hamburgs bei verletzungsgeplagten Wedelern mit einem 91:88 n.V. ihren ersten Saisonsieg feierten, treten die Gäste diesmal aller Voraussicht nach in Bestbesetzung an. Also mit vielen genesenen Spielern, den Nachverpflichtungen Tucker Haymond (USA) und Maksim Gorbatchov (Slowenien) und möglicherweise auch mit den Towers-Doppellizenzlern Justus Hollatz und Jürgen Rich. Und sie kommen mit neuem Selbstbewusstsein nach einem 105:66-Kantersieg gegen die Iserlohn Kangaroos. „Das ist mir offen gesagt egal, ich kann es eh nicht beeinflussen. Wir schauen auf uns“, so ETV-Headcoach Gencay. 

 

Fehlen wird in jedem Fall der verletzte Ex-Wedeler Matej Jelovcic, der Einsatz von Topscorer Mubarak Salami ist gefährdet. Die Partie gegen den SC Rist ist die vorerst letzte in der Trainingshalle an der Hohen Weide, nachdem mit Schulbau Hamburg eine Einigung über die Kostenübernahme der defekten Korbanlage in der eigentlichen Spielstätte, der Sporthalle Wandsbek, erzielt werden konnte.

 

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70:111-Niederlage in Itzehoe – ETV-Basketballern misslingt Start ins neue Jahr gründlich

Hamburg, 2. Januar 2021 – Das frohe neue Jahr lässt für die Basketballer des Eimsbütteler TV noch ein bisschen auf sich warten. In der ersten Partie anno 2021 verloren die Hamburger am 12. Spieltag der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB Nord bei den Itzehoe Eagles mit 70:111 (24:19; 12:30; 14:25; 20:37). Anders als vor einer Woche im Heimspiel an der Hohen Weide (79:90) konnten die Aufsteiger dem amtierenden Meister zum Rückrundenauftakt nur ein Viertel lang Paroli bieten und am Ende die höchste Saisonniederlage nicht verhindern.

Im ersten Spielabschnitt deuteten die Korbjäger aus dem Herzen Hamburgs noch an, was in ihnen steckt. Eine Phase, in der das Zusammenspiel so gut klappte wie selten: Der freie Mitspieler wurde gesucht und gefunden, der Wurf getroffen, um jeden Rebound gekämpft, mit einer Halbfeld-Zonenpresse Unruhe beim Gegner erzeugt. Umso unverständlicher, dass zu Beginn der zweiten Viertels der Faden komplett verloren ging. Ballverluste, Fehlwürfe und phlegmatische Verteidigung vor allem an der Dreipunktelinie mischten sich, sodass ein 19:2-Lauf der Eagles in gut vier Minuten jede noch so kleine Hoffnung auf eine Überraschung zunichte machte.

Wie so oft zuletzt rannte der ETV fortan einem zweistelligen Rückstand hinterher, der sich im weiteren Verlauf des Spiels kontinuierlich vergrößern sollte. 23 Turnover, ein Reboundverhältnis von 28:49 sowie schlechte Trefferquoten von der Dreier- (7/31; 23 Prozent) und der Freiwurflinie (17/26; 65 Prozent) waren nur einige Gründe für den misslungenen Jahresauftakt der ETV-Basketballer. Einen zusätzlichen faden Beigeschmack erhielt die Niederlage noch durch das Verhalten von Itzehoes Topscorer Niclas Sperber (22 Punkte), der am Ende noch einen Buzzerbeater-Dreier zum Endstand versenkte, anstatt wie unter Basketballern bei einem klaren Spielstand üblich fair die letzten Sekunden „herunterzudribbeln“.

Headcoach Sükran Gencay war nach der Pleite entsprechend bedient: „Mir fehlen ein bisschen die Worte. Es war unsere schlechteste Saisonleistung, die wir erst mal aufarbeiten müssen. Nach dem ersten Viertel haben wir in jeder Hinsicht den Faden verloren. Wir konnten in den vergangenen zwei Wochen aufgrund der Feiertage und dem Fehlen vieler Spieler nicht gut trainieren, aber das kann diese Leistung dennoch nicht entschuldigen.“ Viel Zeit zur Trauerarbeit bleibt indes nicht: Schon am nächsten Sonntag (10. Januar 2021, 16 Uhr) wartet mit dem Heimspiel gegen den SC Rist Wedel nicht nur ein Lokalderby auf die ETV-Korbjäger, sondern auch ein eminent wichtiges Spiel im Abstiegskampf. Aufgrund sich verzögernder Reparaturarbeiten an der Korbanlage in der Sporthalle Wandsbek wird auch diese Partie voraussichtlich in der Trainingshalle an der Hohen Weide ausgetragen.

ETV in Itzehoe: Salami (21 Punkte, 9 Rebounds, 4 Steals, 7 Turnover); Uzkuraitis (16 Punkte, 4 Rebounds, 4 Assists, 6 Turnover), Abaker (12 Punkte, 3 Rebounds, 3 Assists), Migunov (8 Punkte, 3 Steals, 4 Turnover), Eckmann (7 Punkte, 5 Rebounds), Hoppe (4 Punkte), Gust (2 Punkte), Paetsch (3 Assists), Ofori, Büürma

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74:93 gegen RheinStars Köln – wieder zu Hause nichts zu feiern für ETV-Basketballer

Hamburg, 29. Dezember 2020 –  Die Herren des Eimsbütteler TV müssen weiter auf ihren ersten Heimsieg in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB Nord warten. Auch im sechsten Anlauf – erneut in der alten Spielstätte an der Hohen Weide – konnten die Liganeulinge kein Erfolgserlebnis feiern. In einer Nachholbegegnung vom dritten Spieltag unterlag das Team von Sükran Gencay, höchstrangige Herrentrainerin in Deutschland, den RheinStars Köln mit 74:93 (23:35; 17:18; 21:26; 13:14), was im Corona-bedingt schiefen Jahresabschlussklassement den elften und vorletzten Platz (2 Siege, sieben Niederlagen) bedeutet.

 

Großstädter, Aufsteiger, bekannt für attraktiven Basketball: Es sind durchaus einige Gemeinsamkeiten, die die Korbjäger des ETV Hamburg und der RheinStars Köln verbinden. Und sie sind beide von Corona geplagt. Sowohl die Nordlichter als auch die Westdeutschen wurden zu Saisonbeginn von der Pandemie heimgesucht und für drei Partien außer Gefecht gesetzt. So kam es erst mit einigen Wochen Verspätung zum ersten direkten Duell. Wo es schließlich aufhörte mit den Gemeinsamkeiten, denn es konnte nur einen Sieger geben. Und der hieß nach 40 effektiven Spielminuten verdientermaßen Köln (sechs Siege, drei Niederlagen).

 

Auch auf dem Spielfeld zeigten sich zunächst einige Ähnlichkeiten: Sowohl die Gastgeber als auch die Gäste mit Ex-Bundesligaprofi Johannes Strasser an der Seitenlinie versuchten ihr Glück mit einer aggressiven Zonenpresse und anschließender Ball-Raum-Verteidigung. Ein Rezept, das den Rheinländern im ersten Viertel deutlich besser bekam. Vincent Golson eröffnete den Korbreigen nach wenigen Sekunden mit einem easy Layup, dem viele weitere einfach Körbe folgen sollten. Zum einen als Resultat von Ballgewinnen, zum anderen durch gutes Ballmovement und einer ausgezeichneten Trefferquote. Nach zehn Minuten führten die ohne Ex-Nationalspieler und -Bachelor Andrej Mangold angetretenen Karnevalstädter bereits mit 35:23.

 

„Wir müssen physischer spielen“, ermahnte Gencay ihre Schützlinge zur Pause, was diese sich mit etwas Verspätung auch zu Herzen nahmen. Wie so oft zog ETV-Topscorer Mubarak Salami die meiste Aufmerksamkeit der gegnerischen Defense auf sich, was Marcel Hoppe Mitte des zweiten Durchgangs mit zwei Dreiern zum 33:41-Anschluss nutzte. Hinten jedoch fehlte es auf Seiten der Hamburger zwei Tage nach der 79:90-Niederlage gegen die Itzehoe Eagles an Abwehrkraft. Und so zogen die abgeklärter wirkenden ProB-Rückkehrer (Abstieg 2019) ihre Kreise in der Sporthalle Hohe Weide und bis zur Halbzeitunterbrechung auf 53:40 davon. Herausragend bis dahin RheinStars-Forward Tibor Taras, der von der Bank kommend in gut neun Minuten Einsatzzeit auf 22 Punkte kam und mit 7/9 aus dem Feld (2/3 Dreier) sowie 6/7 Freiwürfen hauptverantwortlich für die exzellente Kölner Wurfquote von 58 % war.

 

Nach der großen Pause hatte sich der Sturm ein wenig gelegt. Die Korbjäger aus dem Herzen Hamburgs wehrten sich weiter nach Kräften, allerdings sank die gute Dreierquote von 42 Prozent nach dem Seitenwechsel rapide. Anders der Trend bei Köln: Zweimal Jimenez und einmal Michel trafen aus dem Dreipunkteland und schraubten den Vorsprung der Gäste beim 66:46 erstmals auf 20 Zähler. Doch die Eimsbütteler gedachten wie immer nicht, sich in ihr Schicksal zu ergeben. Diverse Offensivrebounds bügelten Pech und Unkonzentriertheiten im Abschluss aus, beim Stand von 56:72 sah sich Kölns Headcoach Strasser noch mal zur Auszeit genötigt. Dummerweise für den ETV jedoch machte Allrounder Taras da weiter, wo er zur Halbzeit aufgehört hatte: beim Scoren. Sein Buzzerbeater von der Dreierlinie bedeutete eine 79:61-Führung für Köln nach drei Spielvierteln.

 

Auch der letzte Durchgang brachte nicht mehr viel Neues. Eine etwaige letzte Euphorie bei den Hamburgern unterdrückten die Karnevalisten humorlos mit konsequentem Ausnutzen leichter Fehler und anhaltend solider Trefferquote. Und sie hielten ETV-Leader Salami unter Kontrolle, der Shooting Guard kam diesmal „nur“ auf 19 Punkte. Ebenso viele Zähler sammelte Dreierspezialist Marcel Hoppe. Überzeugen konnten diesmal offensiv auch Kapitän Leo Eckmann (13 Punkte) und Fabian Paetsch (9 Punkte, 3 Dreier), während bei den RheinStars neben Taras wie gewohnt „Twotwo“ Golson mit 9 Punkten und 9 Assists ordentlich ablieferte.  Für die Kölner geht es keine 24 Stunden später in einem weiteren Nachholspiel bei den Itzehoe Eagles erneut auf Punktejagd, wo die Eimsbütteler einen Tag nach Neujahr zum Start in die Rückrunde aufkreuzen.

 

Kommentar ETV-Trainerin Sükran Gencay: „Ich kann meinen Jungs keinen Vorwurf machen. Heute war einfach nicht mehr drin, zwei Tage nach der Niederlage gegen Itzehoe. Man hat deutlich gemerkt, dass Köln die frischeren Beine hatte. Wir konnten uns nicht richtig vorbereiten auf die Rheinstars, wie sollen wir das machen in zwei Tagen? Das Ergebnis geht auch in der Höhe in Ordnung.“

 

Kommentar RheinStars-Coach Johannes Strasser: „Ich bin nicht wirklich zufrieden, wir haben viele Fehler gemacht. Die Jungs können das besser. Für uns lief es zuletzt nicht so rund gegen Münster und gegen Düsseldorf. Es ist wegen der Corona-Pause zu Saisonbeginn derzeit ein wirklich hartes Programm für uns, aber wir müssen es nehmen, wie es kommt.“

 

ETV gegen Köln: Salami (19 Punkte, 6 Assists), Hoppe (19 Punkte), Eckmann (13 Punkte, 9 Rebounds, 3 Assists), Paetsch (9 Punkte, 3 Rebounds), Abaker (3 Punkte, 3 Assists), Tittel (3 Punkte), Uzkuraitis (2 Punkte, 4 Rebounds), Migunov, Ofori (je 2 Punkte, 2 Rebounds), Lungongo (2 Punkte), Gust, Jelovcic

 

Copyright: Justus Stegemann
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79:90 gegen die Itzehoe Eagles – ETV-Basketballer bieten dem Meister Paroli

Hamburg, 27. Dezember 2020 –  Stille Nacht, das war einmal für die Basketballer des Eimsbütteler TV. Gleich dreimal in sieben Tagen müssen die Aufsteiger in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB nach dem Weihnachtsfest ran, darunter zweimal gegen denselben Gegner: die Itzehoe Eagles. Im Hinspiel gab es am Tag des offiziellen Corona-Impfstarts in Deutschland zwar keinen Sieg gegen den amtierenden Meister, aber mit einem 79:90 (27:22; 19:23; 14:20; 19:15) zumindest einen weiteren Hoffnungsschimmer. Auch diese Partie fand in der ETV-Trainingshalle an der Hohen Weide statt, in die die Korbjäger aus dem Herzen Hamburgs bereits vor Weihnachten gegen die WWU Baskets Münster nach dem Bruch der Korbanlage in der Sporthalle Wandsbek spontan ausgewichen waren.

 

Beide Mannschaften gingen mit der gewohnten Starting Five ins Spiel: Beim ETV schickte Cheftrainerin Sükran Gencay (34) Abdulai Abaker, Mubarak Salami, Vidmantas Uzukuraitis, Leonard Eckmann und Vladimir Migunov aufs Feld, die Eagles begannen mit Achmadschah Zazai, Flavio Stückemann, Marko Boksic, Chris Hooper und Yasin Kolo. Den eindeutig besseren Start erwischte überraschend der Außenseiter, der mit einem Eckmann-Dreier und einer 15:6-Führung eröffnete. Sieben der 15 Zähler für die Gastgeber gingen dabei aufs Konto von Liga-Topscorer Mubarak, den die „Adler“ über weite Strecken der Partie nicht zu greifen bekamen. Dann folgte ein kurzer Schreck für den ETV, als der dynamische Guard beim Stand von 24:17 mit einem Gegenspieler zusammenprallte und verletzt raus musste. Glücklicherweise erwies sich die zügig gestellte Selbstdiagnose („Die Nase ist gebrochen.“) als falsch oder zumindest nebensächlich –  mit Mubarak auf dem Court erwarfen sich die Gastgeber einen 27:22-Pausenvorsprung.

 

Und Itzehoe? Die Mannschaft von Headcoach Pat Elzie fand nur schwer ins Spiel, auch Power Forward Chris Hooper (5 Punkte im ersten Viertel, am Ende 23 bei 3/4 Dreiern) richtete anfangs kaum spürbaren Schaden beim Gegner an. So reichte denn das Hoch an der Hohen Weide für den ETV bis Ende des zweiten Viertels, auch weil das Team mit den ligaweit wenigsten Assists vorne wie hinten phasenweise sehr gut harmonierte. Mitte des zweiten Durchgangs ließ sich Trainerfuchs Elzie zwar etwas einfallen und stellte auf 3-2-Zone um, was den Spielfluss der Eimsbütteler zumindest hemmte. Dennoch: Die körperlich unterlegenen Gastgeber, bei denen Neuzugang Matej Jelovcic (zuletzt SC Rist Wedel) sein Debüt feierte, hielten nicht nur unter dem Korb unermüdlich dagegen, sondern die Partie insgesamt weiter offen. Auch dank des erneut überzeugenden Point Guards Abaker und trotz eines Buzzer-Beater-Dreiers mit Brett von Itzehoes Johannes Konradt gingen sie mit einer hauchdünnen 46:45-Führung in die Kabine.

 

Den dritten Durchgang begannen die Hamburger mit einer Zonenverteidigung, guter Reboundarbeit, aber wenig Treffsicherheit. Ein Manko, das sich am Ende (7/31 Dreier; 23 Prozent) als spielentscheidend erweisen sollte. Anders die Eagles: Zwei Treffer von „Beyond the Arc“ von Hooper und Stückemann brachten die Schleswig-Holsteiner 51:46 in Front. Es sollte die Wende im Spiel sein, obgleich „Mubi“, „Abu“, „Leo“ und Co in der Defense gut  rotierten und immer wieder ihre Finger bei Pässen der Itzehoer im Spiel hatten. Von einer klaren Angelegenheit, auf die unter anderem zwei hohe ETV-Niederlagen gegen die Eagles in der Vorbereitung hinwiesen, war allerdings nichts zu sehen. Im Gegenteil: Ein Salami-Treffer von  Downtown zum 59:58 wendete noch mal kurzzeitig das Blatt, ehe der Favorit doch mit einem 65:60-Vorsprung in die letzte Pause ging. Bemerkenswert auf Seiten der Eagles: Aufbauspieler Zazai, einst Publikumsliebling beim jetzigen Erstligisten Hamburg Towers, blieb an diesem Tag nahezu unsichtbar (0 Punkte, 4 Assists).

 

Anders als Yasin Kolo, der bis dato unter anderem mit zwei Dunks (einer als Putback) auffälligster Gästespieler war. Umso ärgerlicher für die Elzie-Truppe, dass der Eagles-Center gleich zu Beginn des letzten Viertels mit dem zweiten unsportlichen Foul vom Feld musste. Ebenfalls relativ unscheinbar agierte bis dahin auch Team-Leader Boksic, der dann aber mit fünf seiner insgesamt elf Punkte die Weichen auf Sieg für den Meister stellte. Zwar kämpften die Hamburger bis zum Ende um jeden Rebound und jeden freien Ball, doch reichten die individuelle Klasse und die ProB-Routine der „Adler“ zum letztendlich verdienten Erfolg.

 

Der Eimsbütteler TV liegt mit nunmehr 2:6 Siegen weiter auf dem elften und vorletzten Rang der Tabelle. Viel Zeit zum Ausruhen gibt es wie erwähnt nicht: Schon am Dienstag, den 29. Dezember 2020 um 20 Uhr kommt der Mitaufsteiger und Tabellensechste RheinStars Köln zum Nachholspiel an die Hohe Weide. Und zum Einstieg ins neue Jahr geht es am 2. Januar 2021 ein paar Kilometer nördlich zum Rückspiel nach Itzehoe.

 

Kommentar ETV-Headcoach Sükran Gencay: „Ich bin trotz des recht knappen Ergebnisses gegen den Meister nicht wirklich zufrieden. Man kann gegen Itzehoe verlieren, keine Frage, aber wir haben die Woche auch wegen der Feiertage nicht so gut trainiert. Vielleicht wäre sonst mehr drin gewesen. Es waren gute Phasen dabei, aber wir haben zu schlecht getroffen. Wir mussten gegen die Eagles aggressiv spielen, was wir auch ganz gut gemacht haben. Aber wir haben zu wenig Profit daraus geschlagen und uns vielleicht zu sehr mit unseren Fehlern beschäftigt.“

 

Kommentar Eagles-Cheftrainer Patrick Elzie: „Wir haben uns anfangs schwer getan. Der ETV ist eine gute, unorthodox spielende Mannschaft. Man hat in Iserlohn gesehen, was passiert, wenn sie ins Laufen kommen. Souverän war das nicht von uns, aber wir haben am Ende verdient gewonnen. Ich denke, dass noch viele Mannschaften gegen den ETV verlieren werden.“

 

ETV gegen Itzehoe: Salami (31 Punkte/5 Rebounds), Eckmann (13 Punkte, 7 Rebounds), Uzkuraitis (10 Punkte/7 Rebounds), Abaker (10 Punkte/6 Rebounds, 4 Assists), Hoppe (7 Punkte), Paetsch, Migunor (je 3 Punkte), Jelovcic (2 Punkte), Lungongo, Büürma, Tittel

 

Copyright: Justus Stegemann
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84:78-Sieg bei den Iserlohn Kangoroos – ETV-Basketballer beschenken sich zu Weihnachten

Hamburg, 20. Dezember 2020 – Mit dem Geschenkebesorgen ist das im Corona-Lockdown ja so eine Sache. Die Basketballer des Eimsbütteler TV machten sich kurz vor Weihnachten einfach selbst das schönste Präsent: Sie holten am 10. Spieltag der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB Nord mit einem 84:78 (49:43) bei den Iserlohn Kangaroos ihren zweiten Saisonsieg (bei fünf Niederlagen und drei Nachholspielen) und sich damit ein gutes Gefühl für die Feiertage in die heimische Stube. Zu verdanken haben sie dies vor allem Heimkehrer Mubarak Salami (kam aus Stahnsdorf zurück zum ETV), der mit 41 Punkten sowie zehn Rebounds (Double Double) eine überragende Vorstellung zeigte.

 

„Wir haben uns für eine sehr gute Trainingswoche selbst belohnt. Ich bin wirklich stolz auf die Mannschaft“, sagte Cheftrainerin Sükran Gencay (34) nach der Partie. Die Basis legten ihre Schützlinge mit einer aggressiven und flexiblen Defensivmischung aus Mann-Mann- und Zonenverteidigung – 21 Turnover bei Iserlohn (acht beim ETV) sprechen eine deutliche Sprache. Es war (fast) ein Start-Ziel-Sieg der Korbjäger aus dem Herzen Hamburgs, die Gastgeber aus dem Sauerland lagen beim Stand von 57:56 nach rund 25 Spielminuten nur ein einziges Mal in Front. Allerdings war auch die Führung des ETV selten komfortabel, sie lag die meiste Zeit im mittleren bis niedrigen einstelligen Bereich. Als 46 Sekunden vor dem Ende die Kangoroos beim Stand von 77:79 noch einmal  bedrohlich nahe kamen, sicherten „Mubi“ Salami sowie der ebenfalls überzeugende Point Guard Abdulai Abaker (15 Punkte, 4 Assists) an der Freiwurflinie nervenstark den Erfolg.

 

Viel Zeit zum Feiern – außer ein paar freien Tagen über Weihnachten – haben die Aufsteiger indes nicht: Bereits am Sonntag, den 27. Dezember 2020 (16 Uhr) folgt das Nordderby gegen Vorjahresmeister Itzehoe Eagles, zwei Tage später (Di., 29. Dezember 2020, 20 Uhr) die Nachholpartie vom dritten Spieltag gegen den überraschend starken Mitaufsteiger RheinStars Köln. Beide Spiele werden voraussichtlich in der Vorjahres-„Aufstiegshalle“ an der Hohen Weide ausgetragen. Nach dem Bruch der Korbanlage in der Sporthalle Wandsbek vor dem Heimspiel gegen Münster – die Begegnung (72:105) war spontan ebenfalls in die kleinere Trainingshalle in Eimsbüttel verlegt worden – ist ein Ersatz zwar montiert, doch steht die technische Abnahme noch aus.

 

Kommentar ETV-Headcoach Sükran Gencay zum Spiel: „Dieser Sieg war wirklich sehr wichtig für uns. Wir wollten die Großen von Iserlohn möglichst wenig unterm Korb scoren lassen, das ist uns über weite Strecken auch gut gelungen. Ich habe unter der Woche schon im Training gemerkt, dass die Jungs als Team einen Schritt nach vorne gemacht haben. Mubi war heute natürlich überragend. Aber ich kenne ihn ja schon lange und weiß, dass er solche Spiele immer drin hat.“

 

ETV in Iserlohn: Salami (41 Punkte, 7/16 Dreier, 10 Rebounds, 3 Assists, 4 Steals), Abaker (15 Pkt., 4 Ass.), Uzkuraitis (13 Pkt.), Hoppe (8 Pkt., 3 Reb.), Paetsch (3 Pkt.), Eckmann (2 Pkt., 5 Reb.), Migunov (2 Pkt., 7 Reb., 3 Ass.), Gust, Hübner, Ofori, Büürma

Copyright: Justus Stegemann

ETV-Basketballer auf Punktejagd bei den Iserlohn Kangaroos

Hamburg, 17. Dezember 2020 – Erfahrungen sammeln, an sich arbeiten, hartnäckig bleiben: So könnte man den Lernprozess des Eimsbütteler TV in seiner ersten Saison in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB beschreiben. Dann, so die Rechnung, werden sich auch die nötigen Siege einstellen, die man zum angestrebten Klassenerhalt braucht. Am Samstag, den 17. Dezember 2020 um 19.30 Uhr gehen die Korbjäger aus dem Herzen Hamburgs letztmalig vor Weihnachten auf Punktejagd – und zwar bei den überraschend starken Iserlohn Kangaroos (live auf dem Kangaroos-Kanal bei Youtube). Die „Beuteltiere“ vom ehemalige Wedeler Chefcoach Stephan Völkel rangieren nach zuletzt drei Erfolgen aus vier Spielen (4:4 Siege) auf Tabellenplatz 4, während der ETV nach allerdings coronabedingt nur sechs absolvierten Partien derzeit das Tabellenende ziert (1:5).

 

„Wir haben gut trainiert und fahren voller Hoffnung nach Iserlohn. Alle haben den Schock mit dem zerbrochen Korb gut verdaut“, sagt ETV-Headcoach Sükran Gencay halb im Ernst, halb mit einem Schmunzeln. Zur Erinnerung: Am vergangenen Wochenende war beim Heimspiel gegen die WWU Baskets Münster beim Aufwärmen in der Sporthalle Wandsbek eine Korbanlage zu Bruch gegangen, woraufhin man spontan in die Trainingshalle an der Hohen Weide umzog und dort beim 72:105 weiteres Lehrgeld zahlen musste.

 

Ob Neuzugang Matej Jelovcic (der Shooting Guard war zuletzt beim Lokalriven SC Rist Wedel unter Vertrag) am Wochenende mitwirken kann, ist noch unklar. Zwar ist der gebürtige Kroate spielberechtigt, derzeit jedoch krank. Der 22-Jährige stammt aus der Jugend von KK Zagreb und kam 2016 nach Ludwigsburg, wo er als Leistungsträger der NBBL-Mannschaft auch mit dem Bundesligakader trainierte. Im Laufe der Saison 2017/18 verließ er Ludwigsburg in Richtung Karlsruhe und kam dort in der 1. Regionalliga auf rund 15 Punkte pro Spiel. In der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA war er ein Jahr für Baunach aktiv, ehe er nach Wedel wechselte. Cheftrainerin Gencay sieht im 1,85 m großen Aufbauspieler „einen guten Verteidiger, der die Bälle gut verteilen und das Spiel schnell machen kann“.

 

59:81 – ETV-Basketballer im Nachholspiel gegen Vizemeister Schwelm ohne Chance

Hamburg, 2. Dezember 2020 –  Erst der Tabellenführer, dann der Vizemeister: Die Herren des Eimsbütteler TV haben es innerhalb von vier Tagen gleich mit zwei Schwergewichten der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB Nord zu tun bekommen. Wie schon beim 80:101 am Wochenende gegen den VfL Bochum wurden dem Aufsteiger auch am Dienstagabend beim 59:81 gegen die EN Baskets Schwelm (Nordrhein-Westfalen) trotz guter Anfangsphase seine derzeitigen Grenzen aufgezeigt. Die Partie war eine Nachholbegegnung des 2. Spieltages, zwei ETV-Akteure waren zu Beginn der Saison positiv auf Corona getestet worden. Mit nunmehr 1:4 Siegen bleiben die Hamburger vor dem nicht minder schweren Auswärtsspiel am kommenden Wochenende bei den ART Giants Düsseldorf (Samstag, 5. Dezember 2020, 19 Uhr) Tabellenletzter.

 

Die Anfangsphase des Spiels gegen Schwelm in der erneut zuschauerfreien Sporthalle Wandsbek gehörte eindeutig dem Außenseiter. Die Hanseaten zeigten sich in der Defense deutlich besser organisiert als zuletzt, vorne bewies Routinier Vidmantas Uzkuraitis (35) mit zwei Layups und einem Dreier seine nach wie vor unbestrittene Klasse. Das Angriffsspiel der Baskets wirkte dagegen zerfahren, beim Stand von 13:6 für den ETV nahm Cheftrainer Falk Möller seine erste Auszeit. Und nicht nur das: Kurz darauf brachte er mit Daniel Mayr (2,18) und Kapitän Nikita Khartchenkov zwei bewährte Stammkräfte aufs Feld, wenig später bekam auch der lange verletzte Marco Hollersbacher erste Minuten. Und es half: Vor allem dank Mayr (2,18 m) wurde die Schwelmer Dominanz an den Brettern hinten wie vorne größer, der Vorsprung der Hamburger schmolz bis zur Viertelpause auf 18:14.

 

Die Korbjäger aus dem Herzen Hamburgs verzweifelten in der Folgezeit weiter an der flexiblen Schwelmer Zonenverteidigung, vor allem Liga-Topscorer Mubarak Salami kam selten zu seinen gefürchteten Drives. Sie leisteten sich einen Ballverlust nach dem anderen und wurden erst nach fast fünf Minuten Nettospielzeit durch einen erfolgreichen Threeball von Uzkuraitis erlöst. Hinten bekamen sie indes „Funkturm“ Mayr nicht in den Griff, ETV-Center Vladimir Migunov kassierte Mitte des zweiten Durchgangs sein drittes Foul. Kurz darauf brachte Khartchenkov mit zwei verwandelten Freiwürfen die Blauen erstmals in Führung (25:23), die in der Folgezeit noch wachsen sollte. Dem Schwelmer Spiel drückte in dieser Phase längst Montrael Scott (8 Punkte, 6 Rebounds, 2 Assists zur Pause) seinen Stempel auf, während der ETV weiter vergeblich sein Heil von außen suchte – vergeblich (18 % von Downtown). Zur Halbzeitpause lag der Favorit zweistellig vorne (38:28).

 

Doch die Gastgeber, das war zu spüren, hatte sich was vorgenommen nach dem Seitenwechsel: mehr Geduld, weniger Hast – und eine Zonenpresse, die für mehr Druck sorgen sollte. Doch die Probleme unter dem Korb blieben. Backup-Center Mayika Lungongo verabschiedete sich mit seinem dritten Foul auch zügig auf die Bank, so kam der Ex-Wedeler Thomas Trautwein zu seinem Saisondebüt. Doch so sehr sich der Außenseiter auch bemühte: Die Treffsicherheit fehlte, die Fehler blieben und das Spiel ging nach und nach dahin. Die Schwelmer ihrerseits bewiesen spätestens jetzt ihre individuelle Klasse und spielerische Harmonie, beim Stand von 37:61 zur letzten Viertelpause war das Spiel so gut wie entschieden.

 

Der letzte Spielabschnitt geriet dann weitestgehend zum berühmten Schaulaufen. Bei den EN Baskets durfte die zweite Garde reichlich Spielpraxis sammeln, beim ETV Uzkuraitis noch mal Punkte, unter anderem nach tollen Alleyhoop-Anspiel Salamis von der Mittellinie. Und auch Salami selbst tat noch was für seine persönliche Statistik, am Ende wurde er mit  22 Punkten Topscorer. Und Schwelm? Da durfte quasi jeder mal. Mit Scott (16 Punkte), Anell Alexis (11), Mayr und Khartchenkow (je 10) trafen beim letztendlich ungefährdeten 81:59-Sieg gleich vier Spieler zweistellig, mit Hollersbacher und Felix Meyer-Tonndorf (je 9) waren zwei weitere dicht davor.

 

Kommentar ETV-Headcoach Sükran Gencay: „Das war das erste Spiel, in das wir gut gestartet sind. Das war auch unser Plan. Aber insgesamt war das schwach von uns. Wir haben die Großen von Schwelm nicht in den Griff gekriegt, dadurch hatten die Baskets zu viele zweite Chancen. Wenn man gegen so eine Mannschaft erst mal mit zehn, fünfzehn Punkten hinten liegst, wird es unglaublich schwer. Aber es nützt nichts, wir müssen einfach weitermachen und an uns arbeiten. Immerhin haben wir das vierte Viertel gewonnen und gehen so mit einem einigermaßen guten Gefühl aus dem Spiel.“

 

ETV gegen Schwelm: Salami (22 Punkte/9 Rebounds/5 Assists), Uzkuraitis (20 Punkte/4 Rebounds), Abaker (8 Punkte/5 Rebounds), Eckmann (4 Punkte/6 Rebounds/1 Assist), Hoppe (3 Punkte/2 Rebounds), Lungongo (2 Punkte/1 Rebound), Gust (4 Rebounds), Paetsch (2 Rebounds/2 Assists), Ofori (2 Rebounds), Migunov (2 Assists),  Büürma (1 Rebound/1 Assist), Trautwein

 

ETV-Basketballer schlagen sich achtbar gegen Tabellenführer Bochum

Hamburg, 29. November 2020 –  Die Herren des Eimsbütteler TV haben den Favoriten-Check am siebten Spieltag in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB Nord bestanden, auch wenn für sie am Ende nichts Zählbares heraussprang. Die Aufsteiger unterlagen vor Corona-bedingt erneut leeren Zuschauerrängen in der Sporthalle Wandsbek dem Tabellenführer VfL SparkassenStars Bochum mit 80:101 (10:26; 26:17; 23:30; 21:28) und waren dabei die gesamte Spielzeit zumindest kämpferisch ebenbürtig. Eine lange Verschnaufpause gibt es für die Korbjäger aus dem Herzen Hamburgs (jetzt 1 Sieg/3 Niederlagen) nicht: Schon am Dienstag, den 1. Dezember 2020 um 20.30 Uhr wartet an gleicher Stelle im Nachholspiel des zweiten Spieltages mit den EN Baskets Schwelm ein weiteres Liga-Schwergewicht.

 

Mit der gewohnten Starting Five, angeführt vom derzeitigen Liga-Topscorer Mubarak Salami (vor dem Spiel 28 Punkte im Schnitt), dazu Guard Abdulai Abaker, Routinier Vidmantas Uzkuraitis, Kapitän Leo Eckmann und Center Vladimir Migunov begannen die Hamburger das Spiel. Bei den Bochumern stand mit dem Ex-Tower Lars Kamp ein Spieler mit Hamburger Vergangenheit in der Anfangsformation. Die ersten Akzente auf Seiten der Gäste setzte jedoch Center Johannes Joos mit sechs Punkten in der Anfangsphase. Als dann Bochums Führungskraft Niklas Geske mit fünf Punkten in Folge, darunter ein And-one, den Vorsprung erstmals zweistellig werden ließ (5:15), sah sich ETV-Headcoach Sükran Gencay zur ersten Auszeit gezwungen. In der Defense, das war früh zu merken, galt die Konzentration des VfL vor allem Salami. Mit Erfolg, wie vier Turnover des 24-Jährigen in den ersten sieben Minuten zeigten. Und der ETV? Fand vorne keinen Rhythmus, und auch die schon oft bewährte Zonenverteidigung griff zu selten – 10:26 zur ersten kleinen Pause.

 

Das zweite Viertel startete mit einem And-one von ETV-Heimkehrer Abaker – ein Hoffnungsschimmer? Bei den Bochumern war der Faden im Angriff komplett gerissen. Und als Salami per „Abstauber“-Layup zu seinen ersten Punkten kam, hatte auch Gästecoach Felix Banobre (auch er ist als früherer Wedel-Trainer im Raum Hamburg wohlbekannt) genug – die folgende Auszeit wurde ein wenig lauter. Zunächst verhallten seine Worte offenbar ungehört, Abaker verkürzte auf -9 (17:26). Auf der Gegenseite ging dann jedoch Elijah Allen seiner Lieblingsbeschäftigung nach: punkten. Vor allem dank des Power Forwards fanden die Westdeutschen wieder in die Spur, während sich ETV-Leader Salami nach wie vor jeden Korb hart erarbeiten musste. Das tat er – und wie! Auch dank sieben Zählern seinerseits schien beim Stand von 34:39 plötzlich wieder alles offen. Mit dem Stand von 36:43 aus Sicht der Hamburger ging es in die große Pause.

 

Ein Kamp-Dreier aus der Ecke eröffnete die zweite Halbzeit. Während die Aufstiegsfavoriten mit Konsequenz, Cleverness und manchmal auch etwas Glück finishten, fehlten eben jene Attribute im Angriff der Aufsteiger oftmals. Doch die kämpferische Einstellung bei den ETV-Korbjägern stimmte erneut zu hundert Prozent an beiden Enden des Feldes. Allerdings setzte sich dann doch die individuelle Klasse der Sparkassenstars mehr und mehr durch, ein Dreier von Gabriel Jung zum 63:44 erzwang das nächste Timeout der Gastgeber. Auch Geske war längst wieder aufgetaucht, ein Block gegen Marcel Hoppe plus Dunking beim folgenden Fastbreak war ein echtes Statement und beim Stand von 67:46 für den VfL die Vorentscheidung. Oder? Nicht für Hoppe und Abaker: Sie legten 13 Punkte in kurzer Zeit auf und gaben noch mal ein Signal: niemals aufgeben! Das spürte auch VfL-Coach Banobre und wurde in der letzten Unterbrechung beim Stand von 59:73 noch mal laut. Sehr laut!

 

Das war wohl auch nötig. Vor allem Hoppe (aus der Distanz) und Abaker (mit Zug zum Korb) trafen und trafen, das gesamte ETV-Team stemmte sich weiter mit aller Macht gegen die Niederlage. Doch alle Anstrengungen sollten nicht reichen. Vor allem der überragende VfL-Center Joos (28 Punkte insgesamt) übernahm noch mal, blockte hinten und traf vorne mit Zuverlässigkeit. Fünf Minuten vor dem Ende durften sich die Bochumer dann auch noch über das Comeback von Marius Behr nach wochenlanger Verletzungspause freuen – genauso wie am Ende über den insgesamt ungefährdeten 101:80-Sieg.

 

Kommentar Sükran Gencay: „Wir hatten viele Hochs und Tiefs. Aber ich bin insgesamt zufrieden, auch wenn die Niederlage am Ende in der Höhe etwas unverdient war. Bochum ist eine Topmannschaft, auf allen Positionen, sie haben kaum Schwächen im Spiel. Und wir haben zwischenzeitlich gezeigt, dass wir da mithalten können. Phasenweise haben wir auch gut zusammengespielt, da gab es echte Fortschritte, darauf müssen wir aufbauen. Langsam steigt unser Energielevel wieder nach der Coronapause, ich habe das Gefühl, dass wir wieder etwas intensiver spielen können. Wir haben jetzt ein hartes Programm vor uns. Schwelm schätze ich auch stark ein, aber vielleicht nicht ganz so stark wie Bochum.“

 

Kommentar Felix Banobre: „Ich bin insgesamt zufrieden mit dem Sieg. Wir waren gewarnt vor dem ETV. Wenn man sie ins Spiel kommen lässt, killen sie einen. Wir sind zwischendurch gestrauchelt, haben aber immer wieder zurück in die Spur gefunden. Es war schön, mal wieder in Hamburg gewesen zu sein. Ein paar Jungs wie Vidmantas, Leo, Abdulai und Marcel kenne ich noch aus meiner Zeit aus Wedel. Es ist schön, dass es in Hamburg jetzt neben dem SC Rist noch ein weiteres ProB-Team gibt. Ich wünsche dem Projekt alles Gute.“

 

ETV gegen Bochum: Abaker (25 Punkte/5 Rebounds/7 Assists), Salami (18 Punkte/6 Rebounds/3 Assists), Hoppe (12Punkte), Uzkuraitis (11 Punkte/5 Rebounds), Migunov (5 Punkte/4 Rebounds), Eckmann (5 Punkte/3 Rebounds), Ofori (2 Punkte/2 Rebounds), Büürma (2 Punkte), Paetsch (2 Rebounds), Gust (1 Rebound), Tittel, Lungongo

 

74:75-Niederlage in Bernau – ETV-Basketballer hadern mit Schiedsrichterentscheidung

Hamburg, 22. November 2020 – Mit einer unglücklichen 74:75 (23:25, 45:44, 60:65)-Niederlage im Gepäck ist der Eimsbütteler TV von seinem ersten „echten“ Auswärtsspiel in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB Nord der Herren bei Lok Bernau zurückgekehrt. Nach einer umstrittenen Entscheidung des Schiedsrichtergespanns 3,3 Sekunden vor dem Spiel beim Stand von 74:73 für den ETV blieben die Gastgeber aus der Nähe von Berlin in Ballbesitz – den sie zwei Sekunden später prompt zum siegbringenden Korb nutzten.

ETV-Trainerin Sükran Gencay haderte nach einer schlaflosen Nacht entsprechend mit den Unparteiischen, die sich in der undurchsichtigen Situation zunächst uneinig waren:  „Ich kann mich in meiner Basketballkarriere nicht an einen so spielentscheidenden Pfiff erinnern. Da war kein Kontakt, nichts“, beschrieb die 34-Jährige die Reboundszene, in der ihr Guard Abdulai Abaker vom ersten Unparteiischen ein Foul attestiert bekam. Dessen Kollege hatte im gleichen Moment ein Vergehen eines Lok-Spielers am erneut überragenden ETV-Rückkehrer Mubarak Salami (30 Punkte) gesehen.

Zuvor hatten die Korbjäger aus dem Herzen Hamburgs als Aufsteiger dem Favoriten einen Kampf auf Augenhöhe geliefert, sich gegenüber der 78:94-Heimniederlage vor Wochenfrist gegen die TKS 49ers aus Stahnsdorf deutlich gesteigert. Mehrfach wechselte in einem fairen Spiel die Führung – leider aus Sicht der Korbjäger aus dem Herzen Hamburgs eine Sekunde vor der Schlusssirene das letzte Mal. „Heute ärgere ich mich noch über den Pfiff, morgen werde ich die Jungs wahrscheinlich für ihr gutes Spiel loben. Sie hatten sich wirklich viel vorgenommen, die Aggressivität hat gestimmt. Glückwunsch an Bernau, die sind wirklich alle gut ausgebildet und trotz ihres jungen Alters schon sehr erfahren“, resümierte Headcoach Gencay.

Als nächstes warten nur zwei Heimspiele auf die ETV-Basketballer. Am Samstag, den 28. November 2020 um 19.30 Uhr kommt Liga-Topfavorit VfL SparkassenStars Bochum mit den Ex-Towers-Profis Lars Kamp und Marius Behr sowie dem früheren Wedeler Coach Felix Banobre in die Sporthalle Wandsbek. Drei Tage später, 1. Dezember um 20.30 Uhr, folgt das Nachholspiel gegen die ebenfalls hoch eingeschätzten EN Baskets Schwelm.

ETV in Bernau: Salami (30 Punkte/6 Rebounds/3 Assists), Uzkuraitis (14 Punkte/6 Rebounds), Abaker (11 Punkte/4 Rebounds/6 Assists), Lungongo (7 Punkt/5 Rebounds), Hoppe (5 Punkte/5 Rebounds), Paetsch (3 Punkte/1 Rebound), Migunov (2 Punkte/1 Rebound/1 Assist), Gust (2 Punkte/1 Rebound), Eckmann (10 Rebounds), Ofori (1 Rebound/1 Assist), Tittel, Büürma

Copyright: Justus Stegemann

ETV-Basketballer reisen zum Meister-Nachwuchs

Hamburg, 18. November 2020 – Auf ihre erste große Reise nach ihrem Aufstieg gehen die Herren des Eimsbütteler TV am 6. Spieltag der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB Nord. Geschätzt drei Stunden Fahrtzeit müssen die Schützlinge von Headcoach Sükran Gencay wohl an diesem Wochenende einplanen für die knapp 300 Kilometer bis nach Bernau, eine 40.000 Einwohner zählende Stadt nordöstlich von Berlin. Nachdem der Saisonstart in Sandersdorf der Corona-Quarantäne zum Opfer gefallen war und der Sieg in Wedel (91:88 n.V.) quasi vor der Haustür gefeiert wurde, findet am Samstag, den 21. November, um 19 Uhr beim Tabellensiebten Lok Bernau  das erste „richtige Auswärtsspiel“ des ETV (Platz zehn) statt.

 

Dabei wollen die Korbjäger aus dem Herzen Hamburgs sich ein wenig rehabilitieren für den durchwachsenen Auftritt vor Wochenfrist im ersten Heimspiel gegen die TKS 49ers aus Stahnsdorf (78:94). Gencay, die höchstklassige Herrentrainerin im deutschen Basketball, hatte in der Sporthalle Wandsbek noch Abstimmungsprobleme und eine lange Zeit fahrige Defense beklagt. Keine große Überraschung nach dem 14-tägigen Hausarrest wegen zweier Coronafälle im Team und dem daraus resultierenden Mangel an Spiel- und Trainingspraxis. „Aber es war nicht alles schlecht gegen Stahnsdorf. Wir müssen einfach geduldig sein“, erklärte die 34-Jährige.

 

Lok Bernau ist das sogenannte Farmteam des amtierenden Deutschen Meisters ALBA Berlin und mit einem Durchschnittsalter von 21,8 Jahren wie so oft eine der jüngsten Mannschaften der Liga. Mit Guard Malte Delow (19) und Forward Lorenz Brenneke (20) sammelten die beiden talentiertesten unter vielen talentierten Spielern schon Erstligaerfahrung im Team von ALBA-Trainerlegende Aito Garcia Reneses (73). Außerdem taucht mit Elias Rödl (18), Sohn von Basketball-Bundestrainer Henrik Rödl, ein illustrer Name im Roster der Brandenburger auf. Von den bisherigen fünf Saisonspielen gewann das Team von Headcoach René Schilling zwei, allerdings bespielten die Berliner Vorstädter auch bereits die drei Aufstiegsmitfavoriten Schwelm (70:78), Münster (68:67) und Itzehoe (78:74) sowie Tabellenführer Düsseldorf (74:76). Die Partie Lok Bernau gegen den ETV Hamburg gibt es am Samstag live in einem kostenlosen Stream auf Sportdeutschland.tv(https://sportdeutschland.tv/basketball/prob-nord-lok-bernau-etv-hamburg).

 

Copyright: Justus Stegemann

Tag der offenen Tür trotz Corona-Beschränkungen: ETV-Basketballer verlieren Zweitliga-Heimpremiere

Hamburg, 15. November 2020 – Den Basketballern des Eimsbütteler TV ist der große Wurf bei ihrer Heimpremiere nach dem Zweitligaaufstieg nicht gelungen. Eine Woche nach dem 91:88-Sieg nach Verlängerung beim SC Rist Wedel verloren sie bei ihrem ersten Auftritt auf Hamburger Boden in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB Nord mit 78:94 (19:27, 38:54, 60:77) gegen die TKS 49ers aus Stahnsdorf (Brandenburg) und zeigten sich dabei nur bedingt abwehrbereit. Obwohl wegen der herrschenden Corona-Beschränkungen die Eingänge der Sporthalle Wandsbek für Zuschauer geschlossen blieben, schienen die Eimsbütteler unter ihrem eigenen Korb zeitweise einen Tag der offenen Tür zu veranstalten.

 

Bereits nach wenigen Sekunden setzte der Litauer Karolis Babkauskas mit einem verwandelten Dreipunktewurf aus der Ecke den Ton des ersten Viertels. Denn es sollte nicht der einzige Treffer der Gäste von Downtown bleiben. Zwar antwortete sein Landsmann Vidmantas Uzkuraitis auf Seiten der Hamburger postwendend mit einem Treffer von beyond the arc, doch Babkauskas legte von gleicher Stelle wieder vor. Es folgten an der Freiwurflinie die ersten beiden Punkte von ETV-Neuzugang Mubarak Salami, der vergangenen Saison noch für die 49ers auf Korbjagd gegangen war. Der 24-Jährige war nach seinem dominanten Auftritt in Wedel erneut bester Spieler des Aufsteigers, konnte aber am Ende die Niederlage ebenfalls nicht verhindern. Als nach knapp fünfeinhalb Minuten bereits der fünfte Distanzschuss im Korb der Eimsbütteler einschlug, sah sich Headcoach Sükran Gencay (34) zur ersten Auszeit gezwungen. Die fruchtete offenbar. Uzkuraitis per Dreier und der zweite wichtige ETV-Neuzugang, Abdulai Abaker, per Steal und Layup verkürzten den Rückstand auf 19:22. Mit einem 19:27 ging es schließlich in die erste kleine Pause – dabei hatte sich der ETV drei Viertel seiner Punkte aus dem Dreierland eingefangen (4 Babkauskas, 3 Yannick Hildebrandt).

 

Auch zu Beginn des zweiten Viertels zeigten sich die Probleme der Gastgeber in der Switch-Verteidigung, die immer wieder zu offenen Würfen für die Gäste führten. Immerhin: Schon bald verkürzten Uzkuraitis und Salami aus der Distanz auf 25:31, ETV-Energizer Leo Eckmann kümmerte sich um den einen Kopf größeren US-Center Malik Toppin – der nach Verletzung wieder die Zone dominierte. Apropos Zone: Der ETV versuchte es kurzzeitig erneut mit der in Wedel so wirksamen 3-2-Zonenverteidigung, leider aus Sicht der Gastgeber drehte mit Sebastian Fülle nun ein weiterer 49ers-Scharfschütze mit drei erfolgreichen Dreiern auf. Die Klasse des Duos Babkauskas/Toppin zeigte sich dann bei einem And-one des Amerikaners nach einem Klassezuspiel des Litauers. Kurz darauf hatte sich der TKS-Sturm ein wenig gelegt, doch hatten die Brandenburger beim 38:54  zur Halbzeitpause schon einen komfortablen Vorsprung herausgeschossen.

 

Zu Beginn des dritten Viertels geschah auf Seiten der Stahnsdorfer Unglaubliches: Hildebrandts erster Dreierversuch ging daneben, auch der zweite Versuch von Fülle verfehlte sein Ziel. ETV-Coach Gencay brachte den Football-erfahrenen Kwame Ofori und generell mehr Aggressivität in der Defense ins Spiel, beim Stand von 49:56 war wieder ein Hoffnungsschimmer am Eimsbütteler Horizont zu sehen. Aber nur kurze Zeit: Nach zwei Ballverlusten und zwei abgegebenen Defensivrebounds wurde es durch einen Babkauskas-Dreier mit freundlicher Unterstützung des Rings und einen Layup von Fülle wieder düsterer. Uzukuraitis indes gab sich noch nicht geschlagen und verkürzte von Downtown auf 52:63, ehe zwei technische Fouls gegen ihn und Salami etwaige Aufbruchstimmung im Keim erstickten. Babkauskas ließ sich zweimal bitten und verwandelte von der Freiwurflinie sicher. Erste Auflösungserscheinungen versuchte Gencay dann mit einer Auszeit beim Stand von 52:69 zu stoppen – nur teilweise mit Erfolg. Die Defense der Hamburger präsentierte sich weiterhin viel zu löchrig, die Brandenburger reboundeten, passten und trafen weiter nach Belieben.

 

Auch zu Beginn des letzten Spielabschnitts setzte sich in der für Zuschauer geschlossenen Halle der Tag der offenen Tür unter den Körben fort. Salami und Abaker nutzten das auf der einen Seite, leider aber konnte Babkauskas alles irgendwie noch besser. Beim Stand von 64:84 sieben Minuten vor Schluss war Frage nach dem Sieger bereits so gut wie beantwortet. Weiter als auf 14 Punkte konnten die Aufsteiger trotz ungebrochenen Kampfgeistes den Rückstand nicht verkürzen. Kuhn besorgte mit einem Korbleger in der Schlusssekunde den 78:94-Endstand.

 

ETV-Chefcoach Sükran Gencay zog folgendes Fazit: „Wir hatten heute viele Höhen und Tiefen in unserem Spiel, aber insgesamt gesehen waren die 49ers deutlich besser, das muss man wirklich anerkennen. Sie haben unsere Abstimmungsprobleme in der Verteidigung gnadenlos ausgenutzt, das haben wir erst spät im Spiel besser gemacht. Man darf aber auch nicht vergessen, dass Stahnsdorf sein fünftes Saisonspiel hatte und wir wegen der Corona-bedingten Quarantäne erst unser zweites. Wir müssen einfach geduldig sein, es war nicht alles schlecht heute.“

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ETV-Basketballer wollen im ersten Heimspiel in der neuen Liga gegen TKS 49ers nachlegen

Hamburg, 11. November 2020 – Eine Premiere jagt die vorherige: Nach dem geschichtsträchtigen 91:88-Sieg nach Verlängerung beim SC Rist Wedel – dem ersten Erfolg im ersten Spiel in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB Nord – wollen die Aufsteiger des Eimsbütteler TV am Wochenende gegen die TKS 49ers aus Stahnsdorf nachlegen. Für die Korbjäger aus dem Herzen Hamburgs ist es am 5. Spieltag die Heimpremiere in der neuen Liga, nachdem die ersten beiden Versuche zu Hause gegen die EN Baskets Schwelm und die RheinStars Köln Corona-bedingt verschoben werden mussten. Der Jump erfolgt am Sonntag, den 15. November 2020 um 16 Uhr vor leeren Zuschauerrängen in der Sporthalle Wandsbek, der neuen Spielstätte der ETV-Herren in dieser Saison.

ETV-Headcoach Sükran Gencay (34) hofft auf ein weiteres Erfolgserlebnis im zweiten Saisonspiel, das unter ganz anderen Vorzeichen angegangen werden kann als noch die Partie in Wedel. Dort waren die Eimsbütteler nach einer zweiwöchigen Quarantäne mit nur fünf Trainingseinheiten als Vorbereitung aufgelaufen, hatten aber dennoch die Gunst der Stunde gegen eine stark ersatzgeschwächte Risters-Mannschaft nutzen können. Gegen die 49ers, Ex-Team von ETV-Neuzugang Mubarak Salami (24), erwartet Gencay eine äußerst knifflige Aufgabe: „Stahnsdorf ist gut drauf, das ist ein ganz gefährlicher Gegner. Die Stimmung bei uns ist gut, obwohl die Jungs richtig platt waren nach dem Wedel-Spiel. Wir versuchen jetzt, unser Fitnesslevel und unseren Spielrhythmus Schritt für Schritt zu verbessern. Das wird noch ein bisschen dauern. Aber ich freue mich riesig, dass es für uns jetzt auch zu Hause endlich losgeht.“

Die TKS 49ers vom RSV Eintracht Stahnsdorf, zwischen Berlin und Potsdam gelegen, kommen mit einem 82:79-Heimsieg über den bis dato ungeschlagenen Tabellenführer ART Giants Düsseldorf als Empfehlung nach Hamburg. Der hart erkämpfte Erfolg gelang sogar ohne den verletzten US-Center Malik Toppin, dem Topscorer der 49ers. Am zweiten Spieltag konnte das Team von Trainer Vladimir Pastushenko bereits Liga-Mitfavorit Itzehoe Eagles zu Hause 110:101 bezwingen. Auswärts lief es dagegen bei zwei Niederlagen noch nicht rund für die Brandenburger. Allerdings waren die Kontrahenten mit den VfL SparkassenStars Bochum (77:88) und den WWU Baskets Münster (58:87) zwei hoch gehandelte Anwärter auf die Meisterschaft in der ProB Nord.

Vom Spiel ETV Hamburg gegen die TKS 49ers gibt es einen kostenlosen Livestream bei Sportdeutschland.tv(https://sportdeutschland.tv/basketball/prob-nord-etv-hamburg-tks-49ers).

Gegen Wedel Man of the Match: Abdulai Abaker

ETV Basketball schreibt Geschichte: Zittersieg in Wedel zum verspäteten Zweitliga-Saisonstart

Hamburg, 8. November 2020 – Es war ein geschichtsträchtiger Tag – nicht nur im Land, in dem der Basketball erfunden wurde: Mit einem 91:88 (79:79; 58:56; 39:35; 18:28)-Sieg nach Verlängerung im Hamburger Derby beim SC Rist Wedel sind die Herren des Eimsbütteler TV am 7. November 2020 in ihre erste Saison in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB Nord gestartet. Zugegeben, das historische Ausmaß des ETV-Erfolges reicht vielleicht nicht ganz an die Wahl Joe Bidens zum 46. US-Präsidenten heran. Freude und Erleichterung in den Reihen des Aufsteigers über die gelungene Premiere waren nichtsdestotrotz riesig, Spannung und Dramatik wohnten beiden Ereignissen inne.

 

Dabei nutzten die Korbjäger aus dem Herzen Hamburgs mit einer kämpferisch starken Leistung die Gunst der Stunde – waren doch beim SC Rist mit Justus Hollatz, Hendrik Drescher, Alexander Angerer, Aurimas Adomaitis, Matej Jelovcic und Semjon Weilguny gleich sechs Stammkräfte verletzt oder ohne Spielerlaubnis. Allerdings ging auch das ETV-Team von Headcoach Sükran Gencay angeschlagen ins Spiel. Gerade mal fünf Trainingseinheiten konnten nach der Rückkehr aus 14-tägiger Quarantäne nach zwei internen Coronafällen absolviert werden. Wegen des behördlich angeordneten Hausarrests waren die ersten drei geplanten Saisonspiele ausgefallen. Wenig überraschend merkte man den Liganeulingen die Pause in der zuschauerfreien und hygienegesicherten Steinberghalle zu Beginn an. Erst nach knapp zwei Spielminuten gelangen Neuzugang Abdulai Abaker (24) per Layup die ersten beiden Punkte des Eimsbütteler Turnverbandes in einer Basketball-Bundesliga. Da stand es bereits 0:8 aus Sicht der Hamburger – ein Anfangstrend, der sich bis zum Ende des ersten Viertels (18:28) fortsetzen sollte.

 

Mit zunehmende Spieldauer kam jedoch mehr Sicherheit in die ETV-Aktionen – auch durch eine Umstellung in der Verteidigung. Mit einer gut funktionierenden Zonen-Defense wurde nicht nur eine sinkenden Wurfquote beim Gegner forciert, sondern auch wertvolle Kraft in den geschwächten eigenen Reihen gespart. Und im Angriff, in dem von Anfang an die Erfahrenen Abaker, Vidmantas Uzkuraitis (35) und Mubarak Salami (24) das Kommando übernahmen, lief es ebenfalls besser und besser. Co-Kapitän Leo Eckmann (24) brachte schließlich eine Minute vor der Halbzeitpause den ETV mit einem verwandelten Freiwurf erstmals in Führung (36:35). Den Weg geebnet hatte der überragende Salami (28 Punkte insgesamt) mit einem Dreier zum vorherigen Ausgleich.

 

Im dritten Viertel zeigte dann vor allem Distanzschütze Marcel Hoppe (22) mit zehn erzielten Punkten sein großes Talent. Trotz insgesamt hoher Fehlerquote (18 Ballverluste) konnte der ETV seinen Vorsprung sukzessive ausbauen bzw. halten und sah 41 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit beim Stand von 79:73 schon wie der sichere Sieger aus. Doch dann überschlugen sich die Ereignisse: Gleich vier Ballverluste und zwei geblockte Würfe leisteten sich die unerfahren Aufsteiger in der unmittelbaren Schlussphase. Und so kam es, wie es kommen musste: Drei Sekunden vor der Sirene traf Ex-Towers-Akteur Mario Blessing von Downtown zum Ausgleich – Verlängerung. In dieser schien sich dann das Blatt endgültig zugunsten der Gastgeber zu drehen (88:82). Ein Hoppe-Dreier, zwei Abaker-Korbleger und zwei finale Freiwürfe von Salami sorgten dann aber doch für ein Happy-end für die aufopferungsvoll kämpfenden Eimsbütteler.

 

ETV-Coach Gencay war nach den ersten gewonnenen zwei Punkten entsprechend glücklich: „Was für ein Spiel! Ich bin wirklich stolz auf die Jungs, sie sind völlig fertig. Einen ‚Tod‘ mussten wir heute sterben – entweder körperlich oder verlieren. Es war nicht hochklassig, kein Basketball-Leckerbissen, aber die Moral hat wirklich gestimmt. Sieg ist Sieg. Man darf auch nicht vergessen, dass unser letztes Spiel unter Wettkampfbedingungen etwa einen Monat her ist.“ Am kommenden Sonntag, den 15. November 2020 (16 Uhr) soll dann in der Sporthalle Wandsbek bei der Heimpremiere gegen die TSK 49ers aus Stahnsdorf (vermutlich mit Livestream auf sportdeutschland.tv) das nächste Kapitel in der Erfolgsgeschichte des ETV in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB geschrieben werden.

 

ETV: Salami (28 Punkte/5 Rebounds), Hoppe (24 Punkte/9 Rebounds), Abaker (19 Punkte/4 Rebounds), Uzkuraitis (14 Punkte/3 Rebounds/3 Assists), Eckmann (3 Punkte/11 Rebounds), Kwame Ofori (2 Punkte/3 Rebounds), Mayika Lungongo (1 Punkt/3 Rebounds), Vladimir Migunov (5 Rebounds/4 Assists), Finn Hübner, Fabian Paetsch, Jan Gust, Luca Büürma

Copyright: Justus Stegemann
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ETV-Korbjäger: Lokalderby zum verspäteten Saisonstart in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB

Hamburg, 04. November 2020 – Was lange währt, wird (hoffentlich) endlich gut. Mit Corona-bedingten drei Wochen Verspätung starten die Korbjäger des Eimsbütteler TV am Wochenende in ihre erste Saison in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB Nord. Premierengegner beim Auswärtsspiel am Samstag, den 7. November 2020 um 19 Uhr ist nicht irgendwer, sondern der in der Liga seit vielen Jahren etablierte Lokalrivale SC Rist Wedel. Während die Schleswig-Holsteiner bereits drei Saisonpartien (ein Sieg, zwei Niederlagen) absolvieren konnten, mussten die Aufsteiger aus Hamburg wegen zweier positiver Coronatest im Kader ihre ersten Wurfversuche schweren Herzens verschieben. Der zweiwöchigen Quarantäne und der folgenden Regenerationsphase fielen sowohl die ursprünglich geplante Premiere bei den BSW Sixers als auch die Heimpartien gegen die EN Basket Schwelm und die RheinStars Köln zum Opfer.

Umso heißer geht das Team um Headcoach Sükran Gencay nun seine erste knifflige Aufgabe in der Profiliga an. Allerdings steht hinter dem aktuellen Leistungsstand noch ein Fragezeichen, sind Gencays Schützlinge doch erst vor knapp einer Woche ins Teamtraining zurückgekehrt. „Die Jungs wollen und haben richtig Bock. Man merkt aber auch, dass einige wirklich angeschlagen waren“, sagt Deutschlands ligahöchste Basketball-Herrentrainerin. Eine Prognose fürs Spiel beim SC Rist abzugeben, sei daher schwierig: „Ich erwarte auf jeden Fall eine ausgeglichene, aggressiv verteidigende Wedeler Mannschaft, in der sehr viel Talent steckt. Wir werden sehen, wie dann unser erstes Spiel verläuft“, so die 34-Jährige.

Mit Neuzugang Abdulai Abaker (24), Distanzschütze Marcel Hoppe (22) , Co-Kapitän Leo Eckmann (24) und den Routiniers Vidmantas Uzkuraitis (35) und Thomas Trautwein (39) kennen sich gleich fünf ETV-Spieler mit Rist-Vergangenheit in der Wedeler Steinberghalle bestens aus. Wegen der Coronabeschränkungen werden dort am Samstag leider sämtliche Zuschauerränge komplett leer bleiben. Für Fans, die dennoch mit dabei sein möchten, gibt es unter https://sportdeutschland.tv/basketball/prob-nord-sc-rist-wedel-eimsbuetteler-tv einen (kostenpflichtigen) Livestream vom ersten Hamburger Lokalderby in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB Nord. Auch der ETV Basketball plant für das Heimspiel am 15. November (16 Uhr) gegen die TKS 49ers ein solches Angebot.

ETV Hamburg: Saisonstart in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB wegen Corona abgesagt

Hamburg, 14. Oktober 2020 – Wegen zweier Corona-Fälle in der Mannschaft fällt der geplante Saisonauftakt des ETV Hamburg in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB Nord am Sonntag (18. Oktober 2020) bei den BSW Sixers aus. Das Team von Cheftrainerin Sükran Gencay befindet sich in Quarantäne, die Ligaleitung ist bereits informiert. Ein Nachholtermin für die Partie in Sachsen-Anhalt steht noch nicht fest. Ebenso offen ist, ob die ETV-Korbjäger am 25. Oktober 2020 wie geplant ihre Heimpremiere in der Sporthalle Wandsbek gegen die EN Baskets Schwelm feiern können.

ETV Hamburg: Saisonstart in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB ohne Ex-Profi Will Barnes

Hamburg, 14. Oktober 2020 – Mit einer rund 400 Kilometer langen Reise in den Landkreis Anhalt-Bitterfeld (Sachsen-Anhalt) starten die Basketballer des Eimsbütteler TV in eine neue Zeitrechnung. Nach dem Aufstieg in die BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB Nord bestreiten die Hamburger am Sonntag um 16 Uhr bei der Basketballgemeinschaft Bitterfeld-Sandersdorf-Wolfen 06 – kurz: BSW Sixers – ihr erstes Spiel im deutschen Profibereich. Vermutlich vor bis zu 350 Fans, Corona-bedingt alles einheimische. Auf eine ähnliche Kulisse hoffen die Korbjäger aus dem Herzen Hamburgs eine Woche später auch bei ihrer eigenen Heimpremiere am 25. Oktober (16 Uhr) in der Sporthalle Wandsbek gegen den Titel-Mitfavoriten EN Baskets Schwelm – sollte sich die Pandemie-Lage in Hamburg nicht dramatisch verschärfen. Entgegen ursprünglichen Planungen wird Ex-Towers-Kapitän Will Barnes weder am Sonntag noch im weiteren Saisonverlauf für die Eimsbütteler auflaufen.

 

In Sandersdorf nimmt die Mannschaft von Headcoach Sükran Gencay (34) als Aufsteiger naturgemäß die Außenseiterrolle ein. Die BSW Sixers belegten im März beim wegen Corona vorgezogenen Saisonabbruch mit elf Siegen und elf Niederlagen als Siebter einen Mittelfeldplatz in der ProB. Als Kooperationspartner von Erstligist Mitteldeutscher BC ist das Team von Cheftrainer Sebastian Ludwig mit durchschnittlich 22,3 Jahren eines der jüngsten der Liga. Den prominentesten Namen trägt Doppellizenzspieler Nemanja Nadjfeji, Sohn von Bundesliga-Legende Aleksandar Nadjfeji (früher Bonn, ALBA, Tübingen, FC Bayern) und am Spieltag Geburtstagskind (wird 20). Weitere Leistungsträger sind Point Guard und Kapitän Luka Petkovic (32) sowie Center-Routinier Djordje Pantelic (36), jahrelang beim MBC unter den Körben aktiv.

 

Beim ETV geht man durchaus optimistisch an die neue Herausforderung heran. In der Vorbereitung gab es neben zwei Niederlagen gegen den amtierenden Ligameister Itzehoe Eagles auch einen 92:79-Sieg beim Lokalrivalen SC Rist Wedel, dem allerdings mit Justus Hollatz und Hendrik Drescher zwei tragende Säulen fehlten. Auch viele Experten trauen dem Liganeuling trotz des Abgangs von Regionalliga-Topscorer Tyseem Lyles (in die BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA nach Karlsruhe) den Klassenerhalt zu. Die Hauptlast dürften Routinier Vidmantas Uzkuraitis (35) und Neuzugang Mubarak Salami (24, von TSK 49ers aus Stahnsdorf), beide auf der Guard-Position zu Hause, zu schultern haben. Verzichten werden die Eimsbütteler dagegen auf den eigentlichen Neuzugang und Hoffnungsträger Will Barnes. Der 32-Jährige, einst Kapitän und bester Werfer von Bundesligist Hamburg Towers in der ProA, wird nach einvernehmlicher Entscheidung aus beruflichen wie gesundheitlichen Gründen (Knie) nun doch nicht für den ETV auf Korbjagd gehen.

 

„Ich denke, man kann die Mannschaften in der neuen Saison ganz schwer einschätzen. Es wird vermutlich einige Überraschungen geben“, prognostiziert ETV-Coach Gencay, Deutschlands höchstklassige Männer-Trainerin. Für den Saisonauftakt in Sachsen-Anhalt hat sie vor allem zwei Wünsche an ihre Spieler, die ausnahmslos als Nicht-Profis in der neuen Liga antreten: „Wir müssen mit der richtigen Energie ins Spiel gehen, das ist das Allerwichtigste. Und die Jungs sollten das Ganze genießen.“

Das Team für die Saison 2020-2021
Will Barnes wird dem ETV als Individualcoach erhalten bleiben
Mubarak Salami ist zurück beim ETV

ETV Basketballer verlieren Meister-Prüfung beim Hallen-Check

Hamburg, 16. September 2020 Die Basketballer des Eimsbütteler TV haben ihr zweites Vorbereitungsspiel auf die Mitte Oktober beginnende Saison in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB verloren. Allerdings war der Gegner des Aufsteigers nicht irgendwer: Gegen den amtierenden Meister Itzehoe Eagles gab es ein 66:89 (28:44).

 

Für die Basketballer des Eimsbütteler TV, Aufsteiger in die BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB, rückt der Saisonauftakt Mitte Oktober immer mehr in den Fokus. Gut drei Wochen nach Trainingsbeginn testeten die Hamburger ihre Form gegen ihren nördlichen Nachbarn, die Itzehoe Eagles. Nach regulären 40 Spielminuten noch ohne Zuschauer gab es ein 66:89 (28:44) gegen den amtierenden Meister, der auf sein Aufstiegsrecht im Sommer verzichtet hatte. Gleichzeitig war die Partie unter Corona-Hygienebedingungen für den ETV ein erster Check der neue Spielstätte im Stadtteil Wandsbek, wo vor rund 20 Jahren die Hamburg Tigers den Aufstieg in die Erste Liga feierten.

Einer, der die Halle von damals sehr gut kennt, war diesmal beim Gegner an der Seitenlinie dabei: Eagles-Headcoach Patrick Elzie. „Es ist wirklich schön, mal wieder hier zu sein“, sagte der 59-Jährige, der einst in Hamburg als Spieler, Trainer und Manager tätig war. Schön war für ihn auch, was er zu Beginn von seiner Mannschaft zu sehen bekam: eine aggressive Defense plus eine gute Trefferquote, machte zusammen eine 27:11-Führung der Gäste nach dem ersten Viertel. Im zweiten Durchgang fingen sich jedoch die Gastgeber, bei denen mit Ex-Hamburg-Towers-Kapitän Will Barnes, Mubarak Salami (TKS 49ers Stahnsdorf) und Abdulai Abaker (TSV Neustadt Temps Shooters) drei Neuzugänge im Kader standen. Vor allem unter dem eigenen Korb hielten die Eimsbütteler nun besser dagegen.

Kurz nach der großen Pause verkürzte das Team von Headcoach Sükran Gencay, höchstklassige Trainerin einer Basketball-Herrenmannschaft in Deutschland, sogar mit einem 7:0-Lauf den Rückstand auf zwölf Punkte (35:47), ehe jedoch der Meister aus Schleswig-Holstein wieder für klare Verhältnisse sorgte und vor allem dank der besseren Quote aus dem Dreierland (34,5 gegenüber 15,4 Prozent) einen letztendlich hochverdienten Sieg sicherte. Während bei den Eagles wie gewohnt die Stützen Marko Boksic (27 Punkte/8 Rebounds) und Chris Hooper (14/8) überzeugten, sammelten beim ETV Vidmantas Uzkuraitis und Salami (je 17 Zähler) die meisten Punkte. Die beiden prominentesten Neuzugänge blieben indes eher unauffällig: Ex-Tower Barnes (10) fand erst am Ende mit zwei verwandelten Dreiern seinen Rhythmus, Achmadschah Zazai (Ex-Publikumsliebling bei den Towers) schied mit Oberschenkelproblemen Mitte des zweiten Viertels aus.

Der ETV startet am 18. Oktober bei den BSW Sixers in seine erste Saison in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB. Am Sonntag, den 25. Oktober um 16 Uhr folgt das erste Heimspiel gegen die EN Baskets Schwelm (der Dauerkartenverkauf hat begonnen), vermutlich mit einer Zuschauerkapazität von rund 400 Fans. Die Itzehoe Eagles empfangen zum Auftakt am 17. Oktober im Heimspiel die RheinStars Köln.

Die Stimmen der Headcoaches:

Sükran Gencay (Eimsbütteler TV): „Wir haben relativ viele Neue, ein anderes Gefüge als letztes Jahr, und dadurch auch andere Rollenverteilungen. Basketballerisch lief nicht alles perfekt, aber wir sind als Team aufgetreten. Wir waren eine Mannschaft, das war gut. Der Gegner war natürlich eine Hausnummer als Meister der vergangenen Saison, gar keine Frage. Ein echter Härtetest. Es hat zu lange gedauert, bis wir die Physis angenommen haben. Bis wir gemerkt haben, dass hier härter gearbeitet wird. Es ist noch ein weiter Weg in der Vorbereitung für uns. Zwischendurch haben wir heute ein paar Mal gesehen, wie es laufen könnte. Aber es ist eben alles neu: eine neue Liga, neue Spieler, und alle müssen ihre Rolle neu finden. Das wird einfach dauern.“

Patrick Elzie (Itzehoe Eagles): „Das war unser zweites Vorbereitungsspiel. Am Anfang haben wir sehr gut verteidigt, im zweiten Viertel waren wir zu nachlässig. Aber Eimsbüttel ist eine gute Mannschaft, die werden meiner Meinung nach nichts mit dem Abstieg zu tun haben, wenn alle Spieler fit sind. Nicht gefallen haben mir die Höhen und Tiefen, wir hatten zu viele Schwankungen in unserem Spiel. Aber nach zweieinhalb Wochen Training ist das normal, denke ich. Ich freue mich auf die Saison, wieder nach Hamburg zu kommen, gegen den ETV zu spielen und viele alte Gesichter wiederzusehen.“

Fotocredit: Julia Schäper
Fotocredit: Benjamin Lehmann
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Ex-Towers-Kapitän Will Barnes geht für ETV in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB auf Korbjagd

Hamburg, 23. August 2020 – Ein alter Bekannter mit illustrem Namen feiert in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB sein Comeback: Will Barnes, in der Saison 2014/2015 erster Kapitän in der Geschichte der Hamburg Towers, geht künftig in der Hansestadt für Aufsteiger Eimsbütteler TV auf Korbjagd. Der aus Alabama stammende US-Amerikaner, der in der Towers-Premierenspielzeit in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA mit 13,8 Punkten im Schnitt zum besten Vereinswerfer avancierte, hatte seine aktive Karriere wegen anhaltender Knieprobleme eigentlich schon beendet. Nun ersetzt der 32 Jahre alte Comboguard, der gleichermaßen als Schütze und Spielgestalter fungieren kann, in Hamburg-Eimsbüttel seinen Landsmann Tyseem Lyles. Der Regionalliga-Topscorer der vergangenen Saison hat den ETV mit unbekanntem Ziel verlassen. Barnes begann nach seiner College-Zeit auf der Tennessee Technical University und der Lee University 2013 seine Deutschland-Karriere bei den Paderborn Baskets in der ProA. Dort wurde er auf Anhieb drittbester Scorer der Liga. Nach drei Jahren bei den Hamburg Towers folgten Stippvisiten beim SC Rist Wedel (ProB) und der TSG Bergedorf (Regionalliga), ehe nun die neue Herausforderung Eimsbütteler TV ansteht. „Mein Knie fühlt sich gut an. Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe“, sagt Barnes, der längst in Hamburg heimisch geworden ist. Der 1,85 Meter große Rechtshänder arbeitet derzeit als selbstständiger Individualcoach – unter anderem mit Towers-Talent Justus Hollatz (19). Nun wird er als solcher auch im Nachwuchsbereich des Eimsbütteler TV tätig sein. ETV-Coach Sükran Gencay freut sich über den prominenten Neuzugang: „Toll, dass wir mit Will eine so erfahrene Führungspersönlichkeit für uns gewinnen konnten. Ich hoffe, dass er uns in der neuen Liga auf und neben dem Feld weiterhelfen kann.“
Fotocredit: MSSP – Michael Schwartz

Mit altbekanntem Schwung in die neue Liga

Die Trainingshalle ist wieder voller Leben, die Vorbereitung hat begonnen. In einer Zeit voller Unwägbarkeiten gehen die Basketballer des Eimsbütteler Turnverbandes (ETV) eine ganz besondere Herausforderung an: Nach nur zwei Jahren in der Ersten Regionalliga Nord starten die Korbjäger aus dem Herzen Hamburgs vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie in ihr erstes Jahr in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB. 

Dort warten unter anderen zwei Duelle mit dem SC Rist Wedel, Kooperationspartner von Bundesligist Hamburg Towers, auf das basketballbegeisterte Publikum in Hamburg und Umgebung. Die Abenteuerreise beginnt am 18. Oktober 2020  auswärts, eine Woche später, am Sonntag, den 25. Oktober, folgt für den Aufsteiger das erste Heimspiel. Hier geht es zum Spielplan

https://www.2basketballbundesliga.de/teams/kader/565/#tab-spielplan

Den Aufstieg feierten die ETV-Basketballer am 22. März mit dem Smartphone in der Hand. Da die Saison in der Regionalliga aufgrund der Corona-Pandemie abgebrochen wurde, konnte Coach Sükran Gencay ihrer Mannschaft per WhatsApp die frohe Botschaft verkünden: Wir sind Meister! Ein vorzeitiger Titelgewinn ohne Sektdusche und Fanfaren, mit 19:1 Siegen jedoch mehr als verdient. Und das, nachdem die Eimsbütteler im Vorjahr als Liganeuling erst nach einer Aufholjagd in der Rückrunde den Klassenerhalt sichern konnten.

In der Meistersaison machten die Hamburger vor allem mit begeisterndem Offensivbasketball von sich reden. Mit durchschnittlich fast 88 Punkten pro Spiel jagten sie den orangefarbenen Lederball mit Abstand am häufigsten durchs Netz. Hauptverantwortlich dafür waren in einer gut geölten Angriffsmaschinerie vor allem drei Spieler: Der Amerikaner Tyseem Lyles avancierte mit 25,8 Zählern pro Partie zum klaren Topscorer der Liga, mit dem ehemaligen litauischen Erstligaprofi Vidmantas Uzkuraitis (22,0/Platz 4) und dem Dreierspezialisten Marcel Hoppe (15,9) landeten zwei weitere ETV-Korbjäger in den Top Ten.

Während Routinier Uzkuraitis (35) und Youngster Hoppe (22) den Hamburgern auch in der ProB die Treue halten, verlässt der aus Brooklyn/New York stammende Lyles (25) nach zwei erfolgreichen Jahren den ETV mit noch unbekanntem Ziel. Die Suche nach adäquatem Ersatz verläuft vielversprechend, eine Vollzugsmeldung gibt es aber noch nicht. Als erste Neuzugänge stehen der 2,10 Meter große Center Mayika Lungongo (25, zuletzt beim letztjährigen Ligakonkurrenten SBB Baskets Wolmirstedt) und Luca Büürma (23, Forward) vom ASC Göttingen fest.

Eine neue Liga, vermutlich neue Leader – doch damit nicht genug der Veränderungen: Auch eine neue Heimspielhalle kommt auf die Eimsbütteler Fans zu. Während von Anfang an klar war, dass der bisherige Hotspot an der Hohen Weide für die künftigen Anforderungen zu klein ist, zerschlugen sich auch die Hoffnungen auf einen Umzug innerhalb des Stadtteils. Da das eigentlich vorgesehene Sportzentrum an der Hoheluft wegen der Brandschutzbestimmungen nicht rechtzeitig die behördliche Genehmigung erhielt, ziehen die Westhamburger nun südostwärts in die Sporthalle Wandsbek. In der im Normalfall gut 2000 Zuschauer fassenden Halle feierten vor rund zwei Jahrzehnten die BCJ Hamburg Tigers den Aufstieg in die Erste Bundesliga, seit 2013 ist die Arena Austragungsort des Final-Four-Turniers im Hamburger Basketball-Pokal. „Wir hoffen, Eimsbüttel auch in Wandsbek aufblühen zu lassen und freuen uns auf viele Fans aus ganz Hamburg, vor allem im Derby gegen Rist Wedel“, sagt Erfolgscoach „Süki“ Gencay, die höchstklassige Trainerin einer Basketball-Herrenmannschaft in Deutschland. Und auch finanziell ist die 2. Liga eine Herausforderung für den ETV Basketball. Zwar konnten per Crowdfunding 15.000 Euro gesammelt werden, ein Hauptsponsor wird jedoch nach wie vor gesucht.

ETV und das Coronavirus: Aufstieg in der WhatsApp-Gruppe

Die Regionalliga-Basketballer des Eimsbütteler TV sind am Ziel ihrer Träume, allerdings auf ganz und gar ungewollte Art und Weise. Wegen der derzeit alles bestimmenden Corona-Pandemie ist ihre Saison vorzeitig beendet – und damit Meisterschaft und Aufstieg in die Zweite Liga ProB perfekt.

Die Nachricht kam per WhatsApp. Über den allseits beliebten Messaging-Dienst verbreitete Sükran „Süki“ Gencay am Sonntag, den 22. März 2020 die frohe Kunde an ihr Team: Wir sind Meister! Meister in der Ersten Basketball-Regionalliga Nord und damit berechtigt zum Aufstieg in die BARMER 2. Basketball-Bundesliga ProB, die dritthöchste deutsche Spielklasse. Zuvor war die Trainerin selbst von der Ligaleitung per E-Mail über den wohl ungewöhnlichsten Meistertitel in der Geschichte der Regionalliga informiert worden. Aber was ist schon gewöhnlich in Zeiten des Coronavirus. In Zeiten einer Pandemie, die Tausende Menschenleben kostet und bei der der Sport gänzlich in den Hintergrund tritt.

„Es ist natürlich eine scheiß Situation“, gibt Headcoach Süki zu. „Es fehlt irgendwie DER Moment. Aber wir freuen uns trotzdem.“ Zu Recht! Mit 19:1 Siegen dürfen sich die Korbjäger aus dem Herzen Hamburgs als verdienter Meister fühlen, auch wenn sie theoretisch bei vier verbliebenen Spielen noch von der Tabellenspitze hätten verdrängt werden können. „Wir haben  schon ein bisschen gerechnet. Mit drei Siegen hätten wir am vorletzten Spieltag zu Hause gegen Königs Wusterhausen mit den eigenen Fans die Meisterschaft feiern können“, erklärt Gencay. Ein Samstagsspiel, 18.30 Uhr – ideale Voraussetzungen für eine rauschende Aufstiegsparty. Stattdessen nun der kontaktlose Jubel am Smartphone. Äußerst ärgerlich für engagierte Sportler, komplett bedeutungslos im Vergleich zu den derzeitigen Einschränkungen des täglichen Lebens und dem Existenzkampf vieler Corona-Betroffener.

Zur Erinnerung: Erst vor gut zwei Jahren hatte der ETV den Sprung in die Erste Regionalliga geschafft. Dass jetzt bereits der nächste Triumph folgt, ist angesichts der ambitionierten und teils zahlungskräftigen Konkurrenz nicht weniger als eine Sensation. „Der Sieg in Womirstedt Anfang Februar war ein Riesenschritt“, erinnert sich Süki an das 92:86 in der Höhle des Verfolgerlöwen. „Danach hab ich erste Gespräche mit dem Gesamtvorstand und der Zweiten Liga geführt, ob ein Aufstieg realistisch wäre.“ Auch das Team wurde offen und ehrlich informiert. Die Message: Wir wollen Meister werden, aber eine Aufstiegsgarantie kann keiner geben.

Die Gespräche mit dem Vorstand um Vereinschef Frank Fechner – selbst Stammgast bei den Heimspielen der ETV-Korbjäger – seien immer sehr offen gewesen, so Süki. „Man stand immer hinter uns und hat von Anfang registriert, welche Energie von den Basketballern investiert wurde.“ Das wurde jetzt mit der zugesagten Unterstützung beim Abenteuer ProB honoriert. „Allerdings war immer klar, dass wir halbwegs auf eigenen Füßen stehen müssen.“ Heißt: Der bereits vorhandene Sponsorenpool muss ausgebaut werden, erste positive Signale gibt es bereits. Bis zum 15. April 2020 müssen nun die Lizenzunterlagen eingereicht, finanziell und organisatorisch einige Schippen draufgelegt werden. Rund 20.000 Euro werden in die neue Spielstätte am Lokstedter Steindamm investiert, unter anderem in eine neue Korbanlage und eine Anzeigetafel. Im Sportzentrum Hoheluft finden rund 500 Zuschauer Platz, Mindestanforderung für die ProB. Bislang besuchten meist 200 bis 300 Fans die Spiele im Basketball-„Wohnzimmer“ an der Hohen Weide, Tendenz steigend.

„Die Halle war ein großes Thema bei den Planungen. Nach Wandsbek beispielsweise wollten wir auf keinen Fall. Ich bin sicher, dass die Leute auch an die Hoheluft kommen werden“, gibt sich Trainerin Gencay zuversichtlich. Folgerichtig wäre es, sahen die Eimsbütteler Freunde der gepflegten Korbjagd doch in der nun abgebrochenen Saison teils begeisternden Power-Basketball ihrer Lieblinge. „Die Jungs haben sich alle enorm entwickelt. Es ist eine Mischung aus gesammelter Erfahrung und einem tollen Zusammenhalt im Team. Jeder kennt seine Rolle“, lobt Gencay. Das bestätigt auch Tyseem Lyles, mit 25,8 Punkten im Schnitt mit Abstand bester Werfer der gesamten Liga: „Die anfänglichen Schwierigkeiten haben uns noch näher zusammengebracht. Alle haben hart gearbeitet und gemerkt: Wenn jeder seinen Job macht, können wir alles erreichen.“ Der überragende US-Guard aus Brooklyn trug mit Ex-Profi Vidmantas Uzkuraitis (35; mit 22 Punkten pro Spiel zweitbester Regionalliga-Score) das Team im Angriff meist auf seinen Schultern und wurde wenig überraschend zum Spieler des Jahres in der Ersten Regionalliga Nord gewählt. Coach des Jahres wurde ebenso erwartungsgemäß Sükran Gencay, Uzkuraitis wurde European Player of the Year und landete ebenso wie Tyseem  im Allstar Team. Außerdem wurde Marcel  Hoppe ins All-Domestic Players Team gewählt.

Denn Youngster Marcel Hoppe (22; 15,9 Punkte) steigerte sich extrem im Vergleich zur Vorsaison, andere im Team taten es ihm gleich. Das Firepower-Duo Ty und Vid soll natürlich auch in der kommenden Saison das Eimsbütteler Team anführen, dann unter anderem im Lokalderby gegen den SC Rist Wedel. Die Chancen stehen offenbar gut, ihr Verbleib in Hamburg sei „sehr wahrscheinlich“, so Süki. Überhaupt solle der Kern der Mannschaft gehalten, das Team nur punktuell verstärkt werden: „Die verstehen sich alle super. Das sind einfach tolle Jungs!“

Aber all das ist noch weit weg. Erst mal gilt es, die wohl größte Krise in der deutsche Nachkriegsgeschichte zu überstehen. Damit die nächsten Erfolge nicht über WhatsApp vermeldet werden müssen, sondern auf dem Spielfeld gefeiert werden können.

Christian Jeß